VERKEHRSPOLITIK: Verkehrsprobleme lösen – so schnell es geht

Die Luzerner Wirtschaftsver­bände verlangen, dass die Verkehrsprobleme im Raum Luzern rasch gelöst werden. Die Überlandbusse sollen nicht mehr bis ins Stadtzentrum fahren. Dafür sollen um Luzern herum neue Umsteigeknoten geschaffen werden.

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Ruedy Scheidegger, Präsident des Gewerbeverbandes des Kantons Luzern. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Ruedy Scheidegger, Präsident des Gewerbeverbandes des Kantons Luzern. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Ruedy Scheidegger, Präsident des Gewerbeverbandes des Kantons Luzern, hat am Freitag zusammen mit dem Verkehrsplaner Bruno Albrecht die Forderungen der Luzerner Wirtschaftsverbände vorgestellt. Scheidegger nannte die gute Erreichbarkeit der Stadt und der Agglomeration als eines der Hauptanliegen der Wirtschaft.

Die Wirtschaftsverbände anerkennen, dass der Kanton mit dem Agglomerationsprogramm die Verkehrsprobleme lösen will. Die Umsetzung dauert ihnen aber zu lange. Damit Luzern wirtschaftlich nicht abgehängt werde, brauche es schnellere Lösungen.

Verkehrsplaner Albrecht sieht drei Ansätze: Eine Neuorganisation des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration, eine Neugestaltung des Verkehrs in Luzern zwischen Schweizerhof und Pilatusplatz sowie eine Aufwertung des Bahnhofs Emmenbrücke.

Weniger Busse im Zentrum
Der Bahnhofplatz in Luzern stosse an seine Kapazitätsgrenzen, sagte Albrecht. Gleichzeitig werde das Bahnangebot ausgebaut. Dies sei die Gelegenheit, das historisch gewachsene Busnetz neu zu organisieren und die Stärken von Bus und Bahn besser zu nutzen.

Albrecht schwebt vor, dass nicht mehr alle Busse bis zum Bahnhof fahren. Für die Überlandlinien könnten etwa in Sursee, Rothenburg oder Ebikon Umsteigepunkte auf die Bahn geschaffen werden. In der Agglomeration sollen Tangentiallinien eingeführt werden.

Handlungsbedarf sieht Albrecht auch im Stadtzentrum selbst, namentlich am Bahnhof. Dort drängt sich seiner Ansicht nach eine Neuordnung auf, weil der Verkehr Richtung Tribschen zunimmt, und weil immer längere Busse (Doppelgelenkbusse) eingesetzt werden.

Problemzone Seetalplatz
Dritter Ansatzpunkt ist der Raum Seetalplatz zwischen Reussbühl und Emmenbrücke. Der Knoten wird pro Tag im Schnitt von 50'000 Fahrzeugen befahren. Die Wirtschaftsverbände unterstützen die bereits angedachte neue Verkehrsführung.

Eine Entlastung für den Raum Reussbühl-Emmenbrücke, aber auch für die Stadt Luzern, wird aber auch von einem Ausbau des Bahnhofs Emmenbrücke erwartet, so dass dort inskünftig die Interregiozüge Richtung Bern und Basel halten könnten.

sda