Verlängerte Ferien – kein Problem?

Wer mit den Kindern schon vor den Schulferien verreisen will, stösst meist auf offene Ohren. Beim Kanton ist man erstaunt über die Grosszügigkeit der Schulen.

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Zweitklässler beim Unterricht im Schulhaus Ebnet in Entlebuch. Lehrpersonen können Absenzen von bis zu drei Tagen selber bewilligen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Zweitklässler beim Unterricht im Schulhaus Ebnet in Entlebuch. Lehrpersonen können Absenzen von bis zu drei Tagen selber bewilligen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Bald sind wieder Schulferien – die Zeit, für die in den Reisekatalogen jeweils die höchsten Preise gelten. Für viele Eltern ist deshalb die Verlockung gross, ein, zwei Tage früher abzureisen und damit bares Geld zu sparen. Bei den Schulen stossen sie mit diesem Anliegen in der Regel auf offene Ohren, wie eine Umfrage zeigt. An allen Schulen des Kantons Luzern können die Lehrpersonen selber über die Gewährung von Absenzen von bis zu drei Tagen entscheiden. «In dieser Hinsicht sind wir sehr flexibel», sagt etwa Markus Buholzer, Rektor der Volksschule Kriens. «Es kann schon sein, dass am ersten und am letzten Tag ein paar Schüler fehlen, aber da sind wir kulant.»

In Hochdorf kommen solche Anfragen allerdings nur selten vor, wie Rektor Werner Ottiger sagt. «Ich kann mich an einen Fall erinnern, bei dem eine Familie Verwandte besuchen wollte und wegen eines Festes früher abreiste. Solche Ausnahmen gewähren wir meist.» Vergleichbar ist die Praxis in Schüpfheim: «Ferienverlängerungen gewähren wir in Einzelfällen auf schriftliches Gesuch hin in der Regel grosszügig», sagt Kurt Rüegg, Co-Schulleiter von Schüpfheim. Dies komme in drei bis vier Fällen pro Jahr vor.

Halbleere Klassen vor den Ferien?

Dass Absenzen zur Ferienverlängerung so problemlos gewährt werden, ist für Joe Bucheli von der Dienststelle Volksschulbildung eher überraschend: «Die Schulen haben ja kein Interesse daran, dass vor und nach den Ferien die halben Klassen leer bleiben.» Man mache den Gemeinden aber diesbezüglich keine Vorschriften.

Kein Pardon bei verpasstem Flug

Wesentlich weniger tolerant sind die Schulen bei unentschuldigten «Ferien»-Absenzen – wenn beispielsweise Eltern behaupten, das Flugzeug verpasst zu haben und die Kinder deshalb nicht rechtzeitig in der Schule zurück sind. «In den letzten drei Jahren mussten wir drei bis vier Verwarnungen aussprechen», sagt Pirmin Hodel. Im Extremfall können Eltern für unentschuldigte Absenzen sogar mit bis zu 3000 Franken gebüsst werden. Tatsächlich ausgesprochen werden solche Bussen allerdings höchst selten.

Luzia Mattmann / Neue LZ

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