Kolumne
Stadtwärts: Das vergessenes Souvenir aus dem alten Luzerner Allmend-Stadion

Ein Stück Rasen hat Redaktor Roman Hodel vor zehn Jahren beim letzten FCL-Spiel auf der «alten» Allmend abgestaubt. Und dank eines Berichts kam es ihm wieder in den Sinn, wo das Ding geblieben ist.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

Zehn Jahre ist es her, als der Abbruch des Allmend-Stadions begonnen hatte. Konnte man letzte Woche lesen. Bei uns. Ich hätte ehrlich gesagt nicht daran gedacht. Vielleicht liegt’s am Alter. Mit jedem Jahr muss das Hirni schliesslich noch mehr Ereignisse speichern.

Jedenfalls stimmte mich dieser Bericht leicht melancholisch. Immerhin verbrachte ich meine Jugend quasi auf dieser Stehplatztribüne. Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber zumindest jeden zweiten Samstag oder Sonntag. Gleichzeitig erinnerte ich mich beim Lesen an das letzte Spiel gegen Lugano, dieses 5:0. Ja, ich war dabei. Da schlug eben diese Stunde der Souvenirjäger. Fast alles wurde abgeschraubt, mitgenommen. Theoretisch hätte ich am liebsten ein Stück von der Rampe mitgenommen. Nur hatte ich gerade keine Betonfräse zur Hand. Sitze, Torstangen? War mir zu sperrig. Also entschied ich mich damals für ein Stück Rasen.

Verflixt, wo ist eigentlich dieses Grün geblieben? Auch das hatte ich vergessen. Nach einigem Überlegen kam es mir wieder in den Sinn: in einem fix eingebauten Pflanzentrog in einer meiner ehemaligen Wohnungen. In einer Stadt, die zwar auch ein blau-weisses Wappen ihr Eigen nennt – aber das Ganze eben diagonal geteilt. Und – Schande über mich – das Gras hatte ich beim Auszug vergessen. Ich kann nur hoffen, dass meine Nachmieter dem Büschel Sorge tragen. Wehe, wenn nicht!