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VERKEHR: Stadt Luzern geht gegen Schleichwege vor

Mit ihrem neuen Gesamtverkehrskonzept will die Stadt den Verkehr auf den Hauptachsen flüssiger rollen lassen. Davon sollen auch die Quartiere profitieren.
Christian Glaus
Der Verkehr soll auf den Hauptachsen der Stadt Luzern flüssiger rollen. Im Symbolbild: Abendverkehr in der Stadt Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)

Der Verkehr soll auf den Hauptachsen der Stadt Luzern flüssiger rollen. Im Symbolbild: Abendverkehr in der Stadt Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)

18 Uhr in der Stadt Luzern: Der Feierabendverkehr ist vor rund einer Stunde angerollt. Die Strassen sind voll, Autos und Busse stauen sich, Geduld ist gefragt. Doch längst nicht alle Autofahrer wollen warten, bis es vorwärtsgeht. Sie weichen über Quartierstrassen aus und hoffen, so schneller ans Ziel zu kommen. Schon an einigen Einmündungen von Quartieren in die Hauptstrassen hat die Stadt Dosieranlagen installiert. Ampeln also, welche die Autos tröpfchenweise in die Hauptstrasse einbiegen lassen. Dadurch sollen einerseits die wichtigsten Verkehrsachsen entlastet werden. Andererseits sollen die Schleichwege durch die Quartiere weniger attraktiv sein.

Netz hat noch Lücken

Noch gibt es im Netz der Dosieranlagen einige Lücken. Wer etwa vom Verkehrshaus kommend in die Innenstadt oder Richtung Maihof oder Ebikon fahren will, umfährt den Stau auf der Haldenstrasse durch die Wohnquartiere. Über die Wesemlinstrasse gelangt man schliesslich wieder in die Zürichstrasse. Dieser Umweg kann schneller sein, als auf der Hauptstrasse im Stau zu stehen. Das weiss auch Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern: «Aus Richtung Würzenbach/Meggen gibt es noch viel Schleichverkehr», sagt er. Ab 2017 soll damit Schluss sein. So soll ein Lichtsignal an der Kreuzung Wesemlin-/Zürichstrasse den Schleichweg über die Wesemlinstrasse weniger attraktiv machen. Gleiches hat die Stadt etwa an der Libellenstrasse und am Grenzweg beim Kreuzstutz vor. Ziel sei es, den Verkehr auf die Hauptstrassen zu lenken, sagt Koch. «Schon heute gibt es diverse Dosieranlagen. Dort, wo noch keine installiert sind, gibt es mehr Schleichverkehr. Das Netz der Dosieranlagen wird nun komplettiert.»

Verlierer soll es keine geben

Profitieren sollen laut Roland Koch insbesondere jene Wohnquartiere, die zwischen Halden- und Zürichstrasse liegen. Der Schleichverkehr soll dort abnehmen. Verlierer soll es keine geben, verspricht Koch: «Quartiere, die künftig mehr Verkehr schlucken müssen, gibt es nicht.» Die Stadt Luzern stützt sich bei der Planung auf Erfahrungswerte und Verkehrsmodelle. Über genaue Zahlen der Verkehrsströme auf allen Quartierstrassen verfügt sie nicht. Die Verkehrsmodelle zeigen laut Koch: «Durch das Schliessen der letzten Schlupflöcher ist das Umfahren von Dosieranlagen nicht mehr attraktiv.» Eine Frage bleibt jedoch. Nämlich, ob sich die Autofahrer auch tatsächlich so verhalten wie in den Verkehrsmodellen. Dies wird sich erst zeigen, wenn die neuen Dosieranlagen in Betrieb sind.

Quartierverein ist skeptisch

In den Quartieren, die von den Dosieranlagen profitieren sollten, ist man diesen gegenüber noch skeptisch. Peter Frei, Präsident des Quartiervereins Wesemlin-Dreilinden, zweifelt daran, dass ein Grossteil des Verkehrs auf der Wesemlinstrasse Durchgangsverkehr ist. Zudem seien viele Detailfragen zur Dosieranlage noch nicht geklärt. Wichtig sei den Quartierbewohnern, dass das Linksabbiegen von der Wesemlin- in die Zürichstrasse weiterhin ungehindert möglich ist. Klar für die Dosieranlage an der Wesemlinstrasse ist Daniel Meier. Er gehört zu einer Gruppe von Anwohnern an der Wesemlinstrasse, die schon 2007 mittels Petition die Idee einer Dosieranlage einbrachte. Vor allem abends werde der tägliche Stau am Schlossberg über die «ampellose» Wesemlinstrasse umfahren – mit Folgen für die Anwohner: «Fast überfallmässig schwillt dann der Verkehr auf der schmalen, überwiegend einspurigen Quartierstrasse an», sagt Meier. Er ist zuversichtlich, dass die Dosieranlage eine Besserung bringt. «Noch bleibt aber die Frage, wie gross der Wille ist, den Durchgangsverkehr zu unterbinden. Es hängt alles davon ab, wie die Anlage eingestellt wird.»

Aus Sicht der Stadt ist die Reduktion des Durchgangsverkehrs lediglich ein positiver Nebeneffekt des eigentlichen Hauptziels: die Hauptachsen zu entlasten. Mit dieser Haltung ist Daniel Meier nicht einverstanden. Die Quartiere müssten in der städtischen Verkehrspolitik eine höhere Priorität haben, findet er.

Busspur «prüfenswert»

Eine Massnahme wird vom Vorstand des Quartiervereins Wesemlin-Dreilinden positiv aufgenommen: die Einrichtung einer «temporären Busspur» auf der Dreilindenstrasse. In den Spitzenstunden dürfen die Autos nur noch über die Adligenswilerstrasse Richtung Stadtzentrum fahren. Die Busse haben dann auf der Dreilindenstrasse freie Fahrt und stehen nicht mehr im Stau. «Heute kommt man abends zum Teil nicht mehr innert nützlicher Frist in die Stadt», sagt Peter Frei. Hier hofft er auf eine Verbesserung. Doch auch zur «temporären Busspur» gebe es noch viele offene Detailfragen, sagt Frei. Sein Fazit: «Man kann heute noch nicht generell sagen, dass das Verkehrskonzept für unser Quartier eine Verbesserung bringt. Eine Busspur ist aber sicher ein prüfenswerter Ansatz.»

Christian Glaus

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