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VERKEHRSHAUS LUZERN: Hier kommen Flugzeugfans auf ihre Kosten

Im Verkehrshaus der Schweiz gibt es eine neue Sonderausstellung zur Luft- und Raumfahrt. Die gestrige Eröffnung zeigte: Sie macht die Faszination Fliegen zum Erlebnis.
Im Verkehrshaus hängen zahlreiche neue Flugzeuge wie etwa der Pilatus Porter PC 6 (oben links), auch Yeti-Porter genannt. Mit 5700 Metern über Meer ist es das Flugzeug, welches den Weltrekord für die höchste Landung schaffte. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. März 2018))

Im Verkehrshaus hängen zahlreiche neue Flugzeuge wie etwa der Pilatus Porter PC 6 (oben links), auch Yeti-Porter genannt. Mit 5700 Metern über Meer ist es das Flugzeug, welches den Weltrekord für die höchste Landung schaffte. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. März 2018))

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Wer sich in Kürze einen Überblick über die Schweizer Linien- und Abenteuer-Luftfahrt der letzten rund 100 Jahre verschaffen will, kommt um einen Besuch im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern nicht herum. Am Dienstag wurde die Sonderausstellung «Die Schweiz fliegt!» eröffnet. Dabei wurde die 1972 eröffnete Halle Luftfahrt um ein paar spektakuläre Objekte erweitert.

Erstmals zu sehen ist etwa eine originalgetreue Kopie des Pilatus Porters «Yeti», der 1960 für die Schweizer Dhaulagiri-Expedition im Einsatz war. Pilotiert wurde sie vom heute 86-jährigen Luzerner Unternehmer und Abenteurer Max Eiselin. Der 13-köpfigen Expedition gelang am 13. Mai 1960 tatsächlich die Erstbesteigung des damals höchsten noch unbestiegenen Berges, des 8167 Meter hohen Dhaulagiri in Nepal. Eiselin selbst kam nicht bis ganz auf den Gipfel: Wegen eines Motorschadens des Kleinflugzeuges musste er als Expeditionsleiter ins Tal hinab, um die Formalitäten für den Ersatzmotor zu regeln (Artikel vom 8. März 2017).

Dominique Gisin: «Spiel der Kräfte»

Die Aviatik (Luftfahrt) weckt Emotionen und Begeisterung, so auch bei Ski-Olympiasiegerin Dominique Gisin. Sie war am Dienstag einer der Ehrengäste. Schon früh haben Gisin neben Ski- auch Flugpisten fasziniert. Ihre Flugausbildung begann 2011 auf dem Flugplatz Kägiswil. Sie erwarb die Privatpilotenlizenz und möchte auf diesem Weg weitergehen – neben dem Physikstudium, das sie inzwischen gestartet hat. «Fliegen ist ein Spiel der Kräfte zwischen Energie und Gleichgewicht», sagte Gisin und schwärmte vom «spielerischen Umgang mit den Elementen» und vom «atemberaubenden Blick auf die majestätischen Berggipfel von oben».

Die Faszination an der Luftfahrt war während der Eröffnung spürbar. Besucher können in der Ausstellung zum Beispiel den Schub von Flugzeug-Triebwerken auf sich wirken lassen. Die Fluggesellschaft Swiss hat ihre Themeninsel in Zusammenarbeit mit Skyguide modernisiert. Besucher können eine 50 Quadratmeter grosse Bodenprojektion begehen und mit ihren Füssen Flugzeuge durch den Luftraum führen. Weiter ist der Bau einer Boeing 777 erlebbar, auch lässt sich in einem virtuellen 360-Grad-Rundgang das neue Flugzeug «Bombardier C Series» besichtigen. Kinder und Jugendliche können sich in einer Erlebniswelt für einen Flug registrieren oder mit einem Bordtelefon telefonieren.

Ein Teil der Hallendecke musste weichen

Man wolle Objekte zeigen, die es nur im Verkehrshaus in Luzern zu sehen gibt, sagte Ausstellungsleiter Daniel Geissmann. Ein Beispiel ist die monumentale Ariane-Nutzlastverkleidung, welche die Nutzlast einer Rakete schützt – und die Höhe der Halle sprengt. Um Platz für sie zu schaffen, hat man extra ein Stück der Hallendecke weggenommen. Neu zu sehen ist auch eine Reihe von Flugzeug-Triebwerken. «Das ist ein Schwerpunkt der Ausstellung», sagte Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer. «Wir wollen unseren Besuchern die Entwicklung vom einfachen Sternmotor bis zu den heutigen leisen, abgasarmen Triebwerken aufzeigen.»

Ein eindrückliches Ausstellungsstück in diesem Zusammenhang ist ein Triebwerk von 1984 der US-Firma Pratt & Whitney, das für die zweistrahlige Boeing 757 eingesetzt wurde. Es ist 3,73 Meter lang und 3221 Kilo schwer – schwerer als die frühesten Flugzeuge.

Ein 13-Jähriger stiehlt allen die Show

Am Herzen liegt dem Verkehrshausdirektor auch die Präsentation von Flugtextilien – von Stewardess-Kleidern bis zur Kampfpilotenuniform. Das Verkehrs­- haus besitzt eine komplette Sammlung von Uniformen der früheren Swissair-Stewardessen. «Ich träume davon, damit eine Modeschau im Verkehrshaus durchzuführen», sagte Bütikofer.

Weitere prominente Ehrengäste am gestrigen Eröffnungsanlass waren Thomas Hurter (Nationalrat und Präsident Aerosuisse), Bernhard Müller (Kommandant der Schweizer Luftwaffe), Helene Niedhart (Präsidentin und CEO Cat Aviation AG) sowie Bernhard Christen (Head of Marketing Swiss). Einer aber stahl allen die Show: Der 13-jährige Jonas Ronner, der im grossen Saal des Imax-Theaters begeisterte. Dort erfolgte die Einstimmung in den Anlass mit einer fantastischen Live-Modellflugzeug-Schau. Und genauso hat der Traum vom Fliegen einst wohl Formen angenommen: Mit dem Bau von Modellflugzeugen, die man von Hand in die Lüfte steigen liess.

Hinweis: Die Sonderausstellung «Die Schweiz fliegt» ist ab 28. März in der neu inszenierten Halle Luftfahrt im Verkehrsmuseum der Schweiz in Luzern zu sehen.

Verkehrshaus-Direktor Martin Bütikofer im Gespräch mit der Pilotin und ehemaligen Skirennfahrerin Dominique Gisin. Der Ausstellungsteil im Hintergrund widmet sich neuen Triebwerken. (Bild: Pius Amrein)

Verkehrshaus-Direktor Martin Bütikofer im Gespräch mit der Pilotin und ehemaligen Skirennfahrerin Dominique Gisin. Der Ausstellungsteil im Hintergrund widmet sich neuen Triebwerken. (Bild: Pius Amrein)

Ein T-359 EC635P2 der Schweizer Armee landet in der Arena des Verkehrshaus. (Bild: Pius Amrein)

Ein T-359 EC635P2 der Schweizer Armee landet in der Arena des Verkehrshaus. (Bild: Pius Amrein)

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