VERKEHR: Studie rechnet: Noch mehr Reisecars in Luzern

Gemäss einer Studie im Auftrag von Luzern Tourismus könnte der Verkehr von Reisecars am Schwanenplatz bis ins Jahr 2018 um 42 Prozent zunehmen. Vertreter des Tourismus, der Stadt, Anwohner und Geschäfte beraten nun über Schritte zur Verlagerung des Carverkehrs.

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Das «Car-Chaos» am Schwanenplatz in Luzern. (Bild: Eveline Bachmann / Neue LZ)

Das «Car-Chaos» am Schwanenplatz in Luzern. (Bild: Eveline Bachmann / Neue LZ)

Die Parkplätze für Cars beim Schwanen- und dem Löwenplatz in der Stadt Luzern sind wegen ihrer Nähe zu den Uhrengeschäften bei Reisegruppen beliebt. Auf Grund enger Platzverhältnisse kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Fussgängern und übrigen Autos.

Zwischen 2009 und 2013 wurden am Schwanenplatz im Schnitt täglich rund 28 Reisecars gezählt, an Spitzentagen gar bis zu 170, wie es in einer am Montag publizierten Studie von PricewaterhouseCoopers heisst.

Die Zahl der Carbewegungen könnte laut Studie innert vier Jahren von heute über 51'000 auf fast 74'000 Bewegungen pro Jahr steigen. Grund sind ein prognostiziertes Wachstum im Tourismussektor mit mehr Logiernächten und mehr Tagesbesuchern.

Anfahrtsverbot, Anhaltegebühren, Shuttle-Dienst

Um einen Verkehrskollaps zu vermeiden und die touristische Wertschöpfung nicht zu gefährden, gibt die Studie 19 Empfehlungen ab. Mit diesen soll der Carverkehr kurzfristig räumlich und zeitlich umverteilt werden.

Reisegruppen sollen vermehrt ausserhalb der Stosszeiten anfahren. Heute reisen gemäss Studie mehr als die Hälfte der Cars beim Schwanenplatz zwischen 15 und 19 Uhr an.

Als mögliche Massnahmen vorgeschlagen sind etwa ein eine generelle Sperrung des Schwanenplatzes, ein Anfahrtsverbot für Cars während der Stosszeiten, tageszeitabhängige Anhaltegebühren oder auch ein Zubringerdienst per Bus oder Schiff für Touristen von Parkplätzen am Stadtrand.

Langfristig Parkhaus oder Metro bauen

Über die Empfehlungen soll nun eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt Luzern, der Uhrengeschäfte, von Anwohnern und des Tourismus diskutieren, wie die Beteiligten bekannt gaben. Mit einem permanenten Monitoring-System sollen täglich Daten zum Carverkehr gesammelt werden.

Die Umverteilungsmassnahmen könnten das Verkehrsproblem im Zentrum Luzerns längerfristig nicht lösen, heisst es in der Studie. Die Stadt solle deshalb auf anspruchsvolle und zahlungskräftige Touristen fokussieren und langfristig neue Infrastruktur zur Verfügung stellen wie etwa ein von Privaten vorgeschlagenes Parkhaus unter dem Musegghügel oder eine Metro vom Stadtrand zum Schwanenplatz. (sda)