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VERKEHR: Retuschen sollen Kritiker beruhigen

Der Stadtrat will das Gesamtverkehrskonzept überarbeiten. Ob die Kritiker danach zufrieden sind, ist allerdings fraglich.
Robert Knobel
Eine alltägliche Situation in der Stadt Luzern: Ein Bus steht auf der Seebrücke im Stau. Das Gesamtverkehrskonzept soll ÖV und Langsamverkehr fördern. (Bild Boris Bürgisser)

Eine alltägliche Situation in der Stadt Luzern: Ein Bus steht auf der Seebrücke im Stau. Das Gesamtverkehrskonzept soll ÖV und Langsamverkehr fördern. (Bild Boris Bürgisser)

Bus- und Veloverkehr sollen in der Stadt Luzern prioritär gefördert werden. Dieses Ziel haben die Stimmberechtigten mit der Ablehnung der SVP-Initiative «Für einen flüssigen Verkehr» am 15. November bekräftigt. Die ÖV- und Veloförderung ist im Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität festgehalten. Darüber hinaus hat der Stadtrat ein Gesamtverkehrskonzept (GVK) ausgearbeitet, in dem auch konkrete Massnahmen vorgeschlagen werden, damit Busse und Velos schneller vorwärtskommen. Dazu gehören neue Verkehrsführungen auf einzelnen Strassen, ein neuer Busperron am Bahnhof und: Während der Stosszeiten soll der Autoverkehr in den Quartieren mittels Ampeln zurückgehalten werden. Die Ampeln zeigen so lange Rot, bis auf den Hauptverkehrsachsen wieder genügend Platz vorhanden ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Verkehr auf den wichtigsten Strassen immer fliesst.

Mitte 2016 im Stadtparlament

Das Gesamtverkehrskonzept soll Mitte 2016 im Stadtparlament beraten werden. Zuvor soll es aber nochmals überarbeitet werden. Der Stadtrat will aufgrund von zahlreichen Rückmeldungen bei der Vernehmlassung Präzisierungen am Konzept anbringen. Die wichtigste Änderung betrifft die Idee eines Grosskreisels rund um die Neustadt. Da diese von diversen Seiten immer wieder ins Gespräch gebracht wurde, soll sie jetzt vertieft geprüft werden. Allenfalls wird der Grosskreisel dann ins Gesamtverkehrskonzept aufgenommen (Ausgabe von gestern).

Das Gesamtverkehrskonzept wurde von Stadt, Kanton, Verkehrsverbund und dem Gemeindeverband Luzern Plus ausgearbeitet. Bei der Vernehmlassung gab es teils heftige Kritik. Der Touringclub Schweiz (TCS) bemängelte beispielsweise, dass dem Individualverkehr nicht genügend Beachtung geschenkt wird. Die Linken hingegen forderten ein noch klareres Bekenntnis zur ÖV-Förderung.

Welcher Verkehr ist «notwendig»?

«Wir erwarten vom Stadtrat, dass er die kritischen Rückmeldungen aufnimmt», sagt Alex Mathis, Geschäftsführer des TCS-Sektion Waldstätte. Der Stadtrat verspricht, den Kritikern entgegenzukommen, wie es in einer Mitteilung heisst. Dazu soll das Gesamtverkehrskonzept an einigen Stellen präzisiert werden.

Ob die Kritiker danach zufrieden sein werden, ist allerdings fraglich. Denn in der inhaltlichen Ausrichtung des Konzepts sind kaum Änderungen geplant. Als Zugeständnis an die Linken sollen lediglich die Bereiche «Fussverkehr» und «Veloverkehr» in separaten Kapiteln erwähnt werden. Darin geht es dann aber nicht etwa um neue Velowege oder Verbesserungen für Fussgänger. Es sollen lediglich diejenigen Massnahmen, die ohnehin schon geplant sind, nochmals explizit erwähnt werden. Für die bürgerlichen Kritiker des Gesamtverkehrskonzepts will der Stadtrat den Begriff «wirtschaftlich notwendiger Verkehr» genauer definieren. Der Stadtrat verwendet diesen Begriff jeweils, um zu unterstreichen, dass der «wirtschaftlich notwendige» Autoverkehr keinerlei Einschränkungen erfahren solle. Welcher Verkehr in den Augen des Stadtrats genau «notwendig» ist und welcher nicht, blieb bisher unklar. Gemäss dem städtischen Verkehrsexperten Roland Koch könnte der Begriff nun so präzisiert werden, dass er all jene Personen umschliesst, «die aufs Auto angewiesen sind». Präziser regeln will der Stadtrat auch das Monitoring. Im Gesamtverkehrskonzept soll klar definiert sein, wie die Erreichung der Ziele überprüft werden soll.

Für jede Gemeinde ein Konzept

Kritik von diversen Seiten löste auch die Tatsache aus, dass die Stadt ein eigenes Gesamtverkehrskonzept nur fürs Stadtgebiet präsentiert. Gleichzeitig arbeiten die umliegenden Gemeinden an ihren eigenen Konzepten. So etwa die Gemeinde Kriens, welche sich inhaltlich aber stark am städtischen Vorbild orientiert. «Es ist wichtig, dass die Verkehrskonzepte der einzelnen Gemeinden miteinander vernetzt werden», sagt Alex Mathis – schliesslich hört der Verkehr ja nicht an den Gemeindegrenzen auf. Das werde durchaus gemacht, betont Roland Koch, und zwar im Rahmen der K 5, dem Zusammenschluss der fünf grossen Gemeinden Luzern, Emmen, Kriens, Horw und Ebikon. Zum Thema Mobilität gebe es jährlich mehrere Treffen, bei denen es auch um die Koordination der einzelnen Gesamtverkehrskonzepte gehe, sagt Koch.

Robert Knobel

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