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VERKEHR: Auch Kriens soll auf ÖV setzen

Nach der Stadt will nun auch Kriens ein Gesamtverkehrskonzept ausarbeiten. Dabei orientiert man sich weitgehend am Modell der Stadt. Dagegen läuft der Gewerbeverband Sturm.
Kriens will jetzt auch ein Verkehrskonzept. (Symbolbild Neue LZ)

Kriens will jetzt auch ein Verkehrskonzept. (Symbolbild Neue LZ)

Nach der deutlichen Ablehnung der Initiative «Für einen flüssigen Verkehr» steht fest, dass der Luzerner Stadtrat seine bisherige Verkehrspolitik weiterführen wird (Ausgabe von gestern). Diese beinhaltet neue Busspuren, Fahrbahnhaltestellen und Dosierungsampeln in den Quartieren. Diese Massnahmen sind Teil des Gesamtverkehrskonzepts, das 2016 ins Stadtparlament kommt. Ein analoges Konzept will nun auch die Gemeinde Kriens ausarbeiten.

Als Vorbereitung dazu legt sie einen Planungsbericht vor, in dem die Stossrichtung in Sachen Verkehr vorgegeben wird. Und diese folgt den groben Leitlinien der Stadtluzerner Verkehrspolitik: Der ÖV und der Langsamverkehr sollen konsequent gefördert werden. Gleichzeitig soll der Autoverkehr zurückgebunden werden. Im Planungsbericht ist von «restriktiven Massnahmen» für den Autoverkehr die Rede. Zudem sollen «überdimensionierte Flächen», die heute dem Autoverkehr dienen, umgenutzt werden. Bereits in Arbeit ist das neue Parkplatzreglement, welches ermöglichen soll, dass in Zonen mit guter ÖV-Anbindung die Zahl der Parkplätze bei Neubauten reduziert werden kann (Ausgabe vom 17. Oktober).

Dosierungsampeln in Kriens

Wie der Luzerner Stadtrat erwähnt auch der Krienser Gemeinderat den «wirtschaftlich notwendigen Verkehr», der möglichst freie Fahrt haben soll. «Wer wirklich aufs Auto angewiesen ist, soll künftig schneller vorwärtskommen», sagt Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne). Er nennt dabei insbesondere Gewerbe und Handwerker. Es gehe darum, mehr Lebensqualität für Kriens zu gewinnen. Dazu soll gemäss Planungsbericht auch der Durchgangsverkehr in den Quartieren reduziert werden. Gleichzeitig sollen – analog zu den Plänen der Stadt – die Zufahrten aus den Quartieren mittels Ampeln dosiert werden. Das bedeutet, dass der Verkehr aus den Quartieren zurückgehalten wird, wenn die Hauptachsen verstopft sind.

Kosten von einer halben Million

Das Krienser Gesamtverkehrskonzept soll Ende 2016 vorliegen und 550 000 Franken kosten. Die Vorarbeiten wurden mit dem vorliegenden Planungsbericht gemacht, der noch in diesem Jahr im Einwohnerrat behandelt wird. Der Bericht wurde von einer Spezialkommission ausgearbeitet, in der die Parteien, der Gemeinderat sowie Quartiervereine und Wirtschaftsverbände Einsitz hatten. Im Antrag an den Einwohnerrat heisst es, dass der Planungsbericht in der Kommission mit 15 zu 0 Stimmen verabschiedet wurde.

Pikant ist allerdings: Die Vertreter des Krienser Gewerbeverbands waren an der Sitzung gar nicht anwesend, als der Bericht verabschiedet wurde. «Wir hätten diesem auch nicht zugestimmt», sagt dazu Patrick Müller, Vizepräsident des Gewerbeverbands. Er geht mit dem Gemeinderat hart ins Gericht. Der vorliegende Planungsbericht sei das Resultat eines einjährigen Prozesses «mit unproduktiven Sitzungen. Das ist ein zahnloser Papiertiger, der nun schamlos für die einseitige Verkehrspolitik des grünen Gemeindepräsidenten missbraucht wird», ärgert sich Müller. Der Gemeinderat provoziere damit geradezu verkehrspolitische Grabenkämpfe. Was Müller damit meint, konkretisiert er mit einer Ankündigung: Im Januar werde der Gewerbeverband eine Volksinitiative starten mit dem Ziel, den Ausbau der Strassenkapazität in Kriens zu ermöglichen.

Komitee fordert Strassenausbau

Das vom Gewerbeverband ins Leben gerufene Komitee «Staufreies Kriens» setzt sich gemäss Website gegen die «zunehmende Benachteiligung des motorisierten Individualverkehrs» ein. Mögliche Kapazitätserweiterungen sieht das Komitee in einem Ausbau der Strecke Obernau–Littau (Renggloch) – so hätten die Krienser eine Alternativverbindung zur Autobahn. Auch ein Südtunnel, der das Zentrum von Obernau Richtung Schlund umfährt, wäre gemäss dem Komitee ein wirksames Mittel. Allerdings würde es wohl noch Jahrzehnte dauern, bis solche Grossprojekte umgesetzt werden können. Cyrill Wiget sagt dazu: «Wir haben einen Horizont von 20 Jahren und beschränken uns auf die Massnahmen, die in dieser Zeit realistischerweise umsetzbar sind.» Eine Südumfahrung gehöre nicht dazu.

Robert Knobel

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