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VERKEHR: Luzern – eine unerreichbare Stadt?

Am Montag diskutierten Politiker und Wirtschaftsvertreter am TCS-Podium über die Verkehrsprobleme rund um die Stadt Luzern. Kritik hagelte es vor allem von einem Politiker aus der Agglomeration.
Gabriela Jordan
Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Wie attraktiv ist eine Stadt, die nicht erreichbar ist? Mit dieser provokativen Frage lud die TCS-Sektion Waldstätte am Montagabend zur siebten von ihr organisierten Verkehrskonferenz in der Messe Luzern ein. Hauptredner Thomas Schmid, Verkehrs- und Transportberater bei Rapp Trans AG, rief den über hundert Zuhörern zu Beginn deshalb gleich einige Vorfälle in Erinnerung, welche die «instabile Verkehrssituation im Knoten Luzern» aufzeigen: So führten der Bahnausfall durch die Zugentgleisung im März wie auch die Sanierung der Seebrücke zu «Stresssituationen» für die Verkehrsteilnehmer in Luzern.

Grundsätzlich, relativierte Schmid sogleich, sei Luzern im Städtevergleich nicht schlecht erreichbar. Und dies sei für die Standortqualität einer Stadt ein sehr wichtiger Faktor. Schmid verwies auf eine Studie, welche die Erreichbarkeit des Bahnhofgebiets Luzern in Vergleich zu den Städten Lausanne, Winterthur, St. Gallen und Lugano setzt. Bei vielen Kriterien rangiert dort Luzern an erster Stelle, so bei der Anzahl Parkplätze für Velos und Cars oder bei der Nähe zum nächsten Autobahnanschluss.

«Allerdings», führte Schmid aus, «ist der Städtevergleich nur bedingt nützlich, um einen Handlungsbedarf daraus zu schliessen.» Wichtiger sei die Alltagserfahrung. Und die zeige, dass die kleinste Störung zum Zusammenbruch führe, so wie es häufig während der Hauptverkehrszeiten der Fall sei. Speziell an Luzern sei gegenüber den anderen Städten nämlich die Lage am Wasser: «Alle Verkehrsströme in Luzern müssen über das Gefängnis Seebrücke geführt werden.»

Wachstum dank Verlagerung auf ÖV

Beim anschliessenden Podium warf Moderator Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung» die Frage auf, ob die Stadt Luzern zu Stosszeiten denn nur per Velo oder zu Fuss erreichbar sei. Damit verwies er auch auf die städtische Mobilitätsstrategie, die den Langsamverkehr fördern will. Stadtpräsident Beat Züsli (SP) antwortete: «Die Stadt will sich nicht abschotten. Wir finden aber, dass das Verkehrswachstum im öffentlichen und im Langsamverkehr passieren muss.» In dieser Hinsicht sei es sehr erfreulich, dass die Verkehrszahlen auf der Seebrücke in den letzten Jahren gesunken, die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt Luzern aber gleichzeitig gestiegen seien.

Während beim Podium René Kamer, VR-Vizepräsident von Luzern Tourismus und Geschäftsführer von RailAway, der Stadt für ihre Erreichbarkeit kein schlechtes Zeugnis ausstellte, kamen von Urs Dickerhof kritischere Worte. Der Kantonsrat und Emmer Gemeinderat (SVP) sagte: «Die Stadt denkt nicht regional, sondern egoistisch. Mit ihrer Verdrängungspolitik schafft sie Probleme in der Agglomeration. Hier versaufen wir im Verkehr.» Dickerhof meinte damit etwa die bisher schlecht funktionierende Park-and-Ride-Strategie. Züsli räumte ein, dass diese bisher nicht funktioniert habe.

Regierungsrat Robert Küng (FDP) sprach daraufhin den geplanten Durchgangsbahnhof an: «Bahntechnisch bewegen wir uns auf einer Infrastruktur, die wir vor über hundert Jahren erfunden haben. Das ist nicht mehr tragbar.» Auf die spätere Frage aus dem Publikum, ob der Durchgangsbahnhof denn nicht mit sehr viel Wunschdenken verbunden sei, sagte Robert Küng: «Nein. Ich gehe davon aus, dass wir beim nächsten Bahnausbauschritt dabei sein werden.»

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