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VERKEHR: Umstrittene Haltestellen bleiben erlaubt

Es dürfen auch künftig sogenannte Kaphaltestellen in Emmen gebaut werden. Der Einwohnerrat versenkte eine entsprechende Motion der SVP – obwohl sich schon so manches Ratsmitglied über die eine Haltestelle dieses Typs ärgerte.
Beatrice Vogel
Die Buspassagiere steigen ein- und aus, die Autos müssen warten. (Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 23. Dezember 2016))

Die Buspassagiere steigen ein- und aus, die Autos müssen warten. (Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 23. Dezember 2016))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Eigentlich ging es nicht um die Bushaltestelle Emmenfeld, als am Dienstag der Einwohnerrat nur wenige Meter davon entfernt im Saal des Betagtenzentrums seine Sitzung abhielt. Trotzdem war im Rahmen der Motion «Keine weiteren Kaphaltestellen auf Emmer Gemeindegebiet» von Mario Bucher (SVP) fast nur von dieser bestimmten Haltestelle die Rede. Das ist allerdings nicht erstaunlich: Beim Emmenfeld befindet sich die einzige Kaphaltestelle auf Emmer Gemeindeboden.

Eine Kaphaltestelle ist eine Fahrbahnhaltestelle, bei der das Ein- und Aussteigen erleichtert wird, indem die Trottoirkante im Haltestellenbereich vorgezogen wird. Beim Emmenfeld ist dadurch ein Überholen des Busses bei der Haltestelle nicht möglich. Das «Kap der guten Hoffnung», wie es FDP-Einwohnerrätin Olivia Bucher bezeichnete, ist deshalb bereits seit einem Jahr Gesprächsthema in Emmen. Autofahrer stören sich daran, hinter dem Bus warten zu müssen. Und Velofahrer müssen im Bereich der Haltestelle vom sonst durchgehenden Fuss- und Veloweg herunter fahren, was als gefährlich angesehen wird. So wurde denn auch vor einem Jahr ein Postulat überwiesen, gemäss dem der Gemeinderat einen durchgehenden Fuss- und Veloweg auch im Bereich der Haltestelle prüfen muss (Artikel vom 28. Dezember 2016).

«Sicherheitstechnisch am richtigen Ort»

Mit seiner Motion wollte Mario Bucher nun erreichen, dass es bei dieser einen Kaphaltestelle in Emmen bleibt. Dies, obwohl gemäss Gemeinderat die Haltestelle beim Emmenfeld gut funktioniere. «Die Polizei hat weder Beschwerden noch Probleme registriert, die Haltestelle direkt vor der Tempo-30-Zone wirkt verkehrsberuhigend, und wegen der Nähe zum Betagtenzentrum ist sie sicherheitstechnisch am richtigen Ort», sagte Gemeinderat Josef Schmidli (CVP). Letzteres war einer der Hauptgründe, warum dieser Haltestellentyp beim Emmenfeld gewählt wurde: Gerade für mobilitätsbeeinträchtigte Personen bietet er mehr Komfort und Sicherheit. Zudem hätten Messungen ergeben, dass lediglich rund 1670 Fahrzeuge pro Richtung täglich auf der Kirchfeldstrasse fahren, was für diesen Haltestellentyp gut funktioniere, so Schmidli. Trotzdem räumte er ein: «Wir sehen, dass nicht alle glücklich sind.» Das werde man für die Zukunft berücksichtigen.

Es nützte nichts, dass Mario Bucher betonte, er wolle die Haltestelle Emmenfeld nicht verändern, sondern der Planung von neuen Kaphaltestellen «präventiv entgegenwirken». «Hier ist sie vielleicht sinnvoll, aber im Rest der Gemeinde sehen wir keinen weiteren Standort.» Ihm gehe es dabei um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, ohne dass eine bestimmte Gruppe bevorzugt werde.

Klare Ratsmehrheit ist dagegen

Doch Bucher hatte eine klare Ratsmehrheit gegen sich. Judith Portmann (SP) fand beispielsweise, die Kaphaltestelle sei zwar mühsam, verhindere jedoch gefährliche Überholmanöver. «Man sollte sie aber nur dort einsetzen, wo es sie braucht.» Auch die FDP war mehrheitlich gegen eine Überweisung der Motion, hauptsächlich aus finanziellen Gründen, weil die Kaphaltestelle je nach Situation die kostengünstigste Lösung sei. Dies, obwohl auch FDP-Sprecherin Olivia Bucher betonte, sie ärgere sich häufig über die Haltestelle beim Emmenfeld.

Tobias Käch (CVP) vermutete zudem, das Motiv für die Motion stehe unter dem Motto: «freie Fahrt für freie Schweizer». Der Motionär solle sich doch freuen, dass die Haltestelle vor einer 30er-Zone warne, in der häufig ein Blitzkasten steht. Zudem kenne er, Käch, andere Haltestellen in Emmen, die wirklich gefährlich seien, beispielsweise jene an der Erlenstrasse beim Schulhaus Erlen. «Dort wäre aus meiner Sicht eine Kaphaltestelle prädestiniert», so Käch.

Die Motion wurde mehrheitlich abgelehnt. Für eine Überweisung stimmte die SVP sowie einzelne FDP-Mitglieder.

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