VERKEHR: Kanton Luzern steht hinter Autobahnumfahrung

Im Grundsatz steht der Kanton Luzern hinter dem 1,6 Milliarden Franken teuren Bypass zwischen Rotsee und Kriens. Aufgrund von Stellungsnahmen wird der geplante A2-Zubringer in der Stadt Luzern (Spange Nord) überarbeitet.

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Herzstück des geplanten Bypass ist ein neuer Tunnel. (Bild: Grafik: web, Oliver Marx, Janina Noser)

Herzstück des geplanten Bypass ist ein neuer Tunnel. (Bild: Grafik: web, Oliver Marx, Janina Noser)

Herzstück des 1,6 Milliarden Franken teuren, vom Bund finanzierte Projekt ist ein 4 Kilometer langer Autobahntunnel zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Sonnenberg-Südportal. Der jetzige Autobahnabschnitt wird zur Stadtautobahn – und vom Durchgangsverkehr entlastet.

Der Kanton Luzern hat dem Bundesamt für Strassen (Astra) eine positive Stellungnahme zum Bypass abgegeben, wie er am Freitag mitteilt. Die Forderung der Gemeinde Kriens nach einer grossflächigen Überdeckung der Autobahn zwischen dem Sonnenberg und dem Tunnel Schlund nimmt der Kanton Luzern ernst. Das Astra nimmt nun vertieft Abklärungen vor.

Spange Nord wird überarbeitet

Der Kanton Luzern hat auch zum Projekt Spange Nord positive Rückmeldungen erhalten. Rund 150 Millionen Franken soll der neue Strassenabschnitt kosten. Er führt vom Luzerner Schlossberg über die Friedentalstrasse, wobei der Friedhof mit einem rund 150 Meter langen Tunnel umfahren wird. Weiter gelangt die neue Strasse über die Reuss in das Gebiet Fluhmühle. Dafür ist eine neue Brücke nötig.

Die Stadt Luzern als Standortgemeinde fordert vor dem Hintergrund des starken Eingriffs in den Lebensraum der Bevölkerung, die Massnahmen «stadtverträglich und zukunftstauglich» auszugestalten, um die Lebensqualität in den betroffenen Quartieren nicht zu beeinträchtigen. Diese Hinweise werden soweit als möglich berücksichtigt.

Der Kanton Luzern hat sich entschieden, das Vorprojekt zur Spange Nord und den Massnahmen für den öffentlichen Verkehr aufgrund der Stellungnahmen in gewissen Punkten zu überarbeiten und zu vertiefen. Es soll ein Mittelweg zwischen Funktion, Stadtverträglichkeit, Kosten und Machbarkeit gefunden werden. Diese Projektierungsarbeiten sollen Ende 2015 abgeschlossen werden.

Der Bypass ist auch Sicht des Kantons Luzern notwendig, weil die A2 und A14 im Raum Luzern an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. 92'000 Fahrzeuge passieren täglich den Reussporttunnel. Bis 2020 werden es 100'000 und bis 2030 über 110'000 Fahrzeuge sein. Mit dem aktuellen Verkehrssystem lässt sich diese Zunahme nicht bewältigen.

pd/rem

Hinweis: Die Stellungsnahme des Kantons im Detail »

Die Grafik zeigt, wie die Spange Nord geplant ist. (Bild: Quelle: Kanton Luzern, Verkehr und Infrastruktur / Grafik: jn/ls)

Die Grafik zeigt, wie die Spange Nord geplant ist. (Bild: Quelle: Kanton Luzern, Verkehr und Infrastruktur / Grafik: jn/ls)

So könnte die Brücke bei der Fluhmühle über die Reuss aussehen. (Bild: PD)

So könnte die Brücke bei der Fluhmühle über die Reuss aussehen. (Bild: PD)