Verkehr
Malters lässt Muskeln spielen und verhängt für die Bewohner des Littauerbergs ein Fahrverbot

Der Littauerberg ist zurzeit von der Stadt Luzern abgeschnitten. Doch auch die Umleitung über Malters ist für die Bewohner des Littauerbergs nicht mehr möglich.

Robert Knobel
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Seit einem Unwetter im vergangenen Sommer sind die beiden Haupt-Zufahrtstrecken zum Littauerberg unterbrochen. Bei der westlichen Bergstrasse haben die Sanierungsarbeiten im November begonnen – im April 2021 soll die Strasse wieder geöffnet werden. Die östliche Bergstrasse soll bis zum Sommer wieder befahrbar sein.

Für die Bewohner des Littauerbergs ist dies in mehrfacher Hinsicht ärgerlich: Nicht nur sind sie seit Sommer von der Verbindung nach Littau abgeschnitten, auch auf die anfänglich von der Stadt kommunizierten Umfahrungsmöglichkeiten (siehe Grafik unten) müssen sie verzichten. Die Gemeinde Malters hat nämlich – aus Angst vor Umwegverkehr – im Oktober kurzfristig ein Fahrverbot für die Strasse Malters-Littauerberg (über Krattenbach-Spahau) erlassen. Nun bleibt den Bewohnern nur noch der Weg über den Seetalplatz in Emmenbrücke.

Verhandlungen zwischen Stadtrat und Gemeinderat Malters haben zumindest einen kleinen Erfolg gezeigt: Der Schulbus ist neu vom Fahrverbot ausgenommen. Was hingegen die Bewohner des Littauerbergs betrifft, so ist die Stadt mit ihrem Gesuch um eine Ausnahmebewilligung in Malters abgeblitzt.

Mit 80 km/h mitten durch die Bauernhöfe

Grossstadträtin Agnes Keller (CVP) wohnt selber auf dem Littauerberg. Sie ärgert sich über die monatelange Sperrung der Strassen. Das Fahrverbot nach Malters habe das «Fass zum Überlaufen gebracht», sagt sie. Da müsse die Stadt rasch zusammen mit Malters eine Lösung finden. Handlungsbedarf gebe es auch beim Tempolimit auf dem Littauerberg. «Die Strassen führen teilweise mitten durch die Höfe hindurch. Dass die Autos dort mit 80 km/h durchfahren, ist einfach unzumutbar.»

Agnes Keller hatte mit einem dringlichen Postulat gefordert, die beiden Bergstrassen möglichst schnell wieder zu öffnen. Doch von einer provisorischen Inbetriebnahme will der Stadtrat nichts wissen. Ein geologisches Gutachten habe gezeigt, dass dies zu gefährlich wäre. Teile der Strasse könnten jederzeit abrutschen. Nur ein vollständiger Neubau der westlichen und eine Sanierung der östlichen Bergstrasse können die Sicherheit der Autofahrer garantieren.

Agnes Keller kritisiert auch die Kommunikation der Stadt nach dem Unwetter vom Sommer. So hatten die Bewohner des Littauerbergs lange Zeit keinerlei Informationen, ob und wann die Strassen wieder geöffnet werden. Der Stadtrat räumt ein, dass die Kommunikation nicht optimal gelaufen sei.