Verkehr
Luzerner Regierungsrat verfolgt Spange-Nord-Projekt nicht weiter

Der Widerstand war gross – und er hat genützt: Gegner sind mit dem Entscheid des Luzerner Regierungsrats zufrieden.

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(lf) Im neu vorgelegten Planungsbericht B 67 verzichtet der Luzerner Regierungsrat auf die Weiterführung des rund 200 Millionen teuren Projekts «Spange Nord». Alternative Massnahmen will er vom Ergebnis des Konzepts «Zukunft Mobilität im Kanton Luzern» abhängig machen.

Die Interessengemeinschaft Reussport Nein sowie die Grünen und Jungen Grünen des Kantons Luzern freut's – dies teilen sie jeweils in einer Mitteilung mit. Ruedi Schmidig von der IG Reussport Nein schreibt etwa: «Wir erwarten vom Kantonsparlament, dass die Befürchtungen der betroffenen Gemeinden sowie der Bevölkerung ernstgenommen werden und dem Planungsbericht zugestimmt wird.» Die Diskussionen um die künftige Verkehrspolitik Luzerns sei damit nicht vom Tisch. Die Zeit für «solche überdimensionierte Strassenprojekte» sei aber abgelaufen.

Auch Judith Schmutz von den Grünen sagt: «Der Verkehr muss auf den heutigen Strassenkapazitäten funktionieren können, ein Ausbau liegt nicht drin.» Die Partei fordert eine Neuausrichtung der kantonalen Verkehrspolitik – das bisherige nachfrageorientierte Verkehrskonzept müsse durch eine angebotsorientierte Verkehrsstrategie abgelöst werden.

Auch Stadtbevölkerung dürfte sich freuen

In der vom 5. November bis 30. September dauernden Vernehmlassung hat sich gezeigt, dass auch die Grünliberalen, die SP sowie der Stadtrat von Luzern, das Stadtparlament und die Gemeinden Ebikon, Emmen, Root und Horw das Projekt ablehnen – ebenso zahlreiche Quartiervereine, die Gegenbewegung Spange Nord, der WWF Luzern sowie die IG Stadtentwicklung.

Am 27. September vergangenes Jahr haben die Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner dann auch die Initiative «Spange Nord stoppen – Lebenswerte Quartiere statt Stadtautobahn» mit 72,65 Prozent angenommen.