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VERKEHR: Luzerner Stadtregierung lehnt Metro nach wie vor ab

Auch drei Jahre nach der Evaluation eines Parkhausprojekts inklusive Metro in die Stadt Luzern anerkennt die Regierung die damals ermittelten Chancen. Diese vermögen aber die gravierenden Nachteile und Risiken nicht aufzuwiegen.
So haben sich die Initianten der Metro ihr Gefährt vorgestellt. (Bild: Visualisierung PD)

So haben sich die Initianten der Metro ihr Gefährt vorgestellt. (Bild: Visualisierung PD)

Die Einschätzungen aus dem Jahr 2014 hätten für den Stadtrat nach wie vor Gültigkeit, heisst es in der Antwort auf eine Interpellation, die am Freitag veröffentlicht wurde. Eingereicht hatte den Vorstoss unter dem Titel "Chancen der Idee 'Metro mit Parkhaus Reussegg'" die GLP-Fraktion.

Das 2013 von Privaten initiierte Metro-Projekt sieht im Gebiet Ibach/Reussegg zwei Parkhäuser für 2500 Autos und 80 Cars sowie eine Metro von dort zum Schwanenplatz vor. Ein Jahr später legten ebenfalls Private die Idee vor, im Musegghügel ein Parkhaus für 670 Autos und 30 Cars zu bauen. Von dort sollte eine unterirdische Passage in die Altstadt führen.

Letzteres favorisierte die Regierung damals, nachdem sie Chancen und Risiken der beiden Ansätze gegenübergestellt hatte. So seien etwa für das Parkhaus Reussegg kompliziertere Bewilligungsverfahren nötig und die umweltrechtlichen Risiken höher. Die Kosten wären mit 400 Millionen Franken gegenüber 150 Millionen Franken für das Parkhaus im Musegghügel mehr als doppelt so hoch.

Postulat abgelehnt

Weil das Parkhaus Reussegg auf Gemeindegebiet Ebikon liegen würde, wollten die Interpellanten zudem wissen, ob das Mobilitätsreglement der Stadt Luzern überhaupt zur Anwendung käme. Dieses sieht vor, dass Parkplätze im Stadtgebiet kompensiert werden müssen. Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, ohne einen Abbau von Parkplätzen in der Innenstadt funktioniere ein Projekt Metro/Reussegg betriebswirtschaftlich nicht.

Die Interpellation führte verschiedene Chancen des Projektes auf, zu denen die Regierung Stellung nahm. So befürchtet der Stadtrat etwa, dass ein Parkhaus Reussegg zu mehr Verkehr im Umland der Stadt führen könnte, wenn dieses als Park-Ride-Angebot interpretiert würde.

Auch wäre die Metro mangelhaft ans ÖV-Netz angebunden. Für eine Metroentwicklung für weitere Agglomerationszentren wie Kriens, Emmen und Littau erachtet der Stadtrat das Gebiet rund um Luzern als deutlich zu klein. Ein Postulat einer Öko-Allianz, das Ideen für neue ÖV-Projekte prüfen lassen wollte, etwa in Form einer Metro, lehnt der Stadtrat als nicht realistisch ab. Es gelte, das bestehende System gezielt zu verbessern und zu erweitern.

Aus auch für Parkhaus Musegg

Anfang September entzog der Stadtrat auch dem Projekt Musegg Parking seine Unterstützung. Er werde aufzeigen, dass es dieses für die Aufwertung der Innenstadt nicht brauche.

Zur Lösung des Car-Problems in der Stadt Luzern hatten zuletzt Ende August erneut Private eine dritte Idee vorgestellt. Diese sieht ein Parking unter dem Schweizerhofquai für 240 Autos und 40 Cars vor. Es dürfte 120 Millionen Franken kosten. (sda)

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