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Interview

Verunreinigt das Schiffputzen auch den Vierwaldstättersee?

Beim Frühlingsputz der Passagierschiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) soll der Zürichsee mit verbotenen Reinigungsmitteln verschmutzt worden sein. Droht diese Gefahr auch dem Vierwaldstättersee? Wir haben nachgefragt.
Raphael Zemp
Auch die «Gallia» will jeden Frühling ordentlich geputzt werden. (Bild: Boris Bürgisser, 20. Juni 2017)

Auch die «Gallia» will jeden Frühling ordentlich geputzt werden. (Bild: Boris Bürgisser, 20. Juni 2017)

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ist unlängst in die Schlagzeilen geraten: Bei der alljährlichen Aussenreinigung ihrer Passagierschiffe durch die Firma Stampfli aus Solothurn sollen umweltschädliche Putzmittel ins Seewasser gelangt sein. Das berichtet der «Tagesanzeiger ».

Weil es zu aufwendig wäre, die Schiffe für diese Arbeit ins Trockendock zu hieven, würden sie im Wasser liegend geputzt. Die «ungeeigneten Putzmittel» sind so direkt ins Seewasser geflossen. Wir haben bei Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) nachgefragt, wie sie es mit dem Putzen hält – und was sich allenfalls die Zürcher Kollegen davon abgucken können. Dabei ist uns Martin Achermann (40), SGV-Geschäftsleitungsmitglied, Rede und Antwort gestanden.

Martin Achermann, SGV-Geschäftsleitungsmitglied.

Martin Achermann, SGV-Geschäftsleitungsmitglied.

Was genutzt wird, will gepflegt werden. Das gilt auch für die Schiffe der SGV. Ist man dabei in Luzern fleissiger, als die Zürcher Kollegen, welche die Rümpfe ihrer Passagierschiffe bloss einmal pro Saison putzen?

Martin Achermann: Nein, wir handhaben das genau gleich. Einmal im Jahr reinigen wir die Aussenbereiche all unserer Schiffe. Das geschieht jeweils im Frühling vor Saisonbeginn. Aus Kapazitätsgründen greifen wir – wie unsere Zürcher Kollegen – auf ein externes Reinigungsunternehmen zurück. Je nach Schiff dauert der Frühlingsputz einen Tag bis fünf Tage, durchgeführt von drei bis sechs Personen.

Wie garantiert die SGV, dass dabei der Vierwaldstättersee nicht verunreinigt wird?

Wir halten uns strikt an die Vorgaben des Bundes. Im 17-seitigen Dokument «Empfehlung zur Reinigung von Fahrgastschiffen» ist alles sauber aufgelistet: Nicht nur wie die tägliche Schiffsreinigung durchzuführen ist, sondern auch welche Anforderungen etwa fürs Putzen der Schiffsrümpfe gelten.

Da steht unter anderem auch, dass «die optimale Lösung wäre, alle Jahresreinigungen im Trockendock» durchzuführen, damit kein Schmutzwasser in den See gelangt. Und trotzdem werden «Gallia» und Co. noch immer auf dem Wasser frisch gemacht: Mit Putzmittel, das danach in den See fliesst.

Stimmt. Ausschlaggebend dafür sind wirtschaftliche Gründe, aber auch fehlende Infrastrukturen. Schliesslich müssen alle Schiffe im gleichen Zeitraum geputzt werden. Diese und weitere Gründe berücksichtigt auch der besagte Bericht und billigt diese Reinigungsart offiziell. Dabei sorgen wir dafür, dass nicht nur möglichst wenig Putzmittel verwendet wird, sondern auch besonders umweltschonendes. Was trotzdem noch an Reinigungsmitteln in den See gelangt, ist so schwach konzentriert, dass es für das Gewässer kein Problem darstellt.

Könnte man die Schiffsrümpfe nicht gänzlich ohne Reinigungsmittel flottmachen?

Nein, leider nicht. Für die Umwelt wäre dies zwar die beste Lösung. Russrückstände etwa lassen sich aber nicht bloss mit Wasser wegwaschen. Deshalb sind wir auf Reinigungsmittel angewiesen.

Sind dabei auch schon ungeeignete Mittel eingesetzt worden – wie mutmasslich auf dem Zürichsee?

Gewässerverschmutzungen im Zusammenhang mit der Schiffsreinigung sind uns nicht bekannt.

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