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VERKEHR: Eine Alternative für Pendler nach Zürich

Der Schweizer Anbieter Domo Reisen will ab Ende 2018 Busverbindungen auf der Pendlerstrecke Luzern–Zug–Zürich anbieten. Vorausgesetzt, es finden sich entsprechende Haltestellen. In Zug steht man solchen Inlandverbindungen skeptisch gegenüber.
Christopher Gilb
Ein Bus aus der Flotte von Domo Reisen, welche drei Fernbuslinien beantragt hat (Symbolbild). (Bild: PD / domo-reisen.ch)

Ein Bus aus der Flotte von Domo Reisen, welche drei Fernbuslinien beantragt hat (Symbolbild). (Bild: PD / domo-reisen.ch)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Der Fernverkehr in der Schweiz war bisher ein Monopol der SBB. Nun ist diese Vorherrschaft aber ins Wanken geraten. Wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) kürzlich mitteilte, sollen einzelne Fernbuslinien künftig in das bestehende ÖV-System eingebunden werden. Dass das aber überhaupt möglich ist, setzt laut BAV voraus, dass Städte, Gemeinden und Anbieter für eine anständige Infrastruktur besorgt sind.

Beim Schweizer Anbieter Domo Reisen ist man jedenfalls schon mitten in den Vorbereitungen. Schon auf den Fahrplanwechsel am 10. Dezember will das Unternehmen aus Glattbrugg erste Fernbusverbindungen innerhalb der Schweiz anbieten. Konzessionen hat es bereits für die Linien Zürich–Basel–Lugano, St. Gallen–Genf und Chur–Sitten beantragt. Und nächstes Jahr soll, wie Patrick Angehrn, Leiter Linienbusverkehr Schweiz beim Unternehmen, auf Anfrage sagt, auch Zürich–Luzern dazukommen. «Wir sind uns dessen bewusst, dass derzeit diese Strecke noch nicht abgedeckt ist.» Ob der Bus dann jedoch nur zwischen Zürich und Luzern verkehrt oder diese Strecke Teil einer anderen grösseren Strecke wird, sei noch nicht beschlossen. Klar sei aber, dass der Bus in Zug halten soll. «Spätestens Ende 2018 ist geplant, Zug anzufahren», so Angehrn. Bezüglich Haltestelle gebe es keine grossen Anforderungen. «Unsere Busse können sich anpassen. Einfach zentral sollte sie sein.» Zwischenzeitlich sei man vermehrt mit den SBB im Gespräch, was Haltestellen im Bereich der Bahnhöfe betreffe. Dass man sich mit dem Grundeigentümer der Stadt oder eben Privaten einig sei, sei eine Voraussetzung, um dann die entsprechende Konzession zu beantragen.

Flixbus bekam Halteplatz nicht

Auch das deutsche Unternehmen Flixbus hatte schon einmal Interesse an einem Halt in Zug. Damals jedoch für den internationalen Busverkehr. «In Zug stand ein zentraler Halt am Bahnhof zur Debatte, der letztlich doch verweigert wurde», schreibt Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia auf Anfrage. Dieser sollte sich direkt hinter dem Zuger Bahnhof an der Dammstrasse befinden. «Diese Fläche war angedacht und wurde im ersten Schritt auch von den SBB selbst vorgeschlagen, bis dann wohl der Hinweis aus den eigenen Reihen kam, uns nicht zu berücksichtigen.» Doch Flixbus bleibt dran: «Wir hoffen im Sinne der Gäste und Anwohner von Zug, dass hier zu einem späteren Zeitpunkt doch noch ein Fernbushalt genehmigt wird», so Mangiapia. SBB-Sprecher Reto Schärli bestätigt, dass sich der Standort auf SBB-Grund befinde. Vorgeschlagen habe ihn aber die Stadt Zug. «Wir haben den Vorschlag geprüft. Der vorgeschlagene Halteplatz ist jedoch für den Güterumschlag bestimmt und dient auch als Parkplatz für die Rettungsdienste bei medizinischen Notfällen im Bahnhof Zug. Deshalb ist eine andere Nutzung nicht möglich», so Schärli.

Auch Flixbus zeigt nun Interesse an einem nationalen Netz. «Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Markt, das heisst, wir prüfen derzeit, ob hier ein Inlandsnetz für uns in Frage kommt. In diesem Zusammenhang würden wir natürlich auch – wie in allen anderen europäischen Märkten, in denen wir nationale Netze betreiben – mit Partnern vor Ort zusammenarbeiten», so Mangiapia. Bisher fahren die Busse von Flixbus zwar mehrere Städte in der Schweiz hintereinander an, als Passagier darf man jedoch erst im Ausland aussteigen. Wenig Freude an einem möglichen Halt in Zug zeigt der zuständige Regierungsrat Matthias Michel. «Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ist Zug bahnseitig sehr gut in den Nord-Süd-Verkehr eingebunden. Parallel dazu verkehrende Busse sind nicht nötig. Sie würden der Stadt Zug mehr Verkehr im Zentrum bescheren und das gute Bahn­angebot konkurrenzieren», so Michel auf Anfrage.

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