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Verkehrshaus zeigt umstrittene Ausstellung

Objektive Information oder Propaganda? Die Multimedia-Show «Time Ride» der Nagra, die von Mitte Januar bis Anfang März im Verkehrshaus gastiert, dürfte auch in Luzern zu reden geben.
Die virtuelle Zeitreise «Time Ride» machte auch im Hauptbahnhof Zürich Halt. (Bild: PD)

Die virtuelle Zeitreise «Time Ride» machte auch im Hauptbahnhof Zürich Halt. (Bild: PD)

Ins Erdinnere und zurück in einer Viertelstunde: Auf die Besucher des Verkehrshauses Luzern wartet vom 12. Januar bis 3. März 2013 eine spezielle Sonderausstellung. Bei «Time Ride» (dt. Zeitreise) fährt das Publikum mit einem virtuellen Lift 600 Meter in die Tiefe, durchstösst - realistisch dargestellt durch wandfüllende Projektionen - verschiedene Gesteinsschichten und macht viermal Halt. «Bei diesen Stopps besuchen wir Pfahlbauer, Eiszeiten mit Mammuts, die Ära der grossen Saurier und das Urmeer vor 180 Millionen Jahren», wird Armin Murer im aktuellen «Verkehrshaus-Magazin» zitiert. Murer ist Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra).

Kritik von Stiftung

Mit «Time Ride» wird das Publikum 180 Millionen Jahre zurück respektive in 600 Meter Tiefe geführt - wo Atommüll der Nagra zufolge sicher gelagert werden kann. Nach der Vernissage in Zürich liess die Kritik an der gross angelegten Aktion nicht lange auf sich warten – an vorderster Front stand die Schweizerische Energie-Stiftung. Projektleiterin Sabine von Stockar machte geltend, dass die Show «auf skandalöse Weise die riesige Herausforderung der Lagerung von Atommüll über die nächste Generation hinweg verharmlost». Es handle sich um eine «teure, unnötige PR-Offensive am Rande der Desinformation».

«Wissenschaftlich korrekt»

Thomas Ernst, Vorsitzender der Nagra-Geschäftsleitung, argumentiert in einem dem Artikel angefügten, einseitigen Interview im «Verkehrshaus-Magazin»: «Die Ausstellung zeigt, wie wir bezüglich Inhalt und Tonalität in einer Form auftreten, die wissenschaftlich korrekt ist und auch von der breiten Bevölkerung emotional und fachlich verstanden wird.» Die Besucher von «Time Ride» würden auf sehr direkte Weise erfahren, «wie beständig das Gestein über mehrere Epochen der Erdgeschichte war».

Fazit: Wer über «Time Ride» urteilen will, dürfte um einen Besuch im Verkehrshaus wohl kaum herumkommen.

Dave Schläpfer

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