VERLAGERUNG: Superba baut in Büron Arbeitsplätze ab

Recticel lässt Superba-Matratzen in Zukunft in Belgien herstellen. Im luzernischen Büron gehen deshalb 39 Stellen verloren.

Rainer Rickenbach
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Ein Bett, made in Büron. (Bild: PD)

Ein Bett, made in Büron. (Bild: PD)

Seit zwei Tagen wissen alle Mitarbeiter Bescheid, wie es mit ihnen weitergeht. Von den 100 Arbeitsplätzen beim Matratzenhersteller Recticel verschwinden am schweizerischen Firmenhauptsitz in Büron deren 39: «Rund die Hälfte der 39 Mitarbeiter haben ein Angebot zur Weiterbeschäftigung in unserer Niederlassung im solothurnischen Flüh erhalten. Für die anderen suchten wir individuelle Lösungen oder helfen ihnen bei der Stellensuche über die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren», sagt Georg Lörz, Geschäftsführer von Recticel Bedding Schweiz.

Polster-Atelier bleibt in Büron

Die Traditionsmarke Superba gehört seit 1996 zur belgischen Schlafzimmer-Ausstattergruppe Recticel Bedding. In Belgien werden jetzt in Zukunft auch die Matratzen für den Schweizer Markt hergestellt, zu denen nebst Superba weitere Marken zählen. Lörz sagt dazu: «Das Polster-Atelier und der Hauptsitz von Superba mit rund 60 Mitarbeitern bleiben in Büron.» Grund für die Produktionsverlagerung ist derweil laut Lörz der rückläufige Schweizer Markt. «Wegen des schwachen Euro kaufen viele Schweizer im grenznahen Ausland ein, und Günstiganbieter wie Ikea setzen unsere Qualitätsmarke auch im Inland unter Druck», erklärt der Geschäftsleiter gegenüber unserer Zeitung.

Die Währungssituation macht dem Unternehmen auch deshalb zu schaffen, weil fast die Hälfte der Matratzen für den Export bestimmt sind. Die Firmengruppe stelle laut Lörz in Belgien heute schon Marken-Matratzen her und habe des Weiteren vor, die Vermarktung in der Schweiz durch mehr Werbung anzukurbeln. «Doch dazu müssen wir aber die Kostenstruktur ändern.» Oder anders gesagt: die Matratzen in Belgien günstiger produzieren.

Zweites Standbein im Raum Basel

Im solothurnischen Flüh, nahe bei Basel, beschäftigt die Recticel-Gruppe rund 50 Mitarbeiter. Zu ihnen stösst in den nächsten Wochen ein Teil der Mitarbeiter aus Büron – unter anderem einige der Chauffeure, die bisher von Büron aus die Schweizer Kunden belieferten. Flüh ist Produktionsstandort für Bett-Unterfederungen etwa von der Traditionsmarke Swissflex.

In Büron ist Recticel in den Produktionsräumlichkeiten eingemietet. «Ein Teil der Räume wird bald frei. Wir hoffen, dass Gewerbebetriebe einziehen, die Arbeitsplätze für von uns entlassene Mitarbeiter anbieten», sagt Lörz.