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Der berühmte «Mann mit Hut» auf den Fussgängerstreifen-Schildern soll weiblichen Zuwachs erhalten. Das fordert das Parlament in der Stadt Luzern. Doch der Stadtrat denkt nicht daran, neue Schilder zu drucken.
«Vielfältige Bevölkerung der Stadt Luzern sichtbar machen»: So übertitelte die SP ihr Postulat, das am Donnerstag im Luzerner Stadtparlament überwiesen wurde. Damit wird der Stadtrat aufgefordert, eine Idee aus Genf zu prüfen. Dort werden die Hinweisschilder für Fussgängerstreifen seit einiger Zeit unter anderem mit Frauen bestückt, darunter auch Schwangere oder homosexuelle Paare.
Die SP begründet ihre Forderung damit, dass das Fussgängerstreifen-Schild als eines der wenigen Verkehrsschilder explizit einen Mann zeigt. Die Öffentlichkeit sei noch immer stark männlich geprägt, kritisiert die Fraktion. Das gelte es zu ändern. Ausserdem handle es sich nicht im eigentlichen Sinne um ein Verkehrssignal, sondern bloss um ein Hinweisschild, das man durchaus vielfältiger gestalten könne.
Das sieht der Luzerner Stadtrat völlig anders. Die Stadt habe nicht die Kompetenz, Verkehrsschilder zu verändern, da diese national einheitlich gestaltet seien. «Und auch das Stadtparlament kann nicht einfach Bundesrecht ausser Kraft setzen», sagt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne). Natürlich sei auch der Stadtrat für mehr Gleichstellung. «Doch es gibt andere, bessere Wege dazu», so Borgula. Er liess gleichzeitig durchblicken, dass der Stadtrat die Forderungen des Postulats zwar pflichtgemäss prüfen, aber wohl kaum umsetzen wird.