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VERKEHR: So langsam sind Luzerner Busse

Zu den Hauptverkehrszeiten kommen die Busse auf wichtigen Strecken manchmal kaum vom Fleck. Doch es gibt Fortschritte, wie das aktuelle Verkehrsmonitoring zeigt.
Christian Glaus

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Sitzen bleiben oder laufen? Diese Frage stellt sich mancher Passagier, wenn der Bus Richtung Bahnhof Luzern beim Schwanenplatz hält. Denn über die Seebrücke verliert das Fahrzeug viel Zeit, wer zu Fuss geht, kommt in der abendlichen Rush Hour oft schneller voran.

Wie tief die durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeiten der Busse zu den Hauptverkehrszeiten in Luzern sind, zeigt das Monitoring Gesamtverkehr, welches kürzlich von Stadt, Kanton und Verkehrsverbund (VVL) veröffentlicht wurde. Am langsamsten unterwegs sind demnach die Busse auf dem Abschnitt Kantonsspital–Kreuzstutz (siehe Grafik). Abends zwischen 17 und 18 Uhr beträgt die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit 6 Kilometer pro Stunde – Schritttempo. Das ist deutlich langsamer als 2011. Damals erreichten sie durchschnittlich 16 Stundenkilometer.

Nadelöhr Kreuzstutz macht VBL zu schaffen

Dies macht deutlich: Der Streckenabschnitt ist überlastet. Christian Bertschi, Mediensprecher der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), vermutet zwei Gründe. Weil in den vergangenen Jahren am Seetalplatz gebaut wurde, seien die Autofahrer über die Spitalstrasse ausgewichen. Seit dem Ende der Bauarbeiten am Seetalplatz sei eine leichte Besserung spürbar. Entscheidender ist laut Bertschi aber die Überlastung des Kreisels Kreuzstutz: «Er ist das eigentliche Nadelöhr.» Wie der Kreisel entlastet werden kann, ist unklar. «Auch eine Busbevorzugung – beispielsweise mit Lichtsignalen – ist nicht möglich, weil wir den Kreisel aus allen vier Richtungen anfahren.» Eine Entlastung könne allenfalls der Autobahnzubringer Spange Nord bringen. Doch das ist Zukunftsmusik. «Bis dahin müssen wir einfach mit der Situation leben.»

Dennoch sollen die Busse zumindest auf der Spitalstrasse schneller vorwärtskommen. Die Stadt richtet dort eine sogenannte elektronische Busspur ein – die erste in Luzern. Die Autos werden mit Ampeln gestoppt, sodass der Bus die Kolonne überholen kann. Die elektronische Busspur geht im Frühling nächsten Jahres in Betrieb, sagt Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern: «Wir sind überzeugt, dass diese zu einer Beschleunigung der Busse auf dem ganzen Abschnitt Spital–Kreuzstutz führen wird.» Daran zweifelt auch Bertschi nicht. Aber: «Das Nadelöhr Kreuzstutzkreisel bleibt bestehen.» Die VBL können noch nicht abschätzen, wie gross der Nutzen sein wird.

9,3 Kilometer pro Stunde fahren die Busse im Durchschnitt vom Bundesplatz bis zur Kantonalbank. Die Geschwindigkeit hat sich seit 2011 kaum verändert. Die vielen Fussgängerstreifen auf der Hirschmattstrasse hemmen den Verkehrsfluss, sagt Christian Bertschi. Hinzu kommt, dass sich die Autos abends bei der Einmündung in die Pilatusstrasse stauen, sind sich Stadt und VBL einig. Problematisch für die VBL: Der neuralgische Abschnitt wird von vielen Buslinien befahren.

Abhilfe könnten die Pläne der Stadt schaffen. Sie prüft, die Strecke Bundesplatz–Kantonalbank in der Abendspitzenstunde für Autos zu sperren. So könnten die Busse ungehindert fahren. Noch ist aber offen, ob diese temporäre Einbahn-Signalisation überhaupt eingeführt wird. Vorher prüft die Stadt, welchen Nutzen die neuen Dosierungsanlagen auf den Zufahrten zu den Hauptverkehrsachsen brachten.

Busspur hat derzeit keine politische Akzeptanz

Geduld braucht man auch auf dem Abschnitt der Haldenstrasse vom Hotel Europe stadteinwärts bis zum Luzernerhof. Hier kommen die Busse mit 9,7 Kilometern pro Stunde ebenfalls nur langsam vorwärts. Das Problem ist, dass sich die Autos auf dem Schweizerhofquai und über die Seebrücke stauen. Eine mögliche Lösung aus Sicht der VBL wäre eine durchgehende Busspur vom Luzernerhof bis zum Pilatusplatz. Dafür die politische Akzeptanz zu erhalten, sei jedoch kaum realistisch und die Busspur auf diesem Abschnitt deshalb zurzeit auch kein Thema, so Bertschi.

Auf zwei Streckenabschnitten sind die Busse heute deutlich schneller unterwegs als noch 2011. Vom Pilatusplatz bis zum Bahnhof Luzern fahren sie durchschnittlich 10,2 Kilometer pro Stunde – ein Plus von 3 Stundenkilometern. Hier hat sich die Verlängerung der Busspur bis zum Bahnhof Luzern ausbezahlt. «Eine solche Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Busspur nur wenige hundert Meter lang ist», so Bertschi.

Weniger klar ersichtlich ist der Grund für die Temposteigerung um 3,6 Stundenkilometer zwischen Maihof und Weggismatt. Bertschi vermutet, dass dies mit der Eröffnung des Autobahnanschlusses Buchrain und des Zubringers Rontal 2011 zusammenhängt: «Viele Ebikoner und Rontaler fahren offenbar nicht mehr via Schlossberg auf die Autobahn.» Laut Roland Koch haben zudem die Busschleuse Schachenweid in Ebikon und die darauf abgestimmte Lichtsignalanlage am Schlossberg zu einer Beschleunigung geführt.

Trotz Verbesserungen: Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Busse in Luzern wirkt nach wie vor tief. Doch VBL-Sprecher Bertschi relativiert: «Da wir ein dichtes Haltestellennetz haben, halten die Busse oft. Tempo 30 in der Innenstadt werden wir auch bei durchgehenden Busspuren nie erreichen.»

Auf der Spitalstrasse kommen die Busse am schlechtesten vorwärts. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. März 2015))

Auf der Spitalstrasse kommen die Busse am schlechtesten vorwärts. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. März 2015))

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