Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Verkehr: Luzerner Stadtrat stellt Forderungen an Kriens und Horw

Die Stadt Luzern will, dass Kriens und Horw die Zahl der Parkplätze bei Neubauten beschränken. Andernfalls drohe der Verkehrskollaps in der ganzen Region. Bei näherem Hinsehen zeigt sich: Die bestehenden Regeln funktionieren ganz gut.
Robert Knobel
Der Kreisel Mattenhof ist das verkehrsmässige Herz von Luzern Süd. Ein Ausbau der Strassenkapazität ist hier nicht vorgesehen. (Bild: Boris Bürgisser, 15. Januar 2019)

Der Kreisel Mattenhof ist das verkehrsmässige Herz von Luzern Süd. Ein Ausbau der Strassenkapazität ist hier nicht vorgesehen. (Bild: Boris Bürgisser, 15. Januar 2019)

Die Bautätigkeit in Luzern Süd ist ungebrochen: Letztes Jahr wurden die ersten von 600 Wohnungen im Schweighof bezogen, die Überbauung Mattenhof inklusive Hotel folgt in den nächsten Monaten – und kürzlich haben die Investoren ihre Pläne für weitere 500 Wohnungen auf dem Nidfeld-Areal vorgestellt. Kein Wunder wird in Luzern Süd mit einem massiven Mobilitätswachstum gerechnet. Da keine neuen Strassen gebaut werden, soll dieses Wachstum möglichst abseits des Autoverkehrs stattfinden.

Das Verkehrskonzept Luzern Süd sieht daher vor, das Mobilitätsverhalten mit einer Begrenzung der Parkplätze zu steuern. Als Vorbild gilt dabei das Modell der Stadt Luzern: Bei neuen Bauvorhaben soll sich die Parkplatzzahl nach der Lage richten: Je besser per ÖV erschlossen, desto weniger Parkplätze soll es geben. Eigentlich war vorgesehen, dass auch Kriens und Horw ihre Parkplatzkonzepte entsprechend dem Vorbild der Stadt anpassen. Doch in Kriens machte 2017 das Stimmvolk diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, und in Horw scheiterte eine Revision des Parkplatzreglements schon im Einwohnerrat.

Manuela Jost: «Wir erwarten, dass sie das Verkehrskonzept umsetzen»

Nun macht die Stadt Luzern Druck auf die beiden Nachbargemeinden: «Die Angleichung der Parkplatzreglemente ist ein zentraler Aspekt des Grundkonzepts Verkehr für Luzern Süd. Wir erwarten von unseren Partnergemeinden, dass sie das auch umsetzen», sagt Manuela Jost (GLP), Baudirektorin der Stadt Luzern. Andernfalls, so die Befürchtung der Stadt, wird der Verkehr aufgrund der geplanten Siedlungsentwicklung in Luzern Süd zu stark und unkontrolliert wachsen – was sich bis in die Innenstadt negativ auswirken könnte.

Kritik übt Manuela Jost auch bezüglich dem Verkehrs-Monitoring, einem weiteren zentralen Punkt aus dem Grundkonzept Verkehr Luzern Süd. Konkret soll die Verkehrsentwicklung überwacht und bei Bedarf mit Massnahmen in die gewünschten Bahnen gelenkt werden. Kriens und Horw würden diese Aufgabe aber nur ungenügend wahrnehmen, sagt Jost. Tatsächlich überschreitet beispielsweise der Pilatusmarkt sein jährliches Kontingent von 3 Millionen Autofahrten. Obwohl dies eigentlich Gegenmassnahmen erfordern würde, bleibt die Überschreitung bisher ohne Konsequenzen.

Bei Grossprojekten gilt heute schon eine Parkplatzreduktion

Die Forderungen der Stadt Luzern sind in einem Bericht ans Stadtparlament festgehalten. Dieser bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung im Raum Luzern Süd – in einem nächsten Schritt sollen sich die drei beteiligten Gemeinden auf einen regionalen Teilrichtplan einigen. Letztlich liegt es natürlich in der Kompetenz der Gemeinden, ob sie auf die Forderungen der Stadt eingehen wollen oder nicht. Zudem relativieren sich die Forderungen insofern, als die kommunalen Parkplatzreglemente bei den meisten Grossüberbauungen in Luzern Süd gar nicht zur Anwendung kommen. So verfügen etwa der Mattenhof oder die Nidfeld-Überbauung über separate Mobilitätskonzepte, in denen eine Beschränkung der Parkplatzzahl bereits vorgesehen ist. Für Manuela Jost geht es aber ums Prinzip der Verlagerung des Modal Splits zugunsten des ÖV und des Fuss- und Veloverkehrs im gesamten Gebiet Luzern Süd: Kriens und Horw sollen auf ihrem Gemeindegebiet zurückhaltend umgehen mit neuen Parkplätzen. Nur so könnten die von allen drei Gemeinden gemeinsam verabschiedeten verkehrspolitischen Ziele erreicht werden.

Was sagt man in Kriens und Horw zur Kritik aus Luzern? Der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) sagt, man müsse natürlich den Volksentscheid von 2017 respektieren. «Das heisst aber nicht, dass wir untätig bleiben. Wir werden noch in dieser Legislatur einen neuen Vorschlag für ein neues Parkplatzreglement präsentieren, der die damaligen Kritikpunkte aufnimmt.»

Horw setzt auf Freiwilligkeit – und es funktioniert

In Horw, sagt Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP), stehe eine Anpassung des Parkplatzreglements nicht zuoberst auf der Pendenzenliste. Bei den Grossprojekten rund um den Horwer Bahnhof werde die Mobilität ohnehin durch ein Fahrtenmodell und Mobilitätskonzepte gesteuert. Zusätzlich limitiert der schwierige Baugrund die Parkplatzerstellung. «Investoren bevorzugen es in der Regel, Ersatzabgaben zu leisten, statt Parkplätze zu bauen. Mit diesen Abgaben fördert dann die Gemeinde unter anderem die alternative Mobilität», so Zemp

Gemeinsame Schulhäuser für Luzern Süd?

Der Luzerner Stadtrat äussert sich auch zu weiteren Aspekten der Entwicklung in Luzern Süd. Insbesondere zur baulichen, denn die Stadt Luzern besitzt in Luzern Süd mehrere Grundstücke. Dazu gehören auch grosse Landflächen wie die Wiese neben dem Pilatusmarkt oder das Familiengartenareal Grabenhof. Insbesondere letzteres Grundstück würde sich aufgrund seiner Lage für einen neuen Schulhaus-Standort eignen. Die Stadt Kriens plant bekanntlich ein neues Schulhaus in Luzern Süd, besitzt dort selber aber keine Grundstücke. Der Luzerner Stadtrat schreibt, er sei grundsätzlich offen für ein solches Vorhaben auf einem Stadtluzerner Grundstück. Dies umsomehr, als die drei Gemeinden Luzern, Kriens und Horw mittelfristig auch ihre Schulraumplanung in Luzern Süd miteinander abstimmen wollen. Am Ende würde dies bedeuten, dass Kinder jeweils im nächst gelegenen Schulhaus zur Schule gehen – selbst wenn dieses auf «fremdem» Gemeindegebiet liegt.

Möglicher Schulhaus-Standort in Luzern Süd:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.