Verspätete Weihnacht für Arme

Während der Festtagsschmaus für die meisten vorüber ist, fängt er für andere erst an: Die Gassenküche etwa profitiert von den Resten.

Drucken
Teilen
Blick in eine Weihnachtsfeier für Bedürftige. Themenbild. (Bild: Keystone)

Blick in eine Weihnachtsfeier für Bedürftige. Themenbild. (Bild: Keystone)

Festtagsschmaus mit Verzögerung: «Über die Festtage erhalten wir mehr exklusive Lebensmittel als sonst durchs Jahr», sagt Arjen Faber, Leiter der Gassenküche Luzern. Von Leuten, die über die Festtage zu viel eingekauft haben, erhält er in diesen Tagen Lachs, Parmaschinken oder Weihnachtsguetzli. Das tischt er seinen Besuchern dann zum Zvieri auf, in Form einer kalten Platte zum Beispiel. Faber: «Die Leute schätzen das sehr.» Im Gegensatz zu sonst erhält er während der Festtage zudem mehr brauchbares Essen, das noch abgepackt und nicht abgelaufen ist.

Eine Mitarbeiterin von «Tischlein deck dich» in Luzern verteilt Lebensmittel. (Archivbild Neue LZ)

Eine Mitarbeiterin von «Tischlein deck dich» in Luzern verteilt Lebensmittel. (Archivbild Neue LZ)

Auch Organisationen, die Bedürftige mit Lebensmitteln unterstützen, machen ähnliche Erfahrungen. «Tischlein deck dich» mit Sitz in Winterthur etwa erhält in der Nachweihnachtszeit besondere Produkte: Gemäss Alex Stähli, Geschäftsführer von «Tischlein deck dich», seien es hier statt ganz teurer Lebensmittel vor allem Weihnachtssüssigkeiten wie Panettone, Mailänderli oder Schokolade.

Und die Grossverteiler?

«Einwandfreie Lebensmittel innerhalb der Verbrauchsfrist werden an die beiden Organisationen Schweizer Tafeln und Tischlein deck dich abgegeben», sagt Sabine Vulic, Mediensprecherin bei Coop. Mit Preisreduktionen für Kunden sowie Mitarbeiter unternehme Coop zudem grosse Anstrengungen, um die Menge an Nahrungsmittelabfällen möglichst tief zu halten – unter dem Jahr, aber auch an den Festtagen. So hält es auch die Migros Luzern.: «Wir kalkulieren sehr genau aufgrund von Vorjahreswerten und Wetterprognosen», sagt Mediensprecherin Rahel Probst.

Rahel Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.