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Verein Uniter plant Veranstaltung in Luzern: Juso kritisiert das Netzwerk scharf

Eine Veranstaltung des Vereins Uniter vom Freitagabend in Luzern lässt Kritik laut werden. Nicht allen ist das Netzwerk von Sicherheitsleuten genehm.
Chiara Stäheli
Der Verein Uniter ist seit einiger Zeit auch in der Schweiz aktiv. (Bild: Uniter)

Der Verein Uniter ist seit einiger Zeit auch in der Schweiz aktiv. (Bild: Uniter)

Heute findet in Luzern das zweite sogenannte «Security Round Table» des Vereins Uniter statt. Das Netzwerk sah sich zuletzt mit heftigen Vorwürfen konfrontiert: Der Verein mit Sitz in Stuttgart wird verdächtigt, rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten und im Hintergrund eine Schattenarmee aufbauen zu wollen.

Vorwürfe, die der Vizepräsident von Uniter scharf zurückweist: «Das ist völlig haltlos. Wir sind ein unpolitischer Verein und der Anlass von heute Abend dient in erster Linie dazu, Gleichgesinnte aus dem Sicherheitsbereich zusammenzubringen», sagt der im Kanton Luzern lebende Deutsche, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Der Verein selbst sieht sich als Plattform für Personen aus der Sicherheitsbranche mit dem Ziel, Kontakte zu pflegen und sich weiterzubilden. Mitglieder der Organisation sind nebst Polizisten und Soldaten Sicherheits- und Rettungskräfte.

Juso bezeichnet Uniter als «rechtsextrem»

Am Treffen von heute Abend können sowohl Mitglieder als auch andere Interessierte teilnehmen. «Es ist eine lose Zusammenkunft auf der lokalen Ebene. Wir stellen unser Netzwerk vor und rekrutieren Neumitglieder», so der Vizepräsident. Im Vordergrund stehe das gegenseitige Kennenlernen.

Für die Juso des Kantons Luzern ist das nur ein Vorwand: «Der Verein Uniter will in der Schweiz ein rechtsextremes Netzwerk aufbauen», sagt ein Mitglied der Jungpartei. Auch diese Person will nicht beim Namen genannt werden, weil Reaktionen aus rechtsextremen Kreisen befürchtet werden. Das Juso-Mitglied ist überzeugt, dass Uniter sich insbesondere deshalb in der Schweiz niederlassen wolle, weil es hier kaum Gesetze gegen rechtsextreme Gruppierungen gebe.

Dass Uniter auch in der Schweiz Widerstand erfährt, ist für den Verein offenbar neu. Noch im April dieses Jahres bezeichnete der Vizepräsident die Stimmung in der Schweiz gegenüber dieser Zeitung als «weniger hysterisch als in Deutschland». Nun habe sich aber gezeigt, dass linke Organisationen aus der Schweiz Meinungen und Ansichten von politisch Gleichgesinnten aus Deutschland «eins zu eins übernehmen und Panik verbreiten» würden.

Treffpunkt bleibt unbekannt

Wo die heutige Zusammenkunft stattfindet, will der Vizepräsident von Uniter nicht sagen:

«Wir haben nichts zu verbergen, wollen uns aber selber schützen und eine Eskalation verhindern.»

Bei ähnlichen Treffen in Deutschland seien in der Vergangenheit einige Male die Veranstaltungsorte durchgesickert, was zu Bedrohungen gegen die Gastgeber geführt habe. Deshalb verzichte der Verein auf die Bekanntgabe des Durchführungsortes. Nur wer angemeldet ist, erhält genauere Infos.

Bereits am 14. Juni fand in Luzern ein «Security Round Table» statt. Dieses wurde gemäss Angaben des Vizepräsidenten von knapp zehn Personen besucht. Am Anlass von heute Abend werden wohl mehr Leute beteiligt sein. Auf der Facebook-Seite des Netzwerks Uniter Schweiz haben bereits sechs Personen für die Teilnahme an der Veranstaltung zugesagt, 27 weitere haben per Klick ihr Interesse bekundet.

Bei der Luzerner Polizei hat man Kenntnis darüber, dass ein Uniter-Treffen geplant sei, sagt Mediensprecher Christian Bertschi auf Anfrage. Grundsätzlich gelte in der Schweiz gemäss Bundesverfassung Versammlungsfreiheit. Das heisst, es braucht keine Bewilligung für solche Treffen. Ob der Verein unter Beobachtung durch die Polizei stehe, dazu könne er keine Auskunft geben.

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