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Verprügelte Luzernerin sucht Täter via Facebook

Eine 23-jährige Frau ist in der Stadt Luzern auf dem Weg zur Busstation, als ein Fremder über sie herfällt, ihr die Tasche klauen will und sie mehrmals ins Gesicht schlägt. Nun sucht die Frau über die sozialen Medien nach dem Täter. Ihr Post erreicht eine enorme Reichweite.
Kilian Küttel
Eine Frau wird angegriffen, der Fremde will ihr die Tasche entreissen. (Symbolbild: Getty)

Eine Frau wird angegriffen, der Fremde will ihr die Tasche entreissen. (Symbolbild: Getty)

Es ist der 16. Oktober, Dienstagmorgen, kurz vor 7 Uhr. Eine Frau ist in der Stadt Luzern auf dem Weg zur Arbeit, sie läuft zur Busstation Oberseeburghöhe, noch ist es dunkel. Es ist ein Tag wie jeder andere. Bis zu diesem Moment: Auf dem gut beleuchteten Waldweg, den sie entlanggeht, kommt ihr ein Mann entgegen.

Als sie und der Fremde auf gleicher Höhe sind, packt er sie, reisst an ihrer Tasche, will diese entwenden: «Aus Reflex habe ich die Tasche an mich geklammert, das war ein Fehler», sagt die 23-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie will in diesem Artikel anonym bleiben.

«Ich habe mich hilflos gefühlt»

Der Angreifer gibt nicht klein bei, schlägt der Frau mehrmals ins Gesicht. Sie blutet, geht zu Boden, verletzt sich wegen des Sturzes an der Schulter, hält die Tasche immer noch umklammert. Der Täter rennt davon, ohne Tasche, schnappt sich dafür die Jacke.

Die Frau ist geschockt und erschüttert: «Ich habe mich hilflos gefühlt.» Eine Passantin kommt vorbei, ruft die Ambulanz. Es folgen mehrere Untersuchungen im Spital, die 23-Jährige hat Glück im Unglück: Die Wunden im Gesicht sind nur oberflächlich, die Schulter ist geprellt, doch gebrochen ist nichts: «Ich bin wortwörtlich mit einem blauen Augen davongekommen.»

Opfer postet Bild von sich auf Facebook

Jedoch trägt sie nicht nur körperliche Verletzungen davon: «Ich glaube nicht, dass ich mich in den nächsten Wochen alleine aus dem Haus traue.» Jetzt tut sie alles dafür, das Geschehene aufzuarbeiten. Sie hat den Fremden angezeigt, dies bestätigt die Luzerner Polizei auf Anfrage unserer Zeitung.

Nur ist ihr die Anzeige noch nicht genug: Am Mittwoch postet sie ein Bild von sich auf Facebook, das ihre Verletzungen zeigt: blaues Auge, geschwollenes Gesicht, aufgeschlagene Lippe, zerkratzte Wange.

Über 2700 Personen teilen den Eintrag

Darunter schildert sie die Ereignisse und gibt eine Beschreibung des Täters wider. Mit der Bitte, wer etwas gesehen hat, solle sich bei der Luzerner Polizei melden. «Das Bild stellte ich dazu, weil ich glaube, dass es mehr Emotionen auslösen kann als nur der Text. Nun hoffe ich, dass mein Eintrag geteilt wird und ich so viele Leute erreichen kann.»

Das funktioniert, ihr Post geht gerade viral: Bis Freitagnachmittag wurde er über 2700 Mal geteilt. Dennoch erteilte die Frau unserer Zeitung die Erlaubnis nicht, das Bild ebenfalls zeigen zu dürfen.

Private Zeugenaufrufe sind keine Seltenheit

Die junge Frau hofft, auf jemanden zu stossen, der den Täter an diesem 16. Oktober gesehen hat. Laut dem Facebookeintrag war dieser etwa 1,73 Meter gross, von schmaler Statur, dunkler Hautfarbe, trug dunkelblaue Jeans und ein schwarzes T-Shirt.

Zeugenaufrufe kennt man vor allem von der Polizei. Wie üblich ist es in Zeiten von Social Media, dass Opfer von Straftaten selber aktiv werden? Polizeisprecher Kurt Graf antwortet auf diese Frage: «Solche privaten Zeugenaufrufe kommen tatsächlich ab und an vor. Allerdings kann dies für die Betroffenen zu juristischen Problemen führen.»

Dann nämlich, wenn Bilder oder Namen veröffentlicht würden. Da die 23-Jährige aber nur eine simple Personenbeschreibung angegeben hat, geht Graf nicht davon aus, dass ihr ein Nachspiel droht.

Die Zeichen stehen also schon wenige Tage nach dem Überfall auf Besserung. Dazu passt auch die letzte Aussage der jungen Luzernerin: «Ich möchte mit dem Passierten abschliessen. Aber mittlerweile geht es mir schon wieder besser.»

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