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Luzern bremst E-Scooter-Anbieter aus

In vielen Städten gibt es sie bereits: Die elektrifizierten Leih-Trottis von innovativen Start-ups. Eine schwedische Firma will mit ihren Scootern jetzt nach Luzern – doch die Behörden bremsen diesen Plan.
David von Moos
Geht es nach dem E-Trottinett-Anbieter «Voi», sollen die orangen Scooter schon bald durch neun Schweizer Städte rollen. (Bild: PD/Instagram Voi)

Geht es nach dem E-Trottinett-Anbieter «Voi», sollen die orangen Scooter schon bald durch neun Schweizer Städte rollen. (Bild: PD/Instagram Voi)

Bislang sind die E-Trottinetts in der Schweiz nur in Basel und Zürich verfügbar. Bald aber könnten E-Scooter in vielen weiteren Schweizer Orten zum Stadtbild gehören. Wie Recherchen des Onlinemagazins Watson zeigen, sucht das schwedische Unternehmen Voi per Stelleninserat Mitarbeiter für verschiedene Schweizer Städte, unter anderem auch Luzern.

Wann genau die E-Scooter verfügbar sein werden, kann Claus Unterkircher, Schweiz-Verantwortlicher von Voi, noch nicht sagen. «Wir sprechen uns immer zuerst mit den Städten ab, statt einfach loszulegen.» Am weitesten fortgeschritten scheinen die Pläne in Genf zu sein. Dort sucht Voi bereits Wartungsspezialisten für die kleinen Flitzer.

In Luzern sei man bereits mit den Behörden in Kontakt, so Unterkircher. Im europäischen Vergleich seien viele Schweizer Städte eher zurückhaltend. «Manche Städte kommen aktiv auf uns zu. Angeschrieben haben wir jene Orte, bei denen wir denken, dass unser Mobilitätskonzept Sinn machen könnte.» Voi ist laut Claus Unterkircher bisher in 18 Städten in Europa aktiv.

Firma sammelt alle Scooter jeden Abend wieder ein

Damit die Kunden das Angebot sinnvoll nutzen können, setzt die Firma auf ein Free-Floating-System. Unterkircher spricht von virtuellen Stationen, die Stadt müsse da kein Geld investieren.

«Wir würden die Scooter am Morgen aufstellen und am Abend einsammeln, kontrollieren und aufladen. Und sie dann am nächsten Morgen wieder an denjenigen Orten mit der höchsten Nachfrage bereitstellen.»

Ganz so einfach ist das nicht. Der Luzerner Verkehrsplaner Martin Urwyler bestätigt zwar, dass die Stadt von mehreren E-Scooter-Anbietern kontaktiert worden sei. «Wir gehen im Moment aber nicht aktiv auf diese zu.»

Der Knackpunkt: Im Gegensatz zu Zürich oder Basel braucht es für die Nutzung des öffentlichen Raumes in Luzern eine Bewilligung. «Da machen wir keinen Unterschied zwischen Velo und Trottinett», sagt Urwyler. Bisher setzt die Stadt Luzern auf das stationäre Angebot des Veloverleihs von Nextbike. Damit sei man sehr zufrieden. Ein entsprechendes Bewilligungsverfahren für elektrische Tretroller werde derzeit keines ausgearbeitet. «Die E-Trotti-Anbieter müssen sich gedulden.» In etwa zwei Jahren werde der Fahrzeugverleih auf öffentlichem Grund ausgeschrieben. Damit könne ein offenes und faires Vergabeverfahren ermöglicht werden. «Dabei wird festgelegt, welche Verleihsysteme in welchem Mengengerüst zugelassen werden sollen. Gerade vor dem Hintergrund der engen Platzverhältnisse sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verleihsysteme sorgfältig gegeneinander abzuwägen.»

Luzern ist im Austausch mit anderen Städten

Laut Urwyler könnte ein gemischtes System in Frage kommen, bei dem die Vorteile von stationären und stationsungebundenen Systemen kombiniert würden. Denn Free-Floating würde punktuell – etwa dort, wo das Netz fixer Stationen weniger dicht sei – Sinn machen. Festlegen will sich Luzern noch nicht. Den Vorwurf der Untätigkeit weist Urwyler aber von sich: «Wir beobachten das Geschehen an anderen Orten sehr genau. Wir stehen auch im Austausch mit anderen Städten. Wie überall gibt es Vor- und Nachteile. Wir schauen, wie sich die Nachfrage und die verschiedenen Angebote entwickeln, wie sie sich bewähren.»

Luzern hat sich als selbst ernannte Velostadt die Förderung des Fahrradverkehrs auf die Fahne geschrieben.

«Wir wollen sicher nicht verhindern, dass E-Trotti-Anbieter zu uns kommen»,

so Urwyler. Aus Platzgründen sei Mikromobilität sogar sehr zu begrüssen. Es gebe jedoch zahlreiche offene Fragen, etwa diejenige, ob und wie sich E-Trottinetts in Fussgängerbereiche integrieren lassen.

Im Zentrum von Österreichs Hauptstadt Wien stehen sie mittlerweile fast an jeder Ecke: Die elektrifizierten Scooter des Leih-Anbieters Tier. (Bild: Jérôme Martinu)

Im Zentrum von Österreichs Hauptstadt Wien stehen sie mittlerweile fast an jeder Ecke: Die elektrifizierten Scooter des Leih-Anbieters Tier. (Bild: Jérôme Martinu)

Weitere Informationen: Gesamtverkehrskonzept der Stadt Luzern; Website von Voi.

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