VERKEHR: Luzern will internationale Anbindung mit Fernbusterminal fördern

Der private und öffentliche Verkehr im Raum Luzern solle ab 2019 mit Investitionen in Milliardenhöhe weiter ausgebaut werden. Der Kanton hat die Vorschläge für das dritte Agglomerationsprogramm auf den Tisch gelegt. Neu planen die Behörden einen Fernbus-Terminal.

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Busse parkieren auf dem Inseli. (Archivbild / Neue LZ)

Busse parkieren auf dem Inseli. (Archivbild / Neue LZ)

Die Förderung der internationalen Anbindung mit Bussen könne kurz- bis mittelfristig eine Entlastung der Bahn und der Strassen mit sich bringen, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Unterlagen zum dritten Luzerner Agglomerationsprogramm.

Eine Arbeitsgruppe soll ab 2019 unter der Führung des Kantons und der Stadt Luzern mit möglichen Standortgemeinden und dem Verkehrsverbund einen Standort für einen offiziellen Fernbusterminal suchen. Die Kosten für das Projekt werden im Programm auf drei Millionen Franken geschätzt.

Die internationale Anbindung mit Bussen solle gefördert werden, da die Bahn teilweise nicht rentabel betrieben oder wegen Infrastrukturengpässen erst sehr langfristig zusätzliche Züge führen könne, begründet der Kanton die Massnahme.

Fernbusse auch im Inland

Zudem soll nach dem Willen der Luzerner Behörden das Bundesamt für Verkehr eine allfällige Öffnung von Inlandfernbusdestinationen prüfen. Diese sind derzeit nicht erlaubt.

Busse könnten auf längeren Inlanddistanzen den öffentlichen Verkehr auch stärken. Dies zeigten in Luzern existierende Beispiele wie der Tellbus zwischen Luzern und Altdorf über die Autobahn A2 oder die Busfrühkurse Flugbus von Luzern zum Flughafen Zürich.

Luzern wird von rund 60 (Stand: 2014) Fernbus-Linien bedient. Mehrheitlich führen diese Richtung Italien und zum Balkan. Die in den Konzessionen meistgenannte Luzerner Fernbushaltestelle ist die Raststätte in Neuenkirch an der Autobahn A2.

Ausbaupläne in Milliardenhöhe

Das dritte Agglomerationsprogamm enthält kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen ab 2019 für die weitere Siedlungsentwicklung und den Verkehr. Es baut auf den beiden Vorgängerprogrammen auf.

Auf Massnahmen des Gesamtverkehrs entfallen insgesamt rund 62 Mio. Franken. Im Bereich öffentlicher Verkehr sollen rund 875 Mio. Franken investiert werden, beim motorisierten Individualverkehr rund 693 Mio. Franken. Für den Langsamverkehr sind Massnahmen für rund 111 Mio. Franken vorgesehen.

Voraussetzung für viele Verkehrsprojekt sind allerdings der für 2,4 Milliarden Franken geplante Durchgangs-Tiefbahnhof und die neue Autobahnumfahrung der Stadt (Bypass) für 1,6 Milliarden Franken.

Zum Massnahmenpaket ab 2019 zählen etwa ein Ausbau der S-Bahn und ihrer Bahnhöfe in der Region sowie Busanschlüsse, Buspriorisierungen und ein neues VBL-Depot. In der Stadt soll der Verkehr auf der Bundes- und der Obergrundstrasse verbessert werden. Zudem sind neue Velostationen in der Altstadt und beim Bahnhof geplant sowie in der Agglomeration neue respektive ausgebaute Bike-und-Ride-Anlagen.

Der Entwurf des Agglomerationsprogramms wurde vom Kanton unter der Co-Federführung des Regionalplanungsverbands Luzern Plus und des Verkehrsverbundes erarbeitet. Er steht ab dem 7. März 2016 während 60 Tagen zur Mitwirkung offen. Spätestens Ende Dezember 2016 soll das Programm bei Bund zur Prüfung für eine Mitfinanzierung eingereicht werden. (sda)