VERMITTLUNGSRÄTE: Den Tätern droht eine doppelte Strafe

Der Freiburger Professor Christian Giordano warnt vor kosovarischen Vermittlungsräten: Die Vermittler würden auch Blutgeld aushandeln.

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Eingang zum Gerichtssaal in Sarnen. (Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Eingang zum Gerichtssaal in Sarnen. (Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Der Freiburger Sozialanthropologe Christian Giordano rät davon ab, dass sich kosovarische Vermittler bei Strafsachen einschalten, die in der Schweiz geschehen sind. Traditionell könnten die Vermittler den Frieden zwischen den Familien nämlich erst herstellen, wenn die Familie des Mörders der Opferfamilie ein Blutgeld zahlt.

Dies sei heikel, weil der Täter so gleich zweimal büssen müsse: einmal, indem er von der Schweizer Justiz verurteilt wird, und ein zweites Mal durch die Zahlung des Blutgeldes. Ausserdem seien solche Vermittlungsräte für die Schweizer Justiz undurchsichtig und könnten die Kraft der Strafjustiz unter Umständen schwächen.

Kosovarische Vermittler beendeten im Mittelalter Familienfehden mit Blutrache. Auch heute sind sie wieder im Einsatz, teils bei Verbrechen, die in der Schweiz geschehen.

Luzia Mattmann

Das ausführliche Interview lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.