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VERKEHR: Neuwagen sind in der Zentralschweiz weniger gefragt

Die Zahl der neu zugelassenen Autos in der Zentralschweiz nimmt seit Jahren ab. Besonders deutlich ist diese Entwicklung bei Dieselfahrzeugen – und in drei Kantonen.
Christian Glaus
Quelle: Bundesamt für Statistik

Quelle: Bundesamt für Statistik

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Gut 31'300 Autos wurden im letzten Jahr in der Zentralschweiz neu in Verkehr gesetzt. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Im Fünf-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Neuzulassungen in der Zentralschweiz um 5,7 Prozent abgenommen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass 2012 mit über 33'000 neuen Inverkehrsetzungen ein für die Autohändler ausgesprochen gutes Jahr war.

Drei Ausreisser gibt es in der Zentralschweiz. In den Kantonen Uri und Zug nehmen die neuen Inverkehrsetzungen deutlich zu. In Zug ist es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,6 Prozent, in Uri ein Plus von 4,3 Prozent. Im viel grösseren Kanton Luzern hingegen nahmen die Zahlen um 4,7 Prozent ab.

Weitere Abnahme seit Jahresbeginn

Die Zahlen in der Zentralschweiz decken sich in etwa mit jenen für die gesamte Schweiz. Insgesamt nahmen die neuen Inverkehrsetzungen von Autos letztes Jahr um 1,3 Prozent ab. Und auch im ersten Quartal dieses Jahres sind die Zahlen gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) rückläufig.

Bei der Zentralschweizer Sektion des Auto-Gewerbe-Verbands bricht dennoch keine Hektik aus: «Die Schwankungen der letzten Jahre bewegen sich im normalen Rahmen», sagt Sektionspräsident Daniel Portmann, der eine Garage in Engelberg besitzt. Ob mehr oder weniger Neuwagen verkauft werden, hänge auch stark davon ab, ob viele neue Automodelle auf den Markt kommen. Ausserdem geht Portmann davon aus, dass mehr Occasionsautos verkauft wurden. Diese werden in der Statistik des BFS nicht erfasst. Die Gesamtzahl Autos in der Zentralschweiz ist auch weiter steigend. Letztes Jahr waren gemäss BFS 466'429 Autos erfasst, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier sticht Zug wieder heraus mit einem Plus von 2,2 Prozent. Erstmals wurde dort letztes Jahr die Marke von 80'000 Autos überschritten.

Daniel Portmann vermutet, dass die Zahl der neuen Inverkehrsetzungen in der Zentralschweiz künftig weiter ab­nehmen dürfte. Dies, weil verschiedene Zentralschweizer Autohäuser ihre Markenvertretungen verlieren. Dies könnte dazu führen, dass der Occasionshandel zulegt. Wirtschaftlich gesehen sei der Verkauf von Neuwagen für Garagisten ohnehin nicht mehr sehr interessant, die Margen seien klein.

Beim Touring-Club Schweiz (TCS) glaubt man nicht, dass das Auto grundsätzlich an Bedeutung verliert. Allerdings stellt Mediensprecher David Venetz einen klassischen Stadt-Land-Graben fest: Auf dem Land komme man ohne eigenes Auto nicht aus. «In Städten und Agglomerationen hingegen leben viele jüngere Menschen, die kein eigenes Auto mehr haben. Sie setzen vermehrt auf Carsharing-Modelle.» In diese Richtung entwickle sich die Mobilität. «Wir verstehen ÖV, Langsam- und Autoverkehr heute als Teil eines Gesamtsystems. Die verschiedenen Verkehrsträger ergänzen sich gegenseitig.» Um diese Mobilitätsform zu fördern, hat der TCS die Smartphone-App «Einfach mobil» lanciert. Damit können Autoparkplätze reserviert, Taxis bestellt und ÖV-Tickets gekauft werden. «Die Mobilität wird künftig noch vielschichtiger», ist Venetz überzeugt.

Diesel mit Imageschaden, Hybridfahrzeuge legen zu

Zurück zum Auto. Hier zeigt sich bei den Neuwagen eine Entwicklung besonders deutlich: Die Inverkehrsetzung von Dieselfahrzeugen hat deutlich abgenommen, schweizweit um 9,4 Prozent. «Dies ist eine Folge des Diesel-Skandals», sagt Daniel Portmann. Dieselmotoren hätten dadurch einen Imageschaden erlitten. Gleicher Meinung ist David Venetz vom TCS. «Der Diesel hat aber weiterhin seinen Platz », sagt er. Gerade für längere Strecken und Dienstautos seien Dieselmotoren nach wie vor attraktiv.

Der Trend geht aber klar weg vom klassischen Verbrennungsmotor, auch wenn der Marktanteil von Hybrid- oder Elektrofahrzeugen noch sehr klein ist. Seit Anfang Jahr wurden im Kanton Luzern bereits 101 Hybridfahrzeuge und 57 Elektroautos in Verkehr gesetzt. Das entspricht knapp 5 Prozent aller Personenwagen. Allerdings sagt Daniel Portmann vom Auto-Gewerbe-Verband: «Hybridautos sind in ländlichen Regionen meist wenig geeignet. Es fehlt an Modellen mit Allradantrieb und solchen, die auch in der Lage sind, einen Anhänger zu ziehen.» Dies zeigt sich am Beispiel des Kantons Uri. Dort wurden seit Januar von 250 erst drei Hybridautos in Verkehr gesetzt.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge würden die 1,5 Millionen Mitglieder des TCS stark beschäftigen, sagt David Venetz. «Der Bereich wächst und ist bei uns ein grosses Thema.» Vor allem die Elektromobilität dürfte noch deutlich an Bedeutung gewinnen, ist er überzeugt. «Der TCS ist über seine Mobilitätsakademie stark daran beteiligt, ein Schnellladesystem aufzubauen. Auch die vermehrte Verbreitung von Heimladestationen dürfte sich positiv auf die Anzahl der Elek­trofahrzeuge auswirken.»

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