Vermisstmeldungen waren nur vorgetäuscht

Seit Mai 2011 sind im Kanton Luzern sechs Personen aus Eritrea verschwunden. Lange tappte die Polizei im Dunkeln. Nun hat die Staatsanwaltschaft Strafuntersuchungen wegen Täuschung der Behörden eingeleitet.

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Ab Mai 2011 häuften sich im Kanton Luzern die Vermisstenanzeigen bezüglich eritreischer Frauen und Kindern. Die Vermisstmeldung wurden jeweils vom angeblichen Ehemann oder von den angeblichen Eltern der Vermissten gestellt. In allen Fällen waren die vermissten Personen angeblich zuvor im Rahmen eines bewilligten Familiennachzuges in die Schweiz eingereist. Die Luzerner Polizei hatte ingesamt sechs Vermisstenanzeigen zu bearbeiten. Für die Ermittlungen wurde eine Sonderkommission eingesetzt.

Verdacht auf Täuschung der Behörden

Die Ermittlungsresultate der Strafverfolgungsbehörden zeigen auf, dass die Anzeigesteller in den meisten Fällen des «Familiennachzugs» gar nicht die Ehefrau oder eigenen Kinder in die Schweiz nachreisen liesen, sondern Drittpersonen mit falscher Identität die Einreise in die Schweiz bzw. die Weiterreise in ein anderes europäisches Land ermöglichten. Wie die Staatsanwaltschaft Luzern am Donnerstag mitteilte, wurden die Vermisstenanzeigen danach gezielt bei der Polizei gestellt, um zu verhindern, dass die Täuschung bekannt werde und um allfällige Nachfragen oder Kontrollen der Ausländerbehörden zu verhindern.

Fahndung nach den publizierten Vermissten zurückgezogen

Die Luzerner Polizei zieht damit die Vermisstmeldungen von folgenden eritreischen Personen zurück: Fesahaye Yohana, Tsegay Feven Behabelom,  Zemichael  Yordanos,  Abraham Milete.

pd/zim