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VERKEHR: Geheimnistuerei um Haltestellen

Zwischen Kriens und Ebikon sollen Busbuchten aufgehoben und neue Haltestellen auf der Fahrbahn geschaffen werden. Um welche Haltestellen es dabei geht, will niemand verraten.
Benno Mattli
Keine Busbucht im Stampfli in Obernau (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Keine Busbucht im Stampfli in Obernau (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Voraussichtlich in der nächsten Kantonsratssession vom 31. März und 1. April werden im Kanton Luzern wichtige verkehrspolitische Weichen gestellt. Dann nämlich behandelt der Kantonsrat den «Planungsbericht über die mittel- und langfristige Entwicklung des Angebots für den öffentlichen Personenverkehr 2014 bis 2017», den so genannten ÖV-Bericht.

SVP und Gewerbe sind erbost

Einer der umstrittenen Punkte im ÖV-Bericht ist die ÖV-Bevorzugung. Konkret: Mittels Busspuren, Lichtsignalanlagen und Haltestellen auf der Fahrbahn soll die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs verbessert werden – insbesondere zwischen Kriens und Ebikon. Vor allem die geplanten Haltestellen auf der Fahrbahn, welche die bisherigen Busbuchten ersetzen sollen, stossen auf Widerstand. So wettert etwa der Krienser SVP-Kantonsrat Daniel Keller, Mitglied der Kommission Verkehr und Bau: «Die geplanten Massnahmen richten sich sehr einseitig gegen den motorisierten Individualverkehr. Diese Benachteiligung wird zu enormem Stau und auch zu Kolonnen führen» (Ausgabe vom 6. März). Auch der Gewerbeverband Kriens ist erbost. In einem Brief an seine Mitglieder schreibt er: «Die sukzessive Verschlechterung des Verkehrsflusses (...) kann vom Gewerbe nicht mehr länger akzeptiert werden» (Ausgabe vom Mittwoch).

Doch wo überhaupt sollen Busbuchten aufgehoben und stattdessen Haltestellen auf der Fahrbahn geschaffen werden? Eine Antwort auf diese Frage findet sich im ÖV-Bericht nicht. Auch der Verkehrsverbund Luzern (VVL), der laut seiner Internetseite «den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern plant und finanziert», liefert auf Anfrage unserer Zeitung keine konkreten Antworten. VVL-Sprecher Christoph Zurflüh sagt lediglich: «Wir haben keine Liste der geplanten Fahrbahnhaltestellen.»

Das mag zwar stimmen, allerdings hat der VVL im Jahr 2012 den so genannten «Bericht RBus» (Rapid-Bus) erarbeitet. Darin zeigt der VVL unter anderem auf, welche der insgesamt 35 Haltestellen zwischen Kriens-Obernau und Ebikon-Hofmatt zu neuen Fahrbahnhaltestellen umgewandelt werden könnten. Die Rede ist von vier Haltestellen: Schappe-Center in Kriens (Fahrtrichtung Luzern), Hofmatt-Bellpark in Kriens (Fahrtrichtung Obernau), Schachenstrasse in Kriens (Fahrtrichtung Obernau), Maihofmatte-Rotsee in Luzern (Fahrtrichtung Obernau). Allerdings handelt es sich dabei lediglich um Vorschläge des VVL. Denn für die Planung und den Bau solcher Fahrbahnhaltestellen ist der Strasseneigentümer, in diesem Falle also der Kanton, zuständig. Inwieweit die zuständige kantonale Dienststelle Verkehr und Infrastruktur die Vorschläge des VVL übernehmen wird, ist offen.

1 Million Franken projektiert

Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, kann zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht sagen, wo Busbuchten aufgehoben und Fahrbahnhaltestellen geschaffen werden sollen. Er verweist auf das Bauprogramm 2015 bis 2018 für die Kantonsstrassen, das im Herbst in den Kantonsrat kommt. Darin finden sich allerdings ebenfalls keine Antworten. Definiert sind lediglich Strassenabschnitte und allgemeine Massnahmen. So heisst es zum Beispiel: «Kriens/Ebikon, Optimierung Gesamtverkehrssystem für RBus (z. B. Bevorzugungen, Fahrbahnhaltestellen als Pulkführer)». Die Kosten dafür werden auf 1 Million Franken veranschlagt.

Planung liegt noch nicht vor

Die Planung für das Projekt beginnt laut Hofstetter erst, nachdem es vom Kantonsrat ins Bauprogramm 2015 bis 2018 aufgenommen worden ist. «Dann werden Massnahmen für die Förderung des öffentlichen Verkehrs – wie zum Beispiel Busbevorzugung an Lichtsignalanlagen, Busspuren, Fahrbahnhaltestellen oder Busbuchten – erarbeitet.» Die Projekte werden danach öffentlich aufgelegt.

Ein solches Projekt liegt seit Mittwoch bei der Gemeinde Kriens auf. Dieses sieht auf der Obernauerstrasse vom Zentrum Kriens bis zur Einmündung Hergiswaldstrasse die Förderung des öffentlichen Verkehrs, Radverkehrsanlagen und die Sanierung der Strasse vor. Unter anderem sind hier drei Fahrbahnhaltestellen anstelle der bisherigen Busbuchten geplant, und zwar beim Schappe-Center in Fahrtrichtung Luzern, wie es der VVL vorgeschlagen hat, und bei der Pulvermühle in beide Fahrtrichtungen. Das Projekt liegt noch bis Ende März auf.

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