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VERKEHR: Hier warten Autos künftig länger

Zählungen zeigen, dass ein bedeutender Teil des Stadtverkehrs aus den Quartieren stammt. Dieser soll künftig nur noch tröpfchenweise auf die Hauptverkehrsachsen gelassen werden.
Dominik Weingartner
An diesen Einmündungen aus Quartierstrassen sollen Ampeln aufgestellt werden (von oben links im Uhrzeigersinn): Kaspar-Kopp-Strasse in Luzernerstrasse, Kanonenstrasse in Bernstrasse, Gesegnetmattstrasse in Haldenstrasse und Wesemlinstrasse in Zürichstrasse. (Bilder Nadia Schärli)

An diesen Einmündungen aus Quartierstrassen sollen Ampeln aufgestellt werden (von oben links im Uhrzeigersinn): Kaspar-Kopp-Strasse in Luzernerstrasse, Kanonenstrasse in Bernstrasse, Gesegnetmattstrasse in Haldenstrasse und Wesemlinstrasse in Zürichstrasse. (Bilder Nadia Schärli)

Mit neuen Ampeln soll der Verkehr in der Innenstadt zu den Stosszeiten geregelt und dosiert werden. Das sieht das neue «Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern» vor (Ausgabe von gestern). Im Fokus sind die Zufahrten auf die Hauptverkehrsachsen von Quartierstrassen und Parkhäusern aus. Neue Ampeln sollen dort die Wartezeit verlängern, damit der Verkehr auf der Hauptachse flüssiger vorwärtskommt. Der Autoverkehr soll damit während der Stosszeiten um 5 Prozent reduziert werden.

Verkehr wird laufend gemessen

Die Ampeln reagieren dynamisch auf das tatsächliche Verkehrsaufkommen in der Stadt. «Die Ampeln werden an den Zentralrechner angeschlossen», erklärt Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern. Dieser Rechner steuert alle Ampeln in der Stadt. Über Induktionsschlaufen im Boden kann gemessen werden, wo wie viele Autos durchfahren. Die Wartezeit an den Zufahrtstellen wird desto länger, je mehr Verkehr sich auf der Hauptachse befindet.

Haldenstrasse untersucht

Doch reicht es, die Zufahrten von Quartierstrassen zu dosieren, um den Verkehr auf den Hauptachsen um 5 Prozent zu senken? Roland Koch ist davon überzeugt. Er nennt als Beispiel die Haldenstrasse. Hier hat das Tiefbauamt im Sommer 2014 eine Untersuchung durchgeführt. Und zwar wurde auf dem rund 1 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Lichtsignalen Dietschiberg und Musikpavillon (Luzernerhof) der Verkehr gezählt. Die Zählung zeigte, dass 45 Prozent der Fahrzeuge, die die Zählstelle Luzernerhof passierten, erst kurz zuvor auf die Haldenstrasse gelangt sind. Sie kamen etwa je hälftig von den beiden Parkhäusern Casino und National sowie von den Quartier­strassen Gsegnetmattstrasse und Brunnhalde. Die restlichen 55 Prozent waren Durchgangsverkehr, etwa aus Richtung Meggen oder Verkehrshaus.

Die Schlussfolgerung der Verkehrsplaner: Mit der Eindämmung der Zufahrtsmöglichkeiten auf die Haldenstrasse kann der Autoverkehr auf dieser Hauptachse deutlich reduziert werden. Deshalb sieht das Gesamtverkehrskonzept vor, dass bei den Einfahrten von der Gesegnetmattstrasse und der Brunnhalde Lichtsignalanlagen aufgestellt werden, die den Verkehr aus dem Quartier in den Stosszeiten zurückhalten. Das Gleiche ist bei den beiden Parkhäusern geplant. «Wir wollen die Zufahrten auf die Hauptachse lückenlos mit Ampeln versehen», so Roland Koch. Dies als Ergänzung zu den bereits bestehenden Dosieranlagen auf den Hauptachsen selber. Bei diesen Ampeln ist es heute schon so, dass sie auf das Verkehrsaufkommen reagieren. Das heisst, dass auch hier die Rotphasen zu den Stosszeiten länger sind. «Die Wartezeiten sollen sich an diesen Anlagen mit dem neuen Gesamtverkehrskonzept nicht verlängern», so Koch. Die Reduktion des Autoverkehrs soll ausschliesslich mit der Regulierung der Zufahrten zu den Hauptstrassen gelingen.

Die Agglo kommt später dran

Auffallend am Gesamtverkehrskonzept ist, dass sich die Massnahmen fast ausschliesslich auf Stadtluzerner Boden befinden. «Es wurde ein Projektperimeter festgelegt, und dieser ist auf die Stadt fokussiert», erklärt Roland Koch. Ein grosser Teil des Verkehrs zwischen den Agglomerationsgemeinden fliesse durch die Stadt, hier seien die Probleme am grössten. Das Dosierungssystem, wie es jetzt in der Stadt Luzern umgesetzt werden soll, könnte dereinst aber auch in den Agglomerationsgemeinden zum Einsatz kommen. Allen voran in den Entwicklungsschwerpunkten Luzern Süd (Kriens/Horw), Luzern Nord (Emmen) und Luzern Ost (Ebikon), wo heute schon ein beachtliches Verkehrsaufkommen herrscht. Roland Koch sieht das Konzept der Stadt Luzern als Pilotprojekt. Er ist überzeugt: «Das Modell, das wir in der Stadt anwenden werden, wird auch in den Agglomerationsgemeinden zum Thema werden.» Die Probleme seien dort jedoch heute noch nicht so akut wie Luzern.

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