VERKAUF: Marktschreier sorgt für Lacher

Wenn Daniel Meier seine Gemüsehobel anpreist, läuft er zur Hochform auf. Was man am Stand des Aargauers erlebt, ist Kabarett pur.

Dave Schläpfer
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Mit Witz auf Kundenfang: Daniel Meier bei der Demonstration seines Gemüsehobels.

Mit Witz auf Kundenfang: Daniel Meier bei der Demonstration seines Gemüsehobels.

«Wenn du das Gemüse so schön raffelst und anrichtest, da freut sich dann deine Frau», bewirbt Daniel Meier seinen Gemüsehobel. Und wendet sich mikrofonunterstützt direkt an einen der vielen Zuschauer vor seinem Verkaufsstand: «Hast du keine? Dann schenk ich dir meine!» Seine Gattin sei ihm ohnehin weggelaufen. «Jetzt ist sie in Saudi-Arabien die 22. Frau im Harem von Prinz Faisal», so der 52-Jährige. «Sagt sie: Heute habe ich ein Kamel. Sag ich darauf: Und früher hattest du einen Esel.» Rundum Gelächter. Und schon folgt der nächste Schenkelklopfer.

Wenn Meier einmal in Fahrt gekommen ist, redet er wie ein Wasserfall. Und raffelt, raffelt, raffelt und raffelt – Gemüse in Scheiben, Gemüse in Streifen, Gemüse in Würfeln, durchschnittlich sechs Kilogramm pro Messetag.

Töfflirennen an der LUGA mit frisierten und originell gestalteten Töfflis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Optisch sehr aussergewöhnliche Gefährte. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Auch die Fahrer haben sich optisch einen Spass erlaubt. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Das Duo Corinne und Kerstin in Aktion auf der Eventbühne an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Kraft, Beweglichkeit, Eleganz - so lässt sich die Show des Akrobatik-Duos Corinne und Kerstin zusammenfassen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Der Zivildienst (Raphael Drago) begleitet ältere Menschen, im Bild Maggie Wunderin, durch die Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Björn Hemmi besucht zusammen mit Sohn Marc und Tochter den Brain Bus an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Pferdeshow mit Freiberger-Hengsten der IG Freiberger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Pferdeshow mit Freiberger-Hengsten der IG Freiberger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Luga-Bahnen erfreuen sich grosser Beliebtheit. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Keiner zu klein, ein Töfffahrer zu sein. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Marktschreiber Daniel Meier bringt sein Gemüsehobel unter die Leute. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Gastkanton Bern präsentiert sich. Die Power Dancers aus Emmenbrücke präsentieren ihr Können auf der Eventbühne im Hinblick auf das Eidgenössiche Turnfest in Biel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Für Staunen sorgten denn auch die Turnerinnen aus dem Junioren-Kader des Regionalzentrums Biel-Seeland mit ihrem gelungenen Auftritt. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Turnerinnen sorgen für Staunen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Viel Action: Turnerinnen am Berner Tag. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Kunstturner aus Berner präsentieren sich auf der Showbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Kunstturner aus Berner präsentieren sich auf der Showbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Zweispänner mit den Wallachen Aladin und Argon von Fritz Schmid und Pia Flückiger an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Barbara Müller auf dem Pferd Artho di Fosso an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Einspänner mit der Stute Ivana von Fränzi und Christof Hertig aus Oberfrittenbach an der Pferdeshow. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Der Gastkanton Bern präsentiert sich Eisenbahnmusik BSL auf der Eventbühne. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Jägertag an der Luga: Die Jagdhornbläser Birkhahn aus Marbach an der Sonderschau Jagd. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Das alljährliche Säulirennen an der Luga. (Bild: Pius Amrein)
Das alljährliche Säulirennen an der Luga. (Bild: Pius Amrein)
Allseits beliebt: Tiere im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein)
Bild: Pius Amrein
Regierungspräsident Guido Graf, Ratsweibelin Anita Imfeld-Müller, Kantonsratspräsident Urs Dickerhof, die Berner Grossratspräsidentin Therese Rufer-Wüthrich und Christine Zimmermann, Ratsweibelin Bern (von links), am Stand des Gastkantons Bern an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein
Bild: Pius Amrein
Sybille Buntschu aus Horw mit ihrer Tochter Johanna (4) im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Allseits beliebt: Tiere im Streichelzoo. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Auch in diesem Jahr werden wiederum Kühe an der Luga präsentiert. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streichelzoo an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Tiere an der Luga. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die letzten Vorbereitungen an der Luga laufen am Freitag, 25. April: Lucia Haegeli von Haegli-Magenbrot richtet ihren Verkaufswagen ein. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Isabella Ambühl von Asia Design bereitet ihren Stand vor. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
MovingPoster klebt Plakate auf. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Claudio Lötscher aus Hergiswil platziert die Plüschtiere an seinem Stand fürs Entenfischen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Töfflirennen an der LUGA mit frisierten und originell gestalteten Töfflis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Sellerie, das «Viagra natura»

Was der Oberrohrdorfer da macht, ist reinste Comedy. Noch eine Kostprobe aus Meiers «One-Man-Show»: «So, und jetzt zeig ich mal, was sich aus Sellerie so alles Schönes machen lässt. Wirkt ja aphrodisierend, ist sozusagen ein ‹Viagra natura› – also von Vorteil, wenn man schon länger verheiratet ist. Aber gell, dem Ehemann nicht grad dreimal am Tag vorsetzen, sonst wirds dann zu heftig. Ist ja zwar auch kein Problem: Früher hatten die Eltern mehr Kinder, heute haben die Kinder mehr Eltern.»

Man hat fast ein schlechtes Gewissen, Meier für ein paar Fragen hinter seinem Stand hervorzuholen. Denn das Geschäft läuft gut, der Rubel rollt. «Ja, die Pausen sind teuer», sagt der Hobelverkäufer denn auch. «Aber man muss sich diese auch gönnen, sonst klappt man zusammen.» Seit 30 Jahren preist der Mann, dessen Haar inzwischen lichter geworden ist (auch das nimmt er mit Humor), inzwischen seine Produkte an der Luga an.

Also ein richtiges Urgestein – mit unleugbaren Entertainer-Qualitäten. «Mein Ziel ist es, die Leute zu unterhalten und zum Lachen zu bringen», erklärt Meier. «Denn das hat den Vorteil, dass eine gute Stimmung herrscht. Und je besser die Stimmung ist, umso mehr wird gekauft.» Eine einfache Rechnung, die aufzugehen scheint – auch für Meier: «Auf diese Weise bereitet auch mir der Job sehr viel Spass.» Das Ganze klappe aber natürlich nur, weil die Qualität seines Hobels ebenfalls stimme. Zumindest Gluscht auf rohes Gemüse macht das Zuschauen auf jeden Fall tatsächlich.

Heute letzte Gelegenheit

Übrigens: Wer Daniel Meier live sehen und vor allem hören will, kann dies nur noch heute tun. Weil am Freitag in Bern die Messe Bea beginnt, bricht der wohl originellste Marktschreier an der Luga seine Zelte früher ab als sonst. Nicht aber seinen Stand; der wird von einem Kollegen weiterbetrieben.