Kommentar

Vermieter müssen sich an Passantenlagen vermehrt Alternativen zu Läden überlegen

Wegen der Coronakrise werden Vermieter noch mehr Mühe haben, ihre Ladenlokale zu füllen. Es braucht da und dort ein Umdenken in Sachen Nutzung des Erdgeschosses.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

Bild: Dominik Wunderli

Dass der stationäre Detailhandel schon bessere Zeiten gesehen hat, ist bekannt. Trotzdem gab es bislang noch attraktive Innenstadtlagen, die bei den Retailern begehrt waren. Doch nun scheint selbst dies ins Wanken zu geraten.

Das zumindest zeigt das aktuelle Beispiel der Kapellgasse 4 in der Stadt Luzern. Jenes prestigeträchtige, architektonisch elegante Wohn- und Geschäftshaus, das anstelle des öden, grauen C&A-Gebäudes neu die eine Ecke des Kapellplatzes abschliesst. Gemäss dem Eigentümer sind mehrere Interessenten für die Ladenflächen abgesprungen, kurz bevor die Coronakrise die Schweiz erreicht hat.

Covid-19 – so viel ist schon jetzt klar  – dürfte den Strukturwandel im Detailhandel beschleunigen, weil viele Unternehmen ihre Expansion auf Eis gelegt haben. Dazu zählen in Luzern auch die Uhrengeschäfte, die sich bis zum Kapellplatz ausgebreitet haben. Denn sollten die Touristen aus Asien nicht bald zurückkehren, droht wohl einigen Anbietern das Aus.

Vielleicht müssen sich manche Hausbesitzer in der Luzerner Altstadt grundsätzlich fragen, welche Erdgeschossnutzung in Zukunft noch Sinn macht. Braucht es wirklich Ladenflächen in allen unteren Geschossen – oder gibt es Alternativen wie (wieder) mehr Gastro? Und der eine oder andere muss vermutlich auch noch seine Mietzinsvorstellungen korrigieren  – und zwar nach unten.

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