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VERGEWALTIGUNG: «Fall Emmen»: Auch die DNA-Probe aus Griechenland führt ins Leere

Jetzt ist klar: Keine der über 400 DNA-Proben stimmt mit dem Profil des Täters überein, der vor knapp drei Jahren in Emmen eine junge Frau vergewaltigt hat. Nun hoffen die Ermittler auf ein neues Gesetz.
Am 21. Juli 2015 wurde beim Dammweg in Emmen eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Am 21. Juli 2015 wurde beim Dammweg in Emmen eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Kein Fall hat in den letzten Jahren so grosse Betroffenheit ausgelöst, wie jener, der sich auf dem Dammweg in der Gemeinde Emmen am 21. Juli 2015 abgespielt hatte. Ein Mann stösst eine damals 26-jährige Frau vom Velo, vergewaltigt sie und lässt sie schwer verletzt liegen. Das Opfer ist seither querschnittgelähmt.

Nun steht fest: Keine der über 400 DNA-Proben passte zum Täterprofil. Die Hoffnung, dass die letzte DNA einen Treffer ergibt, wurde am Dienstag jäh zerstört. Die letzte Probe stammt aus Griechenland und ist erst jetzt, also nach knapp drei Jahren, eingetroffen (Artikel vom Dienstag). Warum hat es so lange gedauert? Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft: «Wir wissen nicht, warum Griechenland nicht schneller war. Wir haben uns intensiv und mehrfach dafür eingesetzt, die Probe zu erhalten.»

Der «Fall Emmen» bleibt also vorerst ungeklärt. Dies, obwohl die Polizei und die Staatsanwaltschaft alles unternommen haben, um den Täter zu finden: Während Wochen wurden im Umfeld des Tatorts Personenkontrollen durchgeführt, es wurde öffentlich nach dem Täter gefahndet, Hinweise von Hellsehern wurden überprüft, 1863 Handydaten ausgewertet, über 400 DNA-Proben von Männern analysiert und knapp 10'000 Personendaten überprüft.

Mehrere Hundert Hinweise in knapp drei Jahren

Die Ermittlungen wurden auch über die Landesgrenze hinaus geführt. Drei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Auch hat die Oberstaatsanwaltschaft eine Belohnung von 20'000 Franken ausgesprochen für Hinweise, die zur Verhaftung des Täters führen. Dies war im schweizweiten Vergleich eine der bisher höchsten Summen.

Aufgeben wollen die Ermittler trotzdem nicht, wie es seitens der Staatsanwaltschaft heisst. Anfang Jahr wurde der Fall sistiert, weil sämtliche Ermittlungsansätze ausgeschöpft waren (Artikel vom 15. Januar). Sistiert bleibt er auch weiterhin. Das heisst, dass die Ermittlungen wieder hochgefahren werden, sobald neue Erkenntnisse oder Hinweise vorliegen. Daneben laufen regelmässig Abklärungen zur Täter-DNA weiter. Insgesamt gingen bei der Polizei seit dem Vorfall mehrere Hundert Hinweise ein.

Der schlimme Vorfall hat auf politischer Ebene einiges ins Rollen gebracht. Der Luzerner FDP-Nationalrat Albert Vitali hat auf Bundesebene einen Vorstoss eingereicht, um gesetzlich mehr Informationen aus der DNA – Träger der Erbinformation – zu ziehen. Bis heute darf man gemäss Gesetz mittels DNA nur das Geschlecht bestimmen. Der Vorstoss wurde in der Frühlingssession 2016 vom Nationalrat gutgeheissen, der Ständerat folgte ihm. Der Bundesrat ist jetzt daran, einen entsprechenden Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Künftig können also auch Augen-, Haar- und Hautfarbe bestimmt werden. Gibt die Gesetzesanpassung Hoffnung auf einen Erfolg? «Hoffnung haben wir immer. Es wird auch in Zukunft jede Spur geprüft», sagt Kopp und fügt an: «Dieser Täter muss gefasst werden.» Tritt das neue Gesetz in Kraft, würde man die DNA des Täters entsprechend auswerten.

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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