Verhinderter Arzt muss ins Gefängnis

Mit gefälschten Dokumenten hat ein 54-jähriger Schweizer versucht, den Ausschluss vom Medizinstudium zu umgehen. Als alles aufflog, schwärzte er andere an, diese Fälschungen begangen zu haben. Das Luzerner Obergericht schickt ihn nun 13 Monate unbedingt ins Gefängnis.

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Arzt mit Stethoskop. (Symbolbild Neue LZ)

Arzt mit Stethoskop. (Symbolbild Neue LZ)

Nachdem der Mann drei Mal den ersten Teil der Abschlussprüfung nicht bestanden hatte, schloss ihn die Universität Genf 1993 vom Medizinstudium aus und sperrte ihn für alle ärztlichen Berufe. Damit konnte sich der abgewiesene Student nicht abfinden. Er fälschte mehrere Dokumente, um seine Ausbildung fortsetzen zu können.

Zwischen 1998 und 2007 versuchte er, sich mit falschen Angaben an Universitäten in Montreal (Kanada) und Reims (Frankreich) einzuschreiben. Vorgeworfen wurden ihm auch wahrheitswidrige Angaben bei der Bewerbung um das Staatsexamen an der Universität Zürich.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Als die Sache aufflog, beschuldigte der verhinderte Arzt einen Professor und eine Sekretärin der Universität Genf, diese Fälschungen begangen und versandt zu haben, um ihm zu schaden. Während einer Hausdurchsuchung verstecke er zudem verschiedene von der Polizei bereits sichergestellte Gegenstände.

Das Luzerner Obergericht kam im November 2010 zum Schluss, dass der an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidende Angeklagte rückfallgefährdet ist. Er habe sein Vorhaben, als Mediziner tätig zu sein, noch nicht aufgegeben. Attestiert wurde ihm eine in leichtem bis mittlerem Grade verminderte Schuldfähigkeit.

Das Gericht sprach ihn der mehrfachen Urkundenfälschung, der falschen Anschuldigungen sowie der Hinderung einer Amtshandlung schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Der Angeklagte appellierte ans Bundesgericht. Dieses hat die Beschwerde am 22. September abgewiesen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

sda