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VERSORGUNGSPLANUNG: Ambulante Pflege muss bis 2025 massiv ausgebaut werden

Susanne Balli

Der Kanton Luzern hat diese Woche seine Versorgungsplanung Langzeitpflege 2018–2025 präsentiert. Die Planung trägt der Tatsache Rechnung, dass pflegebedürftige Personen möglichst lange zu Hause leben möchten und tendenziell immer später ins Pflegeheim ziehen. Sie setzt darum die Strategie «ambulant vor stationär» aus dem Altersleitbild 2010 fort. Derzeit liegt die stationäre Versorgungsdichte im Kanton Luzern allerdings immer noch deutlich über dem Schweizer Schnitt. Aus diesem Grund werden die stationären Plätze in den nächsten acht Jahren nur noch minim ausgebaut. Bis 2025 können insgesamt maximal 5635 Plätze in die kantonale Pflegeheimliste aufgenommen werden. Per 1. Januar 2018 sind bereits 5365 Pflegeheimplätze auf der Liste. Anders zeigt sich der künftige Bedarf hingegen im ambulanten Bereich. Dort rechnet der Kanton bis 2025 mit einem markanten Anstieg.

Der Planung des stationären Bereichs 2018–2025 geht eine Analyse des Gesundheitsobservatoriums (Obsan) zum aktuellen und künftigen Bedarf der Wohnbevölkerung voraus. Dafür wurde die Zahl der Pflegebedürftigen im Alter ab 65 Jahren bis 2025 geschätzt. Unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren für die fünf einzelnen Planungsregionen Luzern, Seetal, Sursee, Willisau und Entlebuch wurde daraus der Bedarf an stationären Plätzen abgeleitet. Obsan geht davon aus, dass sich künftig eine Verschiebung von 10 Prozent vom stationären zum ambulanten Angebot erfolgen wird. Der Kanton rechnet im Jahr 2025 mit einem Bedarf von 887 700 bis 936 300 Stunden an ambulanten Pflegeleistungen für Personen ab 65 Jahren. Im Jahr 2016 lag die Spitex-Pflegeleistung bei knapp 568 235 Stunden. Diese Zahlen zeigen, dass ambulante Angebote innerhalb der nächsten acht Jahre massiv ausgebaut werden müssen, um den steigenden Bedarf zu decken. Dabei stehen die Gemeinden in der Pflicht, die letztlich für die Sicherstellung der Versorgung zuständig sind.

Der Bericht zur Versorgungsplanung Langzeitpflege 2018–2025 richtet sich denn primär auch an die politischen Entscheidungsträger. Er kann aber auch den Leistungserbringern wie Spitex-Organisationen als Grundlage für strategische Entscheide dienen.

Gemäss Krankenversicherungsgesetz müssen die Kantone eine Pflegeheimplanung erstellen und eine Pflegeheimliste führen. Die Planung muss mindestens alle acht Jahre überprüft und an die zu erwartende Entwicklung der Bevölkerung angepasst werden.

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

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