VERSCHULDUNG: Die Gemeinde Werthenstein muss sparen

Das stark verschuldete Werthenstein kann finanziell bis 2013 überleben – und muss nicht fusionieren, glaubt die Gemeinde. Doch nur, wenn die kommunalen Dienstleistungen zurückgeschraubt werden.

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Das Kloster Werthenstein. (Bild Peter Appius/Neue LZ)

Das Kloster Werthenstein. (Bild Peter Appius/Neue LZ)

Dass sich Werthenstein in finanzieller Hinsicht nicht in einer ganz aussichtslosen Situation befinde, beweise der Abschluss der Gemeinderechnung 2008, wie die Gemeinde mitteilt. Der budgetierte Mehraufwand 2008 von 861'000 Franken habe erfreulicherweise vermieden werden können und die Laufende Rechnung weise nun einen Mehrertrag von gut 280'000 Franken aus. Somit schliesse die Gemeinderechnung um 1,144 Mio. Franken besser ab als vorgesehen.

Pensen in der Verwaltung reduzieren
Der Finanz- und Aufgabenplan 2010 bis 2013 sei nun nochmals minutiös auf weitere Einsparungsmöglichkeiten und der Generierung von zusätzlichen Einkünften geprüft und die sich daraus ergebenden Konsequenzen beraten. Das Ziel von ausgeglichenen Gemeinderechnungen innerhalb dieses Zeitraums könne durch Einschränkungen bei den Dienstleistungen der Gemeindeverwaltung und der Gemeindebehörde erreicht werden. Unter anderem steht zur Diskussion, die Schalteröffnungs- und Telefonbedienzeiten einzuschränken und die Verfügbarkeit der Behördenmitglieder ebenfalls zeitlich zu limitieren. Damit wären Einschränkungen der Pensen der Gemeinderatsmitglieder und des Gemeindeverwaltungspersonals verbunden.

Ausserdem erhofft sich der Gemeinderat durch die Ortsplanungsrevision einerseits eine positive Bevölkerungsentwicklung, eine zusätzliche Ansiedlung von KMU-Betrieben (Kaufsinteressen seien bereits angemeldet worden) und andererseits auch vermehrte Einnahmen bei den Sondersteuern wie Grundstückgewinnsteuern, Handänderungssteuern usw.

Bevölkerung soll zu Wort kommen
Der Gemeinderat Werthenstein organisiert nun auf Sommer 2009 eine mindestens halbtägige Mitwirkungsveranstaltung mit den interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern. In Workshops und allenfalls auch in einer abschliessenden Konsultativabstimmung möchte der Gemeinderat den Puls der Bevölkerung spüren, ob ein weiterer Alleingang der Gemeinde in Berücksichtigung der vorerwähnten Parameter erstrebenswert ist oder ob der Gemeinderat in die Leaderposition für die erneute Einleitung von Gemeindereformprojekten schlüpfen soll.

Im Herbst 2008 hatte der Regierungsrat des Kantons Luzern das im Sommer 2007 eingereichte Sonderbeitragsgesuch von 5 Mio. Franken abgelehnt und die Gemeinde Werthenstein angehalten, in einen neuen Fusionsprozess mit den umliegenden Gemeinden einzusteigen.

scd