Luzerner Verein Lisa: «Neues Polizeigesetz verlagert Sexarbeit in die Illegalität»

Der Luzerner Verein Lisa, der sich für die Interessen der Sexarbeitenden engagiert, kritisiert das neue kantonale Gewerbepolizeigesetz. Der Verein fordert, dass Kleinstbetriebe von der Bewilligungspflicht befreit werden, wie dies bereits in Zürich und Bern der Fall ist.

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Strassenstrich im Gebiet Ibach in Luzern. (Bild: Dominik Wunderlin, 2013)

Strassenstrich im Gebiet Ibach in Luzern. (Bild: Dominik Wunderlin, 2013) 

Der Luzerner Verein Lisa sieht in den geplanten Gesetzesänderungen zur Regelung des Sexgewerbes die Voraussetzung dafür geschaffen, dass viele Kleinstbetriebe schliessen müssen und sich die Sexarbeit in Clubs oder in die Illegalität verlagert.

«Ein Grossteil der Sexarbeitenden arbeitet diskret und ohne Wissen der Nachbarn oder Vermieter. Die geplanten Kontrollen würden diese Diskretion gefährden und die Ausübung der Arbeit in der bisherigen Form verunmöglichen», so der Verein.

Die Selbstbestimmung in der Sexarbeit sei sehr zentral. Gerade in Kleinstbetrieben sei die Autonomie von Sexarbeitenden am meisten gesichert. Oft würden sich die Anbieterinnen die Räume teilen, was die Sicherheit der Frauen und Männer in der Sexarbeit erhöhe.

Der Verein Lisa verweist im Zusammenhang mit ihrer Forderung auf die Kantone Zürich oder Bern, die eine Ausnahmeregelung für Kleinstbetriebe bereits erlassen und damit gute Erfahrungen gemacht hätten. Er fordert, Kleinstbetriebe bis zu zwei Personen auch im Kanton Luzern von der Bewilligungspflicht im neuen Gewerbepolizeigesetz zu befreien. (pd/zfo)