Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VERKEHR: Areal Hinterschlund soll Carparkplatz werden – zum Ärger der Stadt Kriens

Mitten im boomenden Luzern Süd besitzt die Stadt Luzern das riesige Grundstück Hinterschlund. Doch ausser einem Carparkplatz gibt es keinerlei Ideen für dessen langfristige Nutzung. In Kriens verliert man allmählich die Geduld.
Robert Knobel

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Stadt Luzern will einen Teil der Touristencars aus der Innenstadt verbannen. Eine Option sind neue Car-Parkplätze auf der Allmend (Artikel vom 1. März). Für den Fall, dass dort die Kapazitäten nicht ausreichen, wurde ein weiterer Parkplatz-Standort ins Spiel gebracht: Das städtische Grundstück Hinterschlund vis-à-vis des Pilatusmarkts in Kriens. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein ­x-beliebiges Grundstück, sondern um eine der grössten Baulandreserven im Besitz der Stadt Luzern. 44'000 Quadratmeter misst die Wiese, die bei Grossanlässen wie der Luga als Parkplatz dient, ansonsten aber ungenutzt ist.

Nun könnte der Platz zusätzlich für Touristencars gebraucht werden. Für die Standortgemeinde Kriens ist dies keine attraktive Perspektive. «Seit 50 Jahren ist das Areal eingezont, dient bisher aber nur als sporadischer Parkplatz. Wir finden es nicht in Ordnung, dass die Stadt einfach Bauland hortet», sagt der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP).

Kriens habe grosses Interesse daran, dass das Areal endlich einer definitiven Nutzung zugeführt und überbaut wird. Schliesslich befindet sich das Grundstück mitten im boomenden Gebiet Luzern Süd, ist hervorragend erschlossen und hätte von der Grösse her einiges Potenzial. Das Areal liegt teils in der Wohnzone (Seite Kuonimatt), teils in der Arbeitszone (entlang der Ringstrasse). Um eine möglichst flexible Nutzung zu ermöglichen, hat die Stadt der Gemeinde Kriens vorgeschlagen, das gesamte Areal in eine Mischzone Wohnen/Arbeiten zu überführen.

Strategische Reserve ohne Priorität

Kriens kann zwar die Voraussetzungen für die künftige Entwicklung schaffen – den Entscheid zur Überbauung muss aber die Besitzerin fällen. In Luzern hat das Grundstück Hinterschlund heute aber keine Priorität. «Das Grundstück ist eine strategische Landreserve», sagt die städtische Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Mit anderen Worten: Das Areal wird wohl noch viele Jahre brach liegen. Dabei ruhten vor einigen Jahren grosse Hoffnungen darauf: So plante die Firma HG Commerciale, sich im Hinterschlund anzusiedeln. 2012 zog sich die Firma allerdings zurück.

Der Hauptgrund, weshalb sich die Stadt zurzeit nicht für das Grundstück interessiert, ist wohl, dass es sich in der «falschen» Gemeinde befindet. Wer immer sich dort ansiedelt, wird in der Stadt keine Steuern bezahlen. Auch zur Erfüllung der Wohnraum-Initiative kann das Grundstück keinen Beitrag leisten. Da die Initiative nur die Schaffung von günstigem Wohnraum auf Stadtgebiet vorschreibt, konzentriert sich der Stadtrat darauf, Grundstücke innerhalb der Stadt den Wohnbaugenossenschaften abzugeben. Würde die Stadt den Hinterschlund an einen Investor verkaufen, könnte die Entwicklung vorangehen. Doch seit Annahme der Boden-Initiative bleibt ihr auch diese Option verwehrt, da nun ein Verkaufsverbot besteht.

Das Einzige, das die Stadt aus dem Areal Hinterschlund herausholen kann, wäre ein Baurechtszins. Es sei denn, es findet sich ein vergleichbares Grundstück zum Tauschen. Ein Tauschgeschäft wäre laut Manuela Jost vorstellbar. Ob solche Deals funktionieren, ist allerdings fraglich. Im Fall eines anderen städtischen Grundstücks im Littauerboden wird die Tausch-Option seit Jahren diskutiert, ohne dass sich bisher ein Interessent finden liess.

Das Grundstück Hinterschlund liegt mitten im Entwicklungsgebiet Luzern Süd, für das die drei beteiligten Gemeinden Kriens, Horw und Luzern zurzeit die raumplanerischen Rahmenbedingungen ausarbeiten. Auch Manuela Jost ist der Meinung, dass das Areal grundsätzlich Teil der «urbanen Vision» in Luzern Süd ist. Das bedeutet, dass es für eine Überbauung einen Gestaltungsplan mitsamt Architekturwettbewerb braucht. Im südlichen Teil des Grundstücks ist zudem ein bis zu 45 Meter hohes Gebäude möglich. Da stellt sich die Frage, ob ein Carparkplatz den Qualitätskriterien für dieses Gebiet überhaupt genügt. Diese Frage müsse man nun «im Detail klären», räumt Manuela Jost ein.

Der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn könnte mit einem Ausweichparkplatz Hinterschlund – zumindest vorläufig – leben. «Es ist jedenfalls von allen auf Krienser Boden vorgeschlagenen Car-Parkplätzen der realistischste Standort.» Zur Erinnerung: Der Luzerner Stadtrat hatte vor einem Jahr den Krienser Gemeinderat brüskiert, indem er ohne Rücksprache mögliche Carparkplätze im Mattenhof und beim Grosshof ins Spiel brachte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.