VERKEHRSHAUS: Ist auch das Luzerner Mondgestein unecht?

Nach Jahrzehnten stellte sich ein in Amsterdam ausgestellter Brocken Mondgestein der Apollo-11-Mission als Fälschung heraus. Auch Luzern wurde vor 36 Jahren von den USA beschenkt.

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Szene aus der vergangenen Sonderausstellung «Götterboten» im Verkehrshaus; im Bild Meteoriten. (Bild pd)

Szene aus der vergangenen Sonderausstellung «Götterboten» im Verkehrshaus; im Bild Meteoriten. (Bild pd)

Bei einer Überprüfung stellte sich das Exponat im Rijksmuseum vor kurzem als versteinertes Holz von der Erde heraus. Das Museum will das Stück dennoch behalten und als Kuriosität ausstellen. «Wir können darüber lachen», erklärte Museumssprecherin Xandra van Gelder.

Laut Van Gelder wurde es im Oktober 1969 vom damaligen US-Botschafter in den Niederlanden, William Middendorf, an den seinerzeitigen Ministerpräsidenten Willem Dreesman übergeben. Anlass war eine Rundreise der drei Apollo-Astronauten drei Monate nach der ersten Mondlandung. Middendorf erklärte unlängst, er habe den Stein vom US-Aussenministerium erhalten, könne sich aber an keine Einzelheiten mehr erinnern.

Überprüfung kommt nicht in Frage
Auch im Luzerner Verkehrshaus befindet sich ein Stück des Erdtrabanten. Dessen Echtheit möchte Vize-Direktor Henry Wydler jedoch partout nicht anzweifeln: «Unser Mondstein ist mit Sicherheit echt», sagte er gegenüber unserer Zeitung. «Auch eine geologische Überprüfung kommt für uns nicht in Frage, da diese eine Zerstörung des Objektes zur Folge hätte.» Es handle sich dabei um ein Geschenk der Nixon-Regierung an die Schweiz, führt er weiter aus.

Von der Apollo-17-Mission im Dezember 1972, dem bislang letzten bemannten Flug zum Mond, hatten die Astronauten insgesamt 111 Kilogramm Mondgestein auf die Erde gebracht. Der Grossteil der sensiblen und wertvollen Ware lagert in einem Zentrum in Houston, Texas. Kleine, in Acrylglas eingegossene Mondgestein-Proben wurden im Jahr 1973 als «Goodwill Moon Rocks» zusammen mit den jeweiligen Landesflaggen an 135 Nationen verschenkt – darunter auch an die Schweiz. Gemäss Wydler hat das damalige Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement seinerzeit dem Verkehrshaus den Mondstein überreicht.

ap/red