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VERTEILSCHLÜSSEL: Plätze in Schrebergärten sorgen für Unmut

Die Stadt Luzern besitzt auch ausserhalb ihrer Grenzen Familiengarten-Areale. Einwohner der Nachbarsgemeinden bleibt der Zugang zu diesen Gärten verwehrt. Die Stadt sieht sich nicht in der Pflicht.
Martina Odermatt
Fredy Doser bei der Arbeit an seinen Hochbeeten bei der Allmend. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. März 2017))

Fredy Doser bei der Arbeit an seinen Hochbeeten bei der Allmend. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. März 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Das aktuelle Wetter macht Lust, die Zeit wieder vermehrt draus­sen zu verbringen – unter anderem im Garten. Die Pflanzen wollen geschnitten, Unkraut gejätet und Setzlinge gepflanzt werden. Eine Möglichkeit, seinen grünen Daumen auszuleben, sind Familiengärten, auch bekannt als Schrebergärten.

Der Stadt Luzern gehören momentan noch 17 Gartenareale. Dass die Stadt die Anzahl Parzellen von heute etwa 790 auf ungefähr 600 reduzieren möchte, ist bereits bekannt (wir berichteten). Mehrere Schrebergärten werden zu Gunsten neuer Wohnsiedlungen verschwinden, so zum Beispiel das Areal Urnerhof mit ungefähr 60 Parzellen und das Areal Grabenhof – mit rund 170 Parzellen der grösste Familiengarten der Stadt Luzern. Auch im Friedental wird das Angebot im Zuge der laufenden Altlastensanierung zu Gunsten eines öffentlichen Landschaftsparks reduziert.

Die Stadt verfügt aber nicht nur über Grundstücke innerhalb ihrer politischen Grenzen. Fünf Areale befinden sich ganz oder teilweise in anderen Gemeinden. Das Areal Rütihof (50 Parzellen) in Ebikon, Oberland (30 Parzellen) in Meggen, Schützenmatt (35 Parzellen) und Allmend (115 Parzellen) teilweise in Luzern und Horw sowie Grabenhof (170 Parzellen )in Kriens.

Areale bis zu einem Drittel von Auswärtigen besetzt

Hobbygärtnern aus anderen Gemeinden ist der Zugang zu den Schrebergärten jedoch verwehrt – die Stadt ist Eigentümerin der Grundstücke und setzt die Regeln fest: Wer eine Parzelle in einem städtischen Schrebergarten möchte, muss in der Stadt wohnhaft sein. Dies ist schon immer Bestandteil der Verträge gewesen. Zudem habe der Grosse Stadtrat mit der Verabschiedung der städtischen Familiengartenstrategie die Wohnsitzpflicht explizit gestützt, betont Stefan Herfort, zuständiger Projektleiter der Stadt Luzern. Und: «Die Einhaltung der Wohnsitzpflicht wurde in der Vergangenheit durch die Vereine nicht immer konsequent durchgesetzt.» Dies führte dazu, dass zwischenzeitlich fast ein Drittel der Parzellen durch auswärtige Personen genutzt wurde.

Da die Arealvorstände seit 2012 die Wohnsitzpflicht bei Neuvergaben konsequent einhalten müssen, nimmt die Zahl auswärtiger Gärtner nun wieder langsam ab. Damit soll erreicht werden, dass mittel- bis langfristig die verbleibenden 600 Gartenparzellen auch tatsächlich der Stadtbevölkerung zur Verfügung stehen.

Fünf bis zehn Anfragen von Ebikonern pro Jahr

Gegen diese rigorose Umsetzung regt sich Widerstand. Ein Blick auf die Website des Familiengartenvereins Luzern zeigt: In den Gartenarealen Landschau-Terrasse und Rütihof ist je eine Parzelle frei, im Areal Meggen-Oberland sind gar drei Parzellen ausgeschrieben. «An bester Lage», sagt Fredy Doser, Präsident des Familiengartenvereins. «Jeder Bauherr würde sich die Hände reiben, wenn er dieses Areal verbauen könnte.»

Auch Walter Heimann, Präsident des Areals Rütihof in Ebikon, ist nicht begeistert von der verschärften Regelung. Pro Jahr habe er bis zu zehn Anfragen von Anwohnern aus Ebikon oder Adligenswil, die Interesse an einem Garten hätten, so Heimann. «Wenn ich sage, dass ich ihnen keine Parzelle vermieten darf, obwohl wir eine hätten, verstehen sie das meist nicht. Grundstücke können wir an Littauer vergeben, an Ebikoner, die viel näher beim Garten wären, jedoch nicht.» Auf den Einwand, dass diese Regel nicht neu ist, sondern jetzt durchgesetzt wird, wendet Heimann ein: «Früher haben wir Stadtluzerner bevorzugt behandelt. Das hat prima funktioniert.» Die Are­ale – gerade in den Randgegenden – müssten oft um Mitglieder kämpfen. Kann eine Parzelle im Areal Rütihof geraume Zeit nicht verpachtet werden, bleibt das Areal auf den Kosten für die Pacht sitzen und muss die Instandhaltung des freien Gartens im Frondienst vornehmen, erklärt Heimann. «Dürfte ich Ebikoner nehmen, hätte ich kein Problem.»

Doch wieso benötigen die Familiengärten überhaupt Mitglieder aus anderen Gemeinden? Heimann seufzt. «Es ist schwierig. Vor allem in den Randgebieten haben wir Schwierigkeiten, die Parzellen mit Einwohnern der Stadt Luzern zu besetzen.» Wer von Littau nach Ebikon zu seinem Garten wolle, benötige meist ein Auto oder müsse sehr viel Zeit für den öffentlichen Verkehr einplanen, so Heimann. Fredy Doser pflichtet ihm bei. Projektleiter Stefan Herfort widerspricht: «Unsere Areale sind noch immer relativ zentral gelegen. Die meisten liegen in unmittelbarer Nähe der Stadtgrenze.» Für viele Einwohner der Gemeinde Meggen beispielsweise läge das Areal Oberland in einer ähnlichen Distanz wie für Bewohner des Büttenen- oder Würzenbachquartiers.

«Die Stadt Luzern ist schon sehr strikt»

Fredy Doser schickt der Stadt jedes Jahr eine Mitgliederliste, in welcher auch der Wohnort der Mitglieder aufgeführt ist. «Die Stadt lenkt das Augenmerk nun schon strikt darauf, dass die Hobbygärtner in der Stadt ansässig sind», so Doser. Doch diese Probleme seien die Früchte der Stadträte, sagt Doser. Das macht die Arbeit der Stadtvertreter nicht gerade einfacher. Die Zusammenarbeit ist sonst gut.»

Stefan Herfort war nicht bewusst, dass diese Problematik die Hobbygärtner so stark beschäftigt. Jährlich finden Begehungen der Areale mit deren Vorsteher und der zuständigen Person bei der Stadtgärtnerei statt. Dabei werden auch allfällige Probleme angesprochen. «Bis jetzt wurden die Probleme noch nicht an uns herangetragen», sagt Herfort. Und es sei auch nicht so, dass es in den Schrebergärten ausserordentlich viele leere Parzellen hätte. Doch Herfort verweist auf die geltenden Regeln: «Die Stadt Luzern ist nicht dafür verantwortlich, Anwohnern aus anderen Gemeinden einen Familiengarten zur Verfügung zu stellen. Auch die umliegenden Gemeinden verfügen über Gärten, für welche sich die Anwohner bewerben können.»

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