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Verkehrs-Chaos im Seetal: Jetzt beginnt Planung für zwei Grossprojekte

Der Kanton Luzern gibt die Planung für die Umfahrungen von Eschenbach und Hochdorf in Auftrag – auch Tunnel-Varianten werden geprüft.
Niels Jost

Wer mit derzeit dem Auto durch das Luzerner Seetal fährt, braucht Geduld. Nicht selten stockt es auf den Strassen, gerade während den Stosszeiten. Abhilfe verschaffen sollen unter anderem Umfahrungen der Dorfzentren. So sieht es das 2017 vorgestellte Gesamtverkehrskonzept Seetal vor.

An dieser Kreuzung im Eschenbacher Zentrum sorgt eine Baustelle derzeit immer wieder für Verkehrsprobleme. Eine Umfahrung soll Abhilfe verschaffen. (Archivbild: Philipp Schmidli)

An dieser Kreuzung im Eschenbacher Zentrum sorgt eine Baustelle derzeit immer wieder für Verkehrsprobleme. Eine Umfahrung soll Abhilfe verschaffen. (Archivbild: Philipp Schmidli)

Im aktuellen Strassenbauprogramm des Kantons Luzern sind für die Planung zweier Umfahrungen bereits je 2,5 Millionen Franken eingestellt: für jene in Hochdorf und für jene in Eschenbach.

Umfassende Prüfung aller Varianten

Bei beiden Projekten werden derzeit die Vorbereitungsarbeiten und die Grundlagenbeschaffung durchgeführt, heisst es auf Anfrage bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (Vif). Für die Umfahrung Eschenbach läuft zurzeit die öffentliche Beschaffung des Generalplaners, jene in Hochdorf soll im Oktober oder November ausgeschrieben werden.

Dabei wird eine Zweckmässigkeitsbeurteilung durchgeführt. Will heissen: Das Projekt wird umfassend und systematisch in einem dreistufigen Verfahren beurteilt. «Das Resultat ist dann eine Bestvariante, die in ein Bauprojekt überführt werden kann», erklärt Vif-Projektleiter Pius Suter.

Tunnel schont Kulturland und verursacht weniger Lärm

Wann die Umfahrungen realisiert werden, ist noch unklar, ebenso die konkrete Linienführung. Die Planungskosten von je 2,5 Millionen Franken sind gemäss Bauprogramm für die Jahre bis und mit 2022 eingestellt. Die effektiven Baukosten hingegen seien noch nicht bekannt, so Suter. Diese werden sich bei der anstehenden Prüfung der Varianten ergeben.

Abhängig sind die Kosten unter anderem davon, wo die Umfahrungen dereinst durchführen werden und wie sie beschaffen sind. Wie das in Eschenbach der Fall sein soll, ist für den dortigen Gemeinderat klar: Er fordert zu Gunsten des Kulturland- und Lärmschutzes eine unterirdische Linienführung, wie er kürzlich offiziell bekannt gab. Dies habe das Gremium an einer Klausur bestimmt.

Dass sich der Gemeinderat ausgerechnet jetzt mit der Umfahrung befasst, begründet der zuständige CVP-Gemeindeammann Markus Kronenberg so: «Wir wollten eine Haltung zum Projekt haben, wenn der Kanton mit der Planung beginnt.» In diese frühe Projektphase möchte der Gemeinderat eingebunden werden. Zudem stehe in Eschenbach die Revision der Ortsplanung bevor. Bei dieser müsse bereits die Basis für die Umfahrung gelegt werden, so Kronenberg.

Hochdorf: Offen für jegliche Linienführung

Obwohl der Eschenbacher Gemeinderat eine Tunnel-Lösung fordert, möchte er keinen Alleingang beim Projekt machen. «Wir streben eine gemeinsame Lösung mit allen Seetaler Gemeinden an», betont Kronenberg. Schliesslich sei man auf die Akzeptanz und weiterführende Massnahmen in den umliegenden Dörfern angewiesen.

In Hochdorf stösst die Tunnel-Forderung aus Eschenbach auf Unterstützung. So seien unterirdische Linienführungen Bestandteil des Gesamtverkehrskonzepts Seetal, begründet Roland Emmenegger, der für das Ressort Bau, Verkehr und Umwelt zuständig ist.

Was die Umfahrung in seiner Gemeinde betrifft, sei der Gemeinderat offen für die Linienführung – ob mit, teilweise oder ohne Tunnel. Wichtig ist laut Emmenegger in erster Linie: «Die Südumfahrung soll das Zentrum vom Schwer- und Durchgangsverkehr entlasten, so umweltschonend wie möglich und finanzierbar sein.» Der FDP-Gemeinderat fügt an: «Zur Kompensation der beanspruchten Landflächen soll die Aufhebung von bestehenden Strassen geprüft werden.»

Idee Seetal: Tunnel haben mehr Vor-als Nachteile

Die Planungen der Umfahrungen verfolgt auch der Regionale Entwicklungsträger Idee Seetal eng. Die Tunnel-Forderung aus Eschenbach kann Geschäftsleiter Cornelius Müller nachvollziehen, auch wenn diese zu Mehrkosten führe. Müller ist aber zuversichtlich: «Unter Einbezug aller Vor- und Nachteile – vor allem auch nach dem Bau der Strasse – kommt man zum Schluss, dass die unterirdische Linienführung mehr Vor- als Nachteile aufweist. Wenn der politische Wille vorhanden ist, ist die unterirdische Linienführung realistisch.»

So viel steht fest: Das Vif wird bei der anstehenden Zweckmässigkeitsbeurteilung auch unterirdische Linienführungen berücksichtigen, wie Pius Suter sagt. «Die technische Machbarkeit wird geklärt und in einem weiteren Schritt werden die Varianten einer detaillierten Bewertung unterzogen. So wird die Bestvariante evaluiert.»

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