Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VERKEHR: Schwarzfahrer-Register bei ÖV-Betrieben umstritten

Transportbetriebe können Schwarzfahrer auf eine nationale Liste setzen. Die VBL wollen mitfahren – ein anderer Betrieb nicht.
Billettkontrolle bei den VBL in Luzern (gestellte Szene): Ab nächstem Jahr werden Schwarzfahrer landesweit registriert – die VBL freuts. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Billettkontrolle bei den VBL in Luzern (gestellte Szene): Ab nächstem Jahr werden Schwarzfahrer landesweit registriert – die VBL freuts. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Für Schwarzfahrer brechen düstere Zeiten an. Wer ab nächstem Jahr ohne gültiges Billett oder Abonnement den öffentlichen Verkehr benutzt, muss damit rechnen, für zwei Jahre auf eine nationale schwarze Liste gesetzt zu werden (Ausgabe vom Donnerstag). Die vom Bundesrat beschlossene Regelung wird von den Transportunternehmen in der Zentralschweiz mehrheitlich begrüsst. «Verkehrsbetriebe können vom Datenaustausch untereinander nur profitieren», sagt Christian Bertschi, Mediensprecher der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Bei den VBL ändere sich mit dem Entscheid des Bundesrates praktisch nichts, da bereits mit einer internen Liste gearbeitet werde.

Noch viele Fragen offen

Ob die VBL ihre erfassten Schwarzfahrer ab 2016 in das nationale Register eintragen werden, ist indes noch offen. Bertschi: «Es macht aber schon Sinn, dass man dieses Werkzeug nutzt, wenn es zur Verfügung steht.» Welche Mehrkosten die Anbindung an die nationale Datenbank für die VBL entstehen, sei noch nicht klar. «Es stellt sich die Frage, wie dieses Tool funktioniert und wie einfach die Vernetzung mit unserem Programm realisiert werden kann.»

Die Auto AG Rothenburg wird laut Geschäftsführer Martin Senn in den kommenden Monaten mit anderen Transportunternehmungen und Vertretern der Branche die Umsetzung des landesweiten Registers prüfen. Dazu gehörten auch allfällige Konsequenzen in der Praxis und Mehrkosten. Auch die Auto AG Rothenburg führt eine Datenbank mit Reisenden ohne gültigen Fahrausweis, wie Senn erklärt.

Für die Zugerland Verkehrsbetriebe sind Schwarzfahrer nur ein kleines Problem. Gemäss Mediensprecherin Kathrin Howald liegt die Zahl unter einem Prozent. «Wir sind gesegnet mit fairen Kunden.» Eine Liste von Schwarzfahrern werde daher nicht geführt. Auch eine nationale Datenbank soll vorerst nichts daran ändern.

Der Kampf gegen Schwarzfahrer ist im Dachverband Öffentlicher Verkehr (VÖV) immer wieder ein Thema. «Bis anhin war ein Austausch der Daten von Schwarzfahrern jedoch nicht möglich», sagt VBL-Sprecher Bertschi. Der Datenaustausch ist aktuell auch in anderer Hinsicht ein Thema. Priorität hat dabei die Einführung einheitlicher Fahrausweise, damit etwa Busbillette für Sursee auch am Luzerner VBL-Automaten gelöst werden können.

Das Projekt namens «Nova», eine zentrale ÖV-Plattform, soll voraussichtlich ab 2016 ein Ticket-Vertriebssystem verschiedener Verkehrsverbunde vereinen. Auf dieser Plattform ist auch ein zentrales Register für Schwarzfahrer angedacht – unabhängig von der jetzt beschlossenen Bundeslösung.

Roger Rüegger

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.