VERKEHR: Busfahren in Luzern ist teurer als in anderen Städten

Ab dem Fahrplanwechsel steigen die Preise für den öffentlichen Verkehr in der Stadt Luzern. Ein Vergleich mit anderen Städten zeigt: Luzern ist ein teures Pflaster.

Dominik Weingartner
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So viel kosten die ÖV-Preise in Luzern, Zürich, St. Gallen und Zug. (Bilder: Neue LZ / Keystone / St. Galler Tagblatt)

So viel kosten die ÖV-Preise in Luzern, Zürich, St. Gallen und Zug. (Bilder: Neue LZ / Keystone / St. Galler Tagblatt)

Der neue Zonenplan des Tarifverbunds Passepartout sorgt dafür, dass die Preise für Fahrten innerhalb der Stadt Luzern steigen. Das Einzelbillett für eine Fahrt in der neuen Zone 10 kostet mit Halbtax künftig 3 Franken. Das sind 20 Rappen oder rund 7 Prozent mehr als bisher. Auch das Kurzstreckenbillett schlägt auf: von bisher 2.40 auf 2.50 Franken. Das entspricht einer Preiserhöhung um rund 4 Prozent. Ein Monatsabo kostet mit neu 76 Franken sogar rund 7 Prozent mehr. Diese Zahlen zeigen, dass die Verteuerung für Billette in der Stadt Luzern die auf nationaler Ebene beschlossene Preiserhöhung im öffentlichen Verkehr um 2,6 Prozent deutlich übersteigt.

Gleicher Preis wie in Zürich

Ein Vergleich mit anderen Städten macht deutlich: Das Busfahren in Luzern ist relativ teuer. In der Stadt Zürich beispielsweise, die ebenfalls aus nur einer Zone besteht, kostet das Einzelbillett künftig auch 3 Franken – dies bei einem viel grösseren Streckennetz, wie man sich vorstellen kann. Konkrete Zahlen zur Grösse des Streckennetzes kann jedoch nur der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) nennen: Es umfasst 279 Kilometer. Beim Passepartout heisst es auf Anfrage, die Grösse des Streckennetzes der Zone 10 sei nicht bekannt.

Günstiger ist das Busfahren in St. Gallen. Die Stadt ist etwa gleich gross wie Luzern. Auch dort passt der ostschweizerische Tarifverbund Ostwind den Zonenplan zur Fahrplanänderung am 14. Dezember an. Heute umfasst die Zone, in der die Stadt St. Gallen ist, auch Teile der Agglomeration und des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Ab Dezember wird die Zone nur noch die Stadt St. Gallen umfassen. Das Einzelbillett wird dann 2.50 Franken kosten.

In Zug wurde der Zonenplan schon im Jahr 2012 angepasst. Seither wird keine Gemeinde mehr durch Zonengrenzen geteilt. Das bedeutet, dass auch die Stadt Zug eine eigene Zone hat. Das Einzelbillett kostet in dieser Zone ab dem Fahrplanwechsel 2.60 Franken.

Christoph Zurflüh, Sprecher Tarifverbund Passepartout, sagt zu diesen Preisunterschieden: «Es ist so, dass der Tarifverbund Passepartout im schweizweiten Vergleich bei den Einzelbilletten eher im oberen Bereich liegt. Bei den Abos sind wir dafür eher im unteren Bereich. Grundsätzlich müssen wir mit dem neuen Tarifzonenplan die gleichen Einnahmen generieren wie heute.» Er führt zudem ins Feld, dass – anders als in St. Gallen – in Luzern auch die ganze Agglomeration im Preis inbegriffen sei.

Kein 24-Stunden-Ticket in Luzern

Die Tageskarte für die Stadt Luzern wird in Zukunft 6 Franken kosten – genau gleich viel wie in der Stadt Zürich. Doch in Zürich hat der Passagier den gewichtigen Vorteil, dass die Tageskarte 24 Stunden lang gültig ist. «Meines Wissens ist der ZVV der einzige Tarifverbund in der Schweiz, bei dem die Tageskarte 24 Stunden gültig ist», sagt Zurflüh. Bei allen anderen Tarifzonen sei die Tageskarte bis am nächsten Tag um 5 Uhr morgens gültig. «Für uns kommt die Einführung des 24-Stunden-Tickets nicht in Frage, weil dies nicht dem nationalen Branchenstandard entspricht», erklärt Zurflüh. Auf nationaler Ebene sei es unter den Tarifplanern Konsens, dass die Tageskarte nicht 24 Stunden gelten soll. Laut Zurflüh ist auch geplant, dies gesamtschweizerisch einheitlich zu regeln. Doch dass die Zürcher ihr 24-Stunden-Ticket kampflos aufgeben werden, sei zu bezweifeln.

So funktioniert die Übergangsregelung

Am 14. Dezember tritt gleichzeitig mit dem Fahrplanwechsel der neue Zonenplan des Tarifverbunds Passepartout in Kraft. Abonnemente, die über dieses Datum hinaus Gültigkeit haben, sind auch nachher noch gültig. Es gilt für diese Abos aber noch der alte Zonenplan, wie es beim Passepartout auf Anfrage hiess. Das Gleiche gilt bei Mehrfahrtenkarten: Die Karte ist bis zum aufgedruckten Ablaufdatum in den darauf enthaltenen Zonen nach altem Zonenplan gültig.