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VERKEHR: Mall of Switerland: «Der Stau ist eine absolute Katastrophe»

René Gessler hatte Recht. Leider, aus seiner Sicht: «Ich habe es von Anfang an gesagt, und jetzt sehen wir, was passiert. Es ist eine Katastrophe.» Gessler, 57 Jahre alt, wohnt zusammen mit seiner Frau im Fildern-Quartier in Ebikon, nahe der Kantonsstrasse – und direkt vis-à-vis der Mall of Switzerland. Gepflegte Vorgärten, Tempo-30-Zone, wenig Verkehr. Jedenfalls war das bis jetzt so. Doch an den letzten beiden Samstagen rollten so viele Autos wie selten zuvor durch die Strassen der Siedlung. Für Gessler ist klar, weshalb: «Die Leute suchen Parkplätze, weil sie in die Mall wollen. Deshalb fahren sie immer wieder durchs Quartier», erzählt Gessler. Manche von ihnen stellten ihre Autos auf Plätzen ab, die für die Anwohner reserviert sind: «Den Leuten ist das egal. Man sollte doch annehmen, sie wissen, was die gelben Linien bedeuten», so Gessler. Das gleiche Problem hat auch Silvia Jauch, die wenige Häuser entfernt wohnt. «Am Samstag musste ich immer wieder Mall-Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie hier nicht parkieren dürfen.» Zwar habe das funktioniert, allerdings nicht sehr lange: «Einmal bin ich weggefahren, und als ich wieder zurückkam, war mein Platz besetzt.»

Laut Gessler ist das noch nicht alles: Die Ampelanlage an der Kreuzung zwischen Quartier- und Kantonsstrasse sorge für grosse Probleme: «Die Grünphasen sind sehr kurz eingestellt. Dadurch staut sich der Verkehr.»

Mall-Betreiber sprechen von Ausnahmesituation

Die Anwohner haben nicht grundsätzlich etwas gegen die Mall, die Verkehrssituation schlägt ihnen aber aufs Gemüt. Was sagen die Mall-Betreiber zu den Vorwürfen? «Wir sind uns bewusst, dass die Anwohner nicht nur Freude an der jetzigen Situation haben», sagt Mall-Direktor Jan Wengeler. Die Verantwortlichen stünden im Kontakt mit den Quartiervereinen, beobachteten die Situation und seien offen für Vorschläge. Weiter sagt Wengeler: «Wir müssen uns auch bewusst sein, dass das Kundenaufkommen direkt nach der Eröffnung und in der Vorweihnachtszeit grösser ist, als dies üblicherweise der Fall sein wird.»

Doch der Verkehr rund um die Mall stört nicht nur die Bewohner des Fildern-Quartiers. Weite Teile des Rontals ächzen unter dem Stau. Am letzten Samstag waren zwei Verkehrsknoten besonders betroffen: die Autobahnausfahrt in Buchrain und die Parkhausausfahrt der Mall. Weshalb? Zum Rückstau auf der Autobahn kam es gemäss Astra wegen der generellen Überlastung der dortigen Strassen. Das Problem direkt bei der Mall wiederum entstand, weil alle Autos bei der Ausfahrt eine Rotlichtanlage passieren müssen. Diese ist gemäss Wengeler zu Ungunsten der Kunden eingestellt (Ausgabe vom Sonntag). Für den Direktor kommt daher eine Justierung der Anlage bei Spitzenbelastungen in Frage. Ob die zuständigen Stellen beim Kanton darauf eingehen? Nach einem längeren Monitoring werden man gegebenenfalls entsprechende Massnahmen ergreifen, heisst es aus dem Baudepartement. Derweil setzt die Mall noch auf eine weitere Strategie: «Wir werden nicht nachlassen, die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Velo zu bewerben.» Auch Hans-Peter Bienz, Gemeinderat in Ebikon, ist sich der angespannten Lage bewusst: «Dass der Verkehr zugenommen hat, ist klar. Bevor jedoch Massnahmen ergriffen werden, müssen wir den ersten Ansturm und die Weihnachtstage abwarten und dann Bilanz ziehen.»

Eine schnelle Lösung wünscht sich dagegen Anwohnerin Silvia Jauch: «Es macht ja keinen Spass, Polizistin spielen zu müssen.»

Kilian Küttel und Chiara Stäheli

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