Verkehrsbetriebe Luzern
30 Prozent weniger Fahrgäste – VBL erzielen minus 7,2 Millionen Franken im Coronajahr

Die Verkehrsbetriebe Luzern verzeichneten 2020 fast 30 Prozent weniger Fahrgäste und 23 Prozent weniger Einnahmen. Es ist das erste Minus der VBL seit der Umwandlung in eine AG vor 20 Jahren.

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(hor) Das negative Ergebnis ist keine Überraschung. Wie alle anderen Anbieter im öffentlichen Verkehr schreiben auch die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) im 2020 ein Minus wegen der Coronapandemie. Die Konzernrechnung weist demnach einen konsolidierten Jahresverlust von minus 7,2 Millionen Franken aus, wie die VBL am Freitag mitteilten. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr noch 85,5 Millionen Franken. Das sind 14,7 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Verkehrseinnahmen sind im gleichen Zeitraum um 11,2 Millionen Franken oder 23 Prozent zurückgegangen. Es ist das erste negative Jahresergebnis seit der Umwandlung der VBL in eine Aktiengesellschaft vor 20 Jahren.

VBL-Busse unterwegs auf der Seebrücke.

VBL-Busse unterwegs auf der Seebrücke.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 4. März 2020)

36,67 Millionen Fahrgäste im 2020

Grosse Auswirkungen hatte die Pandemie auch auf die Fahrgastzahlen. Nachdem der Bundesrat den nationalen Notstand ausgerufen hatte, reduzierten die VBL während des Lockdowns im Frühling vom 23. März bis am 4. Mai ihr Angebot deutlich. Das Jahr 2020 endete mit 36,67 Millionen Fahrgästen über alle ÖV-Produkte der VBL. Dies entspricht einem Einbruch von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verhältnismässig die grösste Einbusse von rund 60 Prozent der Fahrgäste erlitt der «Nachtstern», dessen Betrieb während ziemlich genau sechs Monaten eingestellt bleiben musste.

Zum Schutz der Fahrgäste und Fahrdienstmitarbeitenden wurde die Reinigung in den Bussen seit Beginn der Pandemie intensiviert. Für den Fahrerarbeitsplatz wurde eine Trennscheibe zur Verminderung der Virus-Übertragung entwickelt und eingebaut.

Geschäftsleitung verzichtet auf variable Vergütungen

Wie in den Vorjahren werden auch im Geschäftsbericht 2020 die Saläre und Vergütungen der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats offengelegt. Die variablen Vergütungen umfassen im Falle der Geschäftsleitung erfolgs- respektive zielabhängige Entschädigungen, die sich auf das Vorjahr 2019 bezogen und im 2020 ausbezahlt wurden. Auf die variablen Vergütungen 2020, welche im Jahr 2021 ausbezahlt würden, verzichtet die gesamte Geschäftsleitung freiwillig.

Trotz Corona arbeiten Angestellte gerne bei VBL

Im vergangenen Jahr führten die VBL wieder eine Mitarbeiterbefragung durch. Die Rücklaufquote von 79 Prozent zeigte laut der Mitteilung «das grosse Interesse» der Mitarbeitenden. «Die Coronapandemie schmälerte das Gesamtergebnis nicht», heisst es weiter. Die Messung der Mitarbeiterloyalität zeige einen absoluten Höchstwert mit insgesamt 8,2 Punkten auf einer 10er-Skala.