Luzerner Verkehrshaus wird zur Disco

Dieses Wochenende findet das von Radio 3fach organisierte Open-Air-Funk am See statt. Weil das Medium 20 Jahre alt wird, veranstaltet es zudem erstmals eine After-Party – an einem ungewöhnlichen Ort.

Gabriela Jordan
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Die Aufbauarbeiten für das Funk am See auf der Lidowiese sind in vollem Gang. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Die Aufbauarbeiten für das Funk am See auf der Lidowiese sind in vollem Gang. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

B-Sides, Heitere oder «Am Bach» – im diesjährigen Festival-Sommer erhielt man in und um Luzern bereits einiges geboten. Und es kommt mehr: Am Freitag und Samstag findet auf der Lidowiese wieder das Funk am See statt. Seinem zweijährigen Rhythmus folgend, geht das Gratis-Open-Air damit schon zum zwölften Mal über die Bühne. Seit Dienstag sind die Aufbauarbeiten in vollem Gang, zahlreiche Helfer stehen dafür im Einsatz.

Ab Freitagabend können sich Musik-Fans zwei Tage lang von diversen Klängen berieseln lassen. Auf insgesamt zwei Bühnen werden Schweizer Musiker wie Crimer (Freitag 18 Uhr) und Stereo Luchs (Samstag 17.30) zu hören sein. Ebenfalls hat das Radio 3fach die Berner Rap-Crew S.O.S (Samstag 22.45) verpflichtet. Aus Luzern werden Alois (Samstag 19.30) sowie die Möped Lads (Samstag 21.45) auftreten.

«Das ist meiner Meinung nach eines der stärksten Line-ups, das wir je hatten.»

Das Funk am See wird dieses Jahr zudem international: Aus Österreich sind die Rapperin Mavi Phoenix (Samstag 19.30) sowie die Elektropop-Formation Leyya (Freitag 19.50) zu Gast. Dazu kommen Klangstof (Samstag 20.30) aus den Niederlanden und Lust for Youth (Freitag 21.25) aus Dänemark. «Das ist meiner Meinung nach eines der stärksten Line-ups, das wir je hatten», sagt Dave Largier, Mediensprecher von Radio 3fach. «Zu meinen Highlights gehören Stereo Luchs und S.O.S.»

Mehr Geld für Konzerte, weniger für die Infrastruktur

Dieses Jahr wollen die Veranstalter das Open-Air mit diversen Deko-Elementen etwas heimeliger gestalten. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Dieses Jahr wollen die Veranstalter das Open-Air mit diversen Deko-Elementen etwas heimeliger gestalten. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Die internationalen Musiker werfen freilich Fragen zur Finanzierung auf. Wie bisher ist das Open-Air für die Besucher gratis. Beim 3fach hiess es stets, dass dies nur dank der rund 200 freiwilligen Helfer möglich sei sowie der Tatsache, dass sich die Bands mit einer symbolischen Gage begnügen würden. Diesmal dürften die Gagen aber etwas teurer zu stehen kommen. «Bei den Konzerten haben wir nicht gespart. Gegenüber Vorjahren haben wir etwas mehr in die Künstler investiert», bestätigt Largier.

Wie also schafft es das Festival, sich finanziell über Wasser zu halten? Frühere Gratis-Open-Airs wie das in Emmen oder in Ebikon mussten genau aus diesem Grund beerdigt werden. Auch das Funk am See erlebte Krisenzeiten, in denen es Verluste von bis zu 40 000 Franken verzeichnen musste. Wie Dave Largier nun sagt, wird dieses Jahr weniger Geld für den Aufbau und die Infrastruktur ausgegeben. «Wir wollten das Funk am See generell etwas kleiner und heimeliger gestalten.» Nebst dem, dass das Areal ohne Absperrungen zugänglich sein werde, habe man mehr Wert auf die Dekoration gelegt. Auf die Anzahl Besucher sollte dies jedoch keine Auswirkungen haben: Wie in Vorjahren werden um die 8000 Zuschauer erwartet.

Auch das Zelt steht bereits. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Auch das Zelt steht bereits. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Erste öffentliche Party im Verkehrshaus

Aufgrund des 20-Jahr-Jubiläums des Radios 3fach steht das Funk am See diesmal zudem unter einem besonderen Stern. Erstmals findet daher eine offizielle After-Party statt. Während die Besucher früher meist einfach in die Schüür weiterzogen, können sie den Samstagabend jetzt nur ein paar hundert Meter weiter ausklingen lassen: Im Verkehrshaus spielen ab 23 Uhr diverse DJs (Eintritt für 15 Franken). Wer sich um die Flugzeuge und Eisenbahnen sorgt, kann jedoch beruhigt sein: Die Party steigt nicht inmitten von seltenen Sammlerstücken und teuren Exponaten, sondern im Konferenzsaal Coronado. Der Zugang zum Museumsgelände bleibt die ganze Nacht gesperrt. «Es handelt sich um eine Indoor-Party», betont Olivier Burger, Sprecher des Verkehrshauses. Ihm zufolge ist es das erste Mal, dass im Verkehrshaus eine Party für die Öffentlichkeit stattfindet.

Ob im Verkehrshaus auch in Zukunft Bässe erklingen und Biere gezapft werden könnten, lässt Burger offen: «Grundsätzlich stehen unsere Räumlichkeiten zur Verfügung. Wir freuen uns über jede Anfrage und prüfen diese individuell.»

Hinweis: Mehr Informationen unter: www.funkamsee.ch