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VERKEHR: Die Bremse des Elektro-Booms

Die Zahl der Elektroautos steigt im Kanton Luzern deutlich. Doch das Netz an öffentlichen Ladestationen ist noch löchrig. VCS und TCS hoffen nun, dass der Bundesrat eingreift.
Niels Jost
Die Zahl der Elektroautos steigt im Kanton Luzern deutlich. Doch das Netz an öffentlichen Ladestationen ist noch löchrig. (Bild: Grafik: Oliver Marx)

Die Zahl der Elektroautos steigt im Kanton Luzern deutlich. Doch das Netz an öffentlichen Ladestationen ist noch löchrig. (Bild: Grafik: Oliver Marx)

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Es ist eine Neuheit in ganz Europa: Bei der Raststätte Luzern-Neuenkirch werden in den nächsten Wochen sechs Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge gebaut, welche je eine Leistung von 350 Kilowatt erbringen. Das ist sieben Mal mehr als bisherige Ladestationen aufweisen (Artikel vom 27. Februar). Damit wird Luzern Teil des europaweiten Netzes von «ultraschnellen Aufladestationen», das die Firma Ionity AG aus München vorantreibt. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss der grossen Autohersteller BMW, Daimler, Ford sowie des Volkswagenkonzerns mit Audi und Porsche. Geplant ist, bis 2020 in 18 europäischen Ländern rund 400 Schnellladestationen zu bauen. Damit sollen Autofahrer auch lange Strecken mit ihren E-Fahrzeugen zurücklegen können.

Doch wie sieht die Situation neben den Autobahnen aus? In der Schweiz ist das Netz an öffentlichen Ladestationen noch löchrig. Auch im Kanton Luzern. Wie viele Anlagen es derzeit gibt, kann nicht genau beziffert werden. Allerdings zeigen diverse Websites die einzelnen Standorte auf. Auf www.chargemap.com sind auf dem ganzen Kantonsgebiet geschätzte 100 öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufgeführt. Hinzu kommen die zahlreichen Anlagen in Privathaushalten.

TCS, VCS fordern: Infrastruktur ausbauen

Klar ist lediglich: Das Netz an Ladestationen wächst kontinuierlich. Das freut die beiden grössten Verkehrsclubs, TCS und VCS. Sie sagen aber auch: «Die Elektromobilität ist auf einen weiteren Ausbau des Ladestation-Netzes angewiesen», so Elias Vogler, Geschäftsleiter der VCS Sektion Luzern. «Bei der Anzahl Ladestationen hinkt die gesamte Schweiz hinterher – gerade was Schnellladestationen betrifft.» Etwas anderer Meinung ist Krispin Romang, stellvertretender Geschäftsführer vom Verband Swiss eMobility und Verantwortlicher Elektromobilität bei der Mobilitätsakademie des TCS: «Im europäischen Vergleich stehen wir gut da. Aber es bleibt nach wie vor viel zu tun.»

Laut Vogler und Romang ist die Infrastruktur für die Elektromobilität von zentraler Bedeutung. «Es ist wichtig, Ladestationen bei öffentlichen Gebäuden wie auch Privathaushalten zu installieren und den Strom beispielsweise aus einer eigenen Fotovoltaikanlage zu speisen», sagt Elias Vogler. Das sieht auch Krispin Romang so: «Ladestationen in Garagen und Einstellhallen zu bringen, ist für die weitere Entwicklung essenziell.»

Den weiteren Ausbau der Infrastruktur will auch der Bund forcieren, gerade auf den Autobahnen. Denn: «Schnellladestationen entlang der Nationalstrassen können dazu beitragen, die Verbreitung von Elektroautos zu beschleunigen», schreibt er in einem Bericht. Das scheint sich bereits in den Statistiken niederzuschlagen. So wurden im Kanton Luzern 2014 noch 387 Hy­brid- oder reine Elektroautos neu eingelöst, 2017 waren es bereits 584. Das entspricht einer Zunahme von über 50 Prozent. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden 17 Prozent weniger Benzin- und Dieselautos in Verkehr gesetzt. Wohlbemerkt sind dies zahlenmässig viel mehr Fahrzeuge, letztes Jahr deren 11525. Der Anteil Elektro- und Hybridautos liegt im Kanton Luzern derzeit bei rund 1,9 Prozent (Stand Februar 2018).

Bau von Ladestationen soll Pflicht werden

Grundsätzlich sei es aber die richtige Strategie, jetzt in die Infrastruktur zu investieren, sagt Krispin Romang von Swiss eMobility. «Die Autos von morgen fahren elektrisch. Es geht nun darum, die Netze auf die Bedürfnisse der Elektromobilität auszurichten und insbesondere zu Hause und am Arbeitsplatz die Möglichkeit zu schaffen, dass die Fahrzeuge mit sauberem Strom geladen werden können.» Denn geschätzte 90 Prozent der Ladevorgänge erfolgen zu Hause. Deshalb solle der Staat die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, so Romang. «Zum einen mit einer verpflichtenden Verordnung. Zum anderen könnten die Beträge aus den Emissionsüberschreitungen bei den Neuwagen zweckgebunden dem Aufbau von solchen Ladestationen zugeführt werden.» Damit könnten die Löcher im Ladestationen-Netz künftig schneller geschlossen werden – bei Privaten wie auch auf der Autobahn.

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