Verunreinigung im Büroner Trinkwasser kann Durchfall verursachen

In Büron darf bis auf Weiteres nur abgekochtes Leitungswasser getrunken werden. Grund sind Darmbakterien, die ins Grundwasser gelangt sind.

Reto Bieri
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In der Gemeinde Büron darf das Trinkwasser momentan nur abgekocht verwendet werden.

In der Gemeinde Büron darf das Trinkwasser momentan nur abgekocht verwendet werden.

Bild: Boris Bürgisser

In der gesamten Gemeinde Büron ist das Trinkwasser verunreinigt. Dies hat die Gemeinde am Donnerstag bekannt gegeben. Die Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, kein ungekochtes Leitungswasser mehr zu trinken. Vorsicht gilt auch beim Kochen, zum Beispiel beim Salat waschen. Das Leitungswasser sollte zuerst abgekocht werden oder es sollte Mineralwasser verwendet werden.

Was ist passiert? «Grund für die Verunreinigung sind Enterokokken- und Escher-Coli-Bakterien», sagt Gemeindepräsidentin Prisca Vogel auf Anfrage. Betroffen ist das Grundwasservorkommen in Wetzwil, einem Ortsteil der Nachbargemeinde Schlierbach. Gemäss Prisca Vogel ist in Wetzwil das Trinkwasser ebenfalls verunreinigt.

«Landwirt hat nichts falsch gemacht»

Enterokokken- und Escher-Coli-Bakterien kommen im Darm von Mensch und Tier vor und sind nicht unbedingt gefährlich. Die Bakterien können aber zu Durchfall führen, in selteneren Fällen auch zu Harnwegs- oder weiteren Infektionen. Sie gelangten in Büron durch Mist, den ein Bauer auf seinen Feldern ausgebracht hatte, ins Trinkwasser. «Der Landwirt hat nichts falsch gemacht», betont Vogel. Die Behörden hätten die Situation vor Ort angeschaut und keine Verstösse festgestellt. Verantwortlich für das Malheur seien die starken Regenfälle vom vorletzten Wochenende. «Hätte es im normalen Rahmen geregnet, wäre nichts passiert.»

Festgestellt worden sind die Enterokokken am vergangenen Mittwoch im Rahmen der üblichen Entnahme von Wasserproben. «Da bei Enterokokken/Escher Coli Nulltoleranz gilt, haben wir unverzüglich den Aufruf an die Bevölkerung gestartet», so Vogel weiter. Seither wird das Büroner Trinkwasser täglich kontrolliert und überprüft. Die Werte seien zum Glück stark am Sinken. Die Gemeindepräsidentin rechnet damit, dass das Trinkwasser vor dem Wochenende wieder freigegeben werden und bedenkenlos konsumiert werden kann.

Prisca Vogel (CVP) ist seit Anfang September Gemeindepräsidentin und amtet seit insgesamt acht Jahren als Gemeinderätin. An einen vergleichbaren Fall in Büron in dieser Zeit kann sie sich nicht erinnern.

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