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VERKEHR: Mehr Sicherheit auf der Schnellstrasse

Die Umfahrung von Littau bis Wolhusen hat bereits Dutzende Unfälle gefordert. Nun will der Kanton handeln. Eine Temporeduktion steht aber nicht zur Debatte.
Gabriela Jordan
Eine doppelte Sicherheitslinie soll weitere Unfälle auf der Schnellstrasse zwischen Littau und Wolhusen verhindern. (Bild Dominik Wunderli)

Eine doppelte Sicherheitslinie soll weitere Unfälle auf der Schnellstrasse zwischen Littau und Wolhusen verhindern. (Bild Dominik Wunderli)

Sage und schreibe 51 Unfälle haben sich in den letzten zehn Jahren auf der Schnellstrasse T 10 zwischen Littau und Wolhusen ereignet. Fünf Personen verloren ihr Leben. Nach starkem politischem Druck will der Regierungsrat nun handeln. Die Kantonsstrasse soll demnächst sicherer werden. Auf der 8 Kilometer langen Strecke werden demnächst verschiedene Massnahmen wie etwa eine doppelte Sicherheitslinie umgesetzt. Das schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage von CVP-Kantonsrat Daniel Piazza aus Malters. Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, zufolge sollen die Änderungen zusammen mit der gesamten Erneuerung der Markierung noch im Juni erfolgen.

Bei der T 10 handelt es sich um eine zweispurige Schnellstrasse mit Gegenverkehr. Das Tempolimit beträgt 100 km/h. Weil die Strecke relativ gerade und überschaubar ist, lädt sie ungeduldige Autofahrer wohl zum Rasen und Überholen ein. Eine tiefere Tempolimite ist jedoch auch jetzt nicht vorgesehen.

Überholen teils verboten

Die wohl wichtigste Änderung ist die doppelte Sicherheitslinie, die demnächst auf dem 8 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Knoten Schachen und dem Anschluss Blatten (bei Malters) verlaufen wird (zwei kurze Abschnitte sind davon ausgenommen). Die Linie wird eine sogenannte taktile Strukturmarkierung enthalten. Das heisst, wer mit den Rädern auf diese fährt, verspürt ein Rütteln. Eine solche Markierung wird es auch entlang der beiden Radstreifen von Blatten bis zum Ortsbeginn Littau geben. Auf dieser rund 1,2 Kilometer langen Strecke wird ein generelles Überholverbot gelten. Autofahrern ist es aber weiterhin erlaubt, langsame Fahrzeuge wie Traktoren zu überholen.

Zu Versuchszwecken stattete die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur einen Teilabschnitt bereits vor einigen Wochen mit einer Rüttelmarkierung aus. Der Abschnitt liegt zwischen Schachen und Malters und ist rund 50 Meter lang. In einer zweiten Phase werden zusätzlich Signalisationen ergänzt (etwa bei Kurven) sowie Hindernisse ausserhalb der Fahrbahn wie Steine und Ähnliches entfernt.

Kantonsrat Daniel Piazza ist mit der Antwort des Regierungsrats auf seinen Vorstoss zufrieden: «Für mich ist es eine gute und massvolle Lösung», sagt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Schwerer Unfall als Auslöser

Dass es mit den Sicherheitsmassnahmen nun vorwärts geht, ist im Besonderen auf das Ereignis im Juni 2015 zurückzuführen. Damals prallten frühmorgens zwei Lenker frontal aufeinander und verstarben noch am Unfallort. Unmittelbar nach dem Ereignis erhielt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) den Auftrag, den Streckenabschnitt Littau–Werthenstein auf potenzielle Gefahren zu untersuchen.

Gabriela Jordan

Hang ist instabil

Hochwasser std. Infolge der heftigen Regenfälle und der durchnässten Böden wird derzeit in Malters, im Gebiet Geisschache, der Hang entlang der Autostrasse beidseitig teilweise abgetragen und entwässert. «Rund 2000 Kubikmeter Material sind in Bewegung geraten», sagt Roland Wyss von der kantonalen Stelle Verkehr und Infrastruktur. Die Strasse wurde nicht verschüttet, sei aber aus Sicherheitsgründen am Samstag gesperrt worden. Der Kanton gab gestern als Ziel an, die Strasse heute um 6 Uhr öffnen zu wollen. «Die Arbeiten dauern aber noch die ganze Woche. Wir nehmen vom Hang Material weg, damit er entlastet wird», so Wyss. Zudem erstelle man Sickergräben zur Kanalisierung und Entlastung von Bergdruckwasser.

Weitere Schutzmassnahmen?
In Malters wurden nach den Überschwemmungen am Freitag die Häuser ausgepumpt. Die Räumungsarbeiten der Privaten laufen zurzeit noch, wie Gemeindeammann Marcel Lotter (CVP) sagt. Die Schadenshöhe sei nicht bekannt. Zu den Überschwemmungen kam es, weil die Dämme beim Dangelbach im Gebiet Wydacher und beim Mattguetbach in der Neumatte den grossen Wassermassen nicht standgehalten haben. «Die Dämme sind inzwischen notdürftig geflickt», sagt Lotter. Die Stellen seien nicht Teil des bekannten Hochwasserschutzprojekts an der Kleinen Emme. Dangel- und Neumattbach seien bisher nicht als spezielle Risikostellen für Hochwasser bekannt gewesen. Bei beiden Bächen bestehe bereits ein Geschiebesammler, der periodisch ausgeräumt werde. «Ob nun weitere Massnahmen nötig sind, besprechen wir in den nächsten Tagen noch mit dem Kanton», sagt Lotter.

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